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Dax aktuell Dax mit Verschnaufpause – Warum steigende Zinsen gut für den Aktienmarkt sind

Profis und Privatanleger beginnen damit, ihre Kursgewinne der vergangenen Tage abzusichern. Dieses Verhalten ist positiv für die laufende Rally.
12.03.2021 Update: 12.03.2021 - 18:41 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach vier Rekordtagen in Serie gönnt sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag eine Verschnaufpause. Im Nachmittagshandel gibt der Dax 0,4 Prozent nach und schließt bei 14.502 Zählern.

Am gestrigen Donnerstag kletterte der Leitindex auf 14.595 Punkte und damit auf einen neuen Höchststand. Insgesamt verbuchte der deutsche Leitindex mit einem Kursplus von mehr als vier Prozent aber den größten Wochengewinn seit vier Monaten.

„Es liegt derzeit die vermutlich beste aller (Aktien-)Welten vor“, schreiben auch die technischen Analysten der Bank HSBC in ihrem heutigen Morgenkommentar. Auch wenn sich die Kursdynamik (Fachbegriff Momentum) seit Anfang der Woche etwas abgeschwächt hat, die kurzfristigen technischen Indikatoren zeigen noch keine „Überhitzung“ an.

Zudem ist noch reichlich Nachfrage vorhanden, die Rally seit Wochenanfang haben offenbar nicht sehr viele Investoren mitgemacht. So erwartet Verhaltensökonom Joachim Goldberg spätestens knapp unter 14.000 Punkten wieder ausreichend Kaufbereitschaft.

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    Nach oben hingegen gibt es seiner Ansicht nach keinen Deckel. Der Bereich von 14.000 Punkten harmoniert gut mit den ehemaligen Rekordständen aus den Monaten Januar und Februar, die bei 14.131 Punkten und 14.197 Zählern liegen.

    Profis und Privatanleger kaufen Put-Produkte

    Auch das Verhalten der Profis und der Privatanleger am Derivate-Markt signalisiert, dass nun allmählich ein Sicherheitsnetz gegen deutlich fallende Kurse aufgespannt wird. Beide Gruppen beginnen, sich gegen fallende Kurse abzusichern. In ihren Depots liegen mittlerweile deutlich mehr Put-Produkte, die bei fallenden Kursen steigen, als Call-Derivate.

    Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf den tiefsten Stand seit Anfang August des vergangenen Jahres gefallen. Das Put-Call-Verhältnis der Frankfurter Terminbörse Eurex zeigt an: In den Profi-Depots liegen 62 Prozent Put-Optionen. Beide Werte sind Kontraindikatoren und verhindern zum einen deutlich fallende Kurse und können zum anderen eine Rally beflügeln, wenn die Produkte verkauft werden müssen.

    Das Verhalten zeigt auch eine weitere Entwicklung: Offenbar wird diese Rally seit Wochenanfang immer stärker von zweifelnden Anlegern begleitet. Eine positive Entwicklung: Je mehr Investoren an der Nachhaltigkeit der Rally zweifeln, umso besser. „Kurse klettern an einer Wand voller Angst („wall of worry“)“, wissen erfahrene Anleger.

    Renditen der US-Anleihen klettern wieder nach oben

    Am US-Anleihemarkt geht die Rendite für zehnjährige Anleihen deutlich nach oben. Der Wert der zehnjährigen T-Bonds steigt auf 1,609 Prozent. Vor einer Woche hatte die Rendite mit 1,625 Prozent ein 13-Monats-Hoch markiert.

    Dass es am heutigen Freitag aufgrund der steigenden US-Renditen nicht deutlicher am Aktienmarkt abwärtsgeht, liegt zum einen am Gewöhnungseffekt. Investoren haben sich auf dieses Niveau eingestellt, haben beispielsweise zinsabhängige Aktien wie Finanzwerte und zyklische Industrieaktien gekauft, im Gegenzug wachstumsstarke Technologiewerte verkauft.

    So lässt sich erklären, warum der US-Index Dow Jones und der Dax in den vergangenen Tagen neue Rekordhochs erreicht haben, der Technologieindex Nasdaq hingegen zwischenzeitlich deutlich abgerutscht ist.

    Grafik

    Und solange dieser Anstieg der US-Renditen nicht in rasanten Schüben erfolgt und Investoren ihre Investitionen entsprechend anpassen können, profitieren auch die Aktienmärkte von steigenden Zinsen. Zumindest war das in der Vergangenheit so.

