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Dax aktuellDax kratzt an erneutem Rekordhoch – Leichtes Plus zum Handelsende

Bei Notierungen in der Nähe von 17.000 Zählern haben viele heimische Profianleger zuletzt auf fallende Kurse gesetzt. Das verspricht spannende Handelstage.Jürgen Röder 08.02.2024 - 17:47 Uhr aktualisiert
Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Das Kaufinteresse am deutschen Aktienmarkt setzt sich trotz der jüngsten Warnsignale fort. Am Donnerstag lag der Dax zeitweise nur 20 Punkte von seiner bisherigen Bestmarke von 17.050 Punkten entfernt. Zum Handelsende lag der deutsche Leitindex 0,3 Prozent höher bei 16.964 Punkten. 

Am Dienstag hatte der Dax seinen bisherigen Rekord erreicht. Am Mittwoch folgte ein schwacher Handelstag, auch der Beginn am Donnerstag war zunächst verhalten. Dann ging es in kurzer Zeit nach oben.

Was für weitere Rekordhochs spricht: Die Anlegerstimmung signalisiert unter den heimischen Anlageprofis eine günstige Ausgangslage für den Dax. Das lässt sich aus der aktuellen Umfrage der Börse Frankfurt ableiten, die wöchentlich mittelfristig agierende institutionelle Investoren und Privatanleger befragt.

Denn eine größere Zahl der Profis setzt nun wieder auf fallende Kurse. Sie haben sich mit Short-Wetten dafür positioniert. Bei diesem Vorgehen wird zuerst der Basiswert verkauft mit der Hoffnung, ihn später wieder günstiger zurückzukaufen.

Dabei stammen die neuen Shortseller nicht aus dem Lager der Bullen, sondern es sind ehemals neutral eingestellte Investoren. Nach Einschätzung des Verhaltensökonomen Joachim Goldberg, der die Umfrage auswertet, erwarten diese Pessimisten keinen Crash am Aktienmarkt, sondern wollen mit dem Shortselling nur eine Extra-Rendite einfahren.

Dieses Verhalten dürfte für spannende Handelstage sorgen. Denn bei rückläufigen Kursen sind diese Pessimisten schnell bereit, ihre Short-Positionen zu schließen. Goldberg vermutet dies spätestens bei Dax-Ständen zwischen 16.550 und 16.600 Punkten. Und je länger dieser Rücksetzer auf sich warten lässt, desto eher sind diese Profis bereit, auf höherem Niveau ihr Shortselling zu beenden.

Das alles ist eine Stütze für den Markt, weil beim Schließen der Positionen dann der Basiswert zurückgekauft werden muss, also gekauft wird. Die Kurse würden weiter steigen. 

Noch interessanter ist die Lage auf der Oberseite. Was passiert, wenn der Dax wieder auf ein Rekordhoch klettert? Dann müssten die Shortseller ihre Positionen vermutlich ebenfalls schließen, damit die Verluste nicht ausufern. Dabei hat nach Einschätzung von Goldberg die Größe der Short-Positionen nun ein Niveau erreicht, das im Falle weiterer Kurssteigerungen für einen Short Squeeze sorgen könnte, einen rasanten Kursanstieg innerhalb kurzer Zeit.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Auch die technische Analyse signalisiert eher weitere Rekordhochs. Für den technischen Analysten Martin Utschneider von Finanzethos bleibt der kurz- bis mittelfristige Zielkorridor bis hin zu 17.220 Zählern bestehen.

Erholungstendenzen in Sachen Immobilienkrise

Im Bankensektor hat sich die Situation etwas beruhigt. Die Commerzbank-Aktie verlor am Donnerstag ein Prozent, die Titel der Deutschen Bank notierten kaum verändert. Beide Aktien hatten am Vortag stark nachgegeben angesichts der Unsicherheit, die vom US-Gewerbeimmobilienmarkt ausgeht.

Auslöser der jüngsten Turbulenzen im Immobiliensektor war Ende Januar die New York Community Bancorp (NYCB). Die Regionalbank musste ihre Dividende drastisch kürzen und meldete Ende Januar einen überraschenden Quartalsverlust. Dieser war auf Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite zurückzuführen

Der Aktienkurs brach seitdem um zeitweise 60 Prozent ein. Nach einer Gegenbewegung – die Aktie legte am Mittwoch fast sieben Prozent zu – ging es am Donnerstag im frühen US-Handel wieder abwärts.

Für Aufsehen sorgte ein Gewinneinbruch der französischen Großbank Société Générale. Unter dem Strich kam das Institut im vergangenen Quartal mit 430 Millionen Euro auf fast 60 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nach einem schwachen Handelsauftakt grenzte die Aktie ihre Verluste ein, das Minus lag am Abend nur noch bei 0,5 Prozent.

Blick auf die Einzelwerte

Infineon: Der Konzern hatte Anfang der Woche schwaches Zahlenwerk vorgelegt, die Aktie fiel zurück. Am Donnerstag lag Infineon mit einem Zuwachs von vier Prozent an der Dax-Spitze. Die Titel profitierten auch von starken Zahlen des Wettbewerbers Arm.

Siemens: Nach einem Rekordjahr bekommt der Konzern das schwierige konjunkturelle Umfeld zu spüren. Zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres konnte der Technologiekonzern zwar Umsatz und Gewinn weiter steigern. Doch schwächte sich das Wachstum spürbar ab. Die Aktie zählte mit einem Verlust von mehr als drei Prozent zu den schwächsten Dax-Werten.

Deutsche Börse: Nach den Jahreszahlen 2023 gewann der Aktienkurs ein Prozent Der Dax-Konzern hat dank der gestiegenen Zinsen und der Rekordübernahme des Softwarekonzerns Simcorp erneut einen Rekordgewinn eingefahren.

Nemetschek: Der Entwickler von Bausoftware agierte 2023 profitabler als erwartet. Das beschert der Aktie ein Plus von sieben Prozent.

Verbio: In der Hoffnung wieder anziehende Preise für Biokraftstoffe kehren Anleger in großem Stil zurück. Die Aktien steigen um mehr als 17 Prozent, so stark wie zuletzt vor vier Jahren. 

In den vergangenen Monaten hatten sie allerdings etwa die Hälfte ihres Wertes verloren. Verbio hat nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2023/2024 so viel Biodiesel, -ethanol und -methan produziert wie noch nie.

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Novartis: Die Aktien des Pharmakonzerns belasten die Schweizer Börse. Die Papiere sackten um 2,8 Prozent ab. Marktbeobachtern zufolge seien die Anleger skeptisch, dass die zu Beginn der Woche angekündigte Übernahme der deutschen Biotechfirma Morphosys auch über die Bühne gehen wird.

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