1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Marktberichte
  5. Dax heute & aktuell: Index-Entwicklung und Kurse aktuell

Dax aktuellDax schließt 0,2 Prozent fester – Türkische Lira auf Rekordtief

Der Verfall der türkischen Währung geht ungebremst weiter. Gleichzeitig steigen die Risikoprämien, um sich vor einer Insolvenz der Türkei abzusichern.Jürgen Röder 07.10.2020 - 17:56 Uhr Artikel anhören

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax schließt am Mittwochabend bei 12.928 Zählern und damit 0,17 Prozent im Plus. Der deutsche Aktienmarkt startete zunächst freundlich in den heutigen Handelstag, rutschte im Handelsverlauf allerdings ins Minus, um sich dann wieder zu erholen. Am gestrigen Handelstag war der Index um 0,6 Prozent auf 12.906 Zähler gestiegen.

Das Hin und Her um mögliche Konjunkturhilfen in den USA bremste offenbar die Anleger am deutschen Aktienmarkt aus. Am gestrigen Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump überraschend die Verhandlungen mit den oppositionellen Demokraten über neue Konjunkturhilfen bis nach der Präsidentenwahl am 3. November verschoben. Allerdings pochte er kurz darauf auf ein 25 Milliarden Dollar Hilfspaket für Airlines, das die Jobs von Zehntausenden Mitarbeitern sichern soll.

Einen anderen Dämpfer für die deutsche Wirtschaft steckte der Dax insgesamt gut weg. Die Unternehmen drosselten ihre Produktion im August überraschend nach zuvor drei Anstiegen in Folge. Industrie, Bau und Energieversorger fuhren ihre Erzeugung zusammen um 0,2 Prozent zum Vormonat herunter.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 1,5 Prozent gerechnet, nach einem Anstieg von 1,4 Prozent im Juli. Im Vergleich zum Februar 2020 – dem Monat vor dem Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen – ist die Produktion noch um 10,8 Prozent niedriger.

Die technische Lage der Frankfurter Benchmark ist unverändert, sie bleibt weiterhin im Korrekturmodus. Erst bei Kursen oberhalb von 13.000 Punkten steht die Entscheidung für eine mögliche Jahresendrally oder US-Wahlrally an. Bis dahin sollten mittelfristig agierende Anleger auf den Bereich bis 12.200 Punkte achten. Erst Kurse unterhalb von 12.200 Zählern könnten den intakten Aufwärtstrend seit Mitte März 2020 beenden.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Post: Die Aktien weiten ihre Kursgewinne kräftig aus, nachdem der Konzern das Gewinnziel für 2020 hochgeschraubt hat. Die Titel stiegen im Tagesverlauf um bis zu 3,9 Prozent auf 41,22 Euro und damit auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Die Post hat dank boomender Geschäfte rund um Pakete und Express-Sendungen im dritten Quartal deutlich mehr verdient.

Infineon: Die Aktie des Halbleiterkonzerns zählte in der letzten Zeit zu den Lieblings-Papieren der Börsianer im Dax. In den vergangenen vier Wochen ist das Papier um 13 Prozent gestiegen und hat mittlerweile die Höchststände aus den Jahren 2017 und 2018 überwunden.

Der Anteilsschein profitiert auch von der angepeilten Megafusion von Nvidia und ARM. Die ist nicht nur ein Zeichen für die Nachhaltigkeit des Booms am Chipmarkt. Beide Aktien weisen Bewertungen auf, die um ein Vielfaches über der von Infineon liegen. Am heutigen Handelstag gab es ein weiteres Plus in Höhe von 2,14 Prozent.

Dialog Semiconductor: Auch die Aktie des Chip-Entwicklers ist begehrt und legte 3,2 Prozent zu. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass der Umsatz im dritten Quartal durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Fitness-Trackern, Notebooks und Tablets höher ausfalle als zunächst erwartet.

Covestro: Die Aktie notierte in der Spitze 3,3 Prozent im Plus. Dabei haben die Analysten der Credit Suisse sie herabgestuft. Die Experten senkten ihre Bewertung auf „neutral“ von „outperform“ und reduzierten ihr Kursziel auf 46 von 51,50 Euro.

Doch die US-Investmentbank Goldman Sachs ist anderer Meinung und hat das Kursziel für Covestro von 67 auf 68 Euro angehoben sowie die Aktie auf der „Conviction Buy List“ belassen. Aspekte wie die laufende zyklische Erholung und weitere positive Impulse seien ein Grund dafür gewesen, ihre Schätzungen zu erhöhen, schrieb Analystin Georgina Iwamoto in einer am heutigen Mittwoch vorliegenden Studie. Vor allem die Nachfrage aus China gestalte sich gut.

Blick auf andere Assetklassen

Der Goldpreis ist bereits am gestrigen Dienstag unter die Marke von 1900 Dollar gerutscht. Zum Ende des Handelstages notiert der Preis für eine Feinunze bei 1885 Dollar – ein Plus von 0,46 Prozent.

Der Grund für den gestrigen Kursrutsch: Die Nachfrage nach Goldinvestments fiel geringer aus. So meldete der SPDR Gold Trust, der weltgrößte börsengehandelte Fonds mit Goldhinterlegung, eine geringere Nachfrage. Der Bestand des vor allem bei institutionellen Investoren beliebten Fonds sank am Dienstag um 0,3 Prozent auf 1.271 Tonnen.

Zudem sinkt die bereits in den vergangenen Monaten extrem schwache Nachfrage der Schwellenländer nach dem gelben Edelmetall. Indiens Goldeinfuhren fielen im September im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten, teilte eine Regierungsquelle am Dienstag mit.

Aus technischer Sicht befindet sich der Goldpreis seit Anfang August mit dem bisherigen Allzeithoch bei 2.072 Dollar im Konsolidierungsmodus. Dabei ist die Marke von 1800 Dollar wichtig, dieses Level ist weiter als strategische Absicherung von bestehenden Engagements prädestiniert. Solange sich die beschriebene Phase des Luftholens oberhalb der 1.800er-Marke vollzieht, ist das Kräftesammeln als grundsätzlich gesund zu bezeichnen.

Die Konsolidierung wäre beendet, wenn der Goldpreis auf über 1928 Dollar steigen sollte. Dort liegt unter anderem auch die Durchschnittslinie der letzten 38 Tage.

Die türkische Lira erreichte am Mittwoch einen neuen Rekordtiefstand gegenüber dem Dollar und dem Euro. Anlass sind Spekulationen über mögliche US-Sanktionen, die angespannten Beziehungen zur Europäischen Union und den anhaltenden Kaukasus-Konflikt ausgelöst wurde.

Bedenken über mögliche US-Sanktionen tauchten wieder auf, nachdem der Wirtschaftsnachrichten-Dienst Bloomberg am Dienstag berichtete, dass der Nato-Partner Ankara mit dem Test des russischen Raketenabwehrsystems S-400 beginnen werde. Das dürfte die USA verärgern.

Die türkische Lira erreichte am heutigen Mittwoch ein Rekordtief von 7,88 gegenüber der US-Währung. Gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung liegt der neue Rekordwert bei 9,276 Lira.

Die überraschende Zinserhöhung der türkischen Zentralbank (TCMB) Ende September um zwei Prozentpunkte auf 10,25 Prozent zeigt offenbar keine Wirkung. Denn der Realzins der Türkei (Zinssatz abzüglich Inflation) bleibt negativ. Zusammen mit dem höheren Leistungsbilanzdefizit ist das für den Lira-Wechselkurs negativ.

Mit dem Verfall der Währung geht auch ein Anstieg der Risikoprämie einher. Die Höhe der Kreditausfallversicherungen bei türkischen Staatsanleihen (Fachjargon: credit default swaps, cds), um sich vor der Insolvenz des Staates abzusichern, stieg deutlich.

Mittlerweile müssen Investoren für eine fünfjährige Staatsanleihe jährlich 5,19 Prozent zahlen, um sich abzusichern. Beim gestrigen Marktschluss lag dieser Wert noch bei 5,02 Prozent. Zum Vergleich: Der CDS-Wert für bundesdeutsche Staatsanleihen mit einem Laufzeit von fünf Jahren liegt bei 0,12 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Derzeit hängen die deutschen Standardwerte im Bereich der 50-Tages-Linie fest, die aktuell bei 12.887 Punkten liegt. Diese Linie gibt den mittelfristigen Trend vor.

Auf der Unterseite ist eine kleine Aufwärtskurslücke vom Anfang der Woche von Bedeutung. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Konkret: 12.690 war der höchste Stand am Freitag, 12.728 der tiefste Kurs am Montag.

Kurzfristig agierende Anleger könnten die Lücke als Stop-Loss-Marke nehmen. Laut Charttechnik sind Aufwärtskurslücken wichtige Unterstützungen.

Auf der Oberseite ist die Abwärtskurslücke von Mitte September zu beachten. Solche Abwärtskurslücken entstehen, wenn der tiefste Punkt eines Handelstags über der höchsten Notierung des Folgetags liegt.

Laut Chartanalyse gilt dies als wichtiger Widerstand. Im konkreten Fall wäre dieser Widerstand überwunden, wenn der Dax über 13.036 Zähler klettern würde.

Verwandte Themen
Dax
Infineon
Covestro
USA
Türkei
Türkische Lira

Wir definieren eine nachhaltige Rückeroberung der Marke von 13.000 Punkten als Startschuss für die klassische Wahlrally beziehungsweise als Steilvorlage für eine verfrühte Jahresendrally“, schrieben die technischen