    Steigende US-Renditen beflügeln die Aktienkurse

    Der letzte längere Anstieg der Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen verlief von Mitte 2016 bis Anfang November 2018, als sich dieser Wert mehr als verdoppelte. In diesem Zeitraum konnte der S&P 500 mehr als 40 Prozent zulegen, der Dax schaffte ein Plus von über 20 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung gab es von Mitte 2012 bis Ende 2013, von Anfang 2003 bis Anfang 2007 und von Anfang 1998 bis zum Ende 1999. In all diesen Fälle kletterte die US-Rendite und beflügelte die Aktienkurse weltweit.

    Grafik

    Die Großbank JP Morgan hat auch detailliert untersucht, welche Branchen von dieser Entwicklung profitieren und welche nicht. Dass von steigenden Zinsen vor allem die Bankaktien profitieren, liegt auf der Hand. Auf Platz zwei folgen Automobilwerte, danach die anderen Industriewerte.

    Es sind also vor allem die konjunkturabhängigen Werte, die von solchen Veränderungen profitieren. Allerdings mit einer Einschränkung: Mittlerweile sind nicht mehr alle Automobilwerte sogenannte Zykliker, dafür müssen Anleger nur auf die Kursentwicklung der Aktie des E-Autobauers Tesla schauen. Auf der Verliererseite stehen hingegen Telekomwerte, Versorger-Aktien und vor allem Hersteller von Verbrauchsgütern.

    Blick auf Einzelwerte

    Daimler: Der französische Partner Renault verkauft ein milliardenschweres Aktienpakets an dem Stuttgarter Autobauer zu 69,50 Euro je Anteilsschein. Daimler-Aktien fielen um 0,8 Prozent auf 72,09 Euro. Es sei enttäuschend, dass Renault erneut ertragsstarke Beteiligungen verkaufen müsse, um die eigene Bilanz aufzubessern, kommentierte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Die Titel des französischen Autobauers machten ihre Tagesverluste aber wieder wett und schloss mit 39,79 Euro fast unverändert.

    Freenet: Ein positiver Analystenkommentar ermuntert Anleger zum Einstieg. Die Aktien des Mobilfunkers stiegen in der Spitze um knapp drei Prozent auf ein 13-Monats-Hoch von 20,50 Euro. Am Abend lag der Kurs bei 20,35 Euro. Die Experten der Barclays Bank haben die Papiere auf „overweight“ hochgestuft.

    LPKF Laser: Die Aktie zählte zu den größten Gewinnern am Markt und stieg zunächst um rund sieben Prozent auf 27,60 Euro. Am Abend betrug das Plus dann aber nur noch drei Prozent. Die britische Bank HSBC hat das Kursziel für das Papier von 32 Euro auf 33 Euro erhöht.

    Was die Dax-Charttechnik sagt

    Mit den neuen Rekordhochs in dieser Handelswoche sind aus technischer Sicht die Leitplanken für die kommenden Börsentage neu gesetzt. Das erste obere Kursziel in Form von 14.500 Zählern wurde im Rekordtempo bereits am vergangenen Mittwoch überschritten.

    „Da auch der Faktor Saisonalität noch bis Ende April ,grünes Licht‘ signalisiert, rückt das Kursziel aus dem Jahresausblick von ‚15.000 Punkten plus‘ mehr und mehr auf die Agenda“, schreiben die Analysten der Bank HSBC in ihrem Morgenkommentar.

    Damit ist der Dax auf dem besten Weg, die Jahresprognose von Charttechnik und Sentiment-Analyse zu erfüllen. So hat Jörg Scherer, Leiter der technischen Analyse bei HSBC Deutschland, bereits Anfang 2021 einen Punktestand von 15.500 in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres prognostiziert.

    Und die Erwartung von Frederik Altmann vom Brokerhaus Alpha lautete Anfang 2021: „Der Dax dürfte sich im laufenden Jahr Richtung 16.500 Punkte bewegen.“ Auch die Jahresprognose der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment hat zum Jahresanfang einen ähnlich hohen Dax-Stand im ersten Halbjahr signalisiert.

    Auf der Unterseite bieten sich die ehemaligen Rekordmarken zwischen 14.131 Punkten, die im Februar erreicht wurde, und 14.197 Zählern aus dem Monat März für tradingorientierte Anleger als Stop-Loss-Marke an.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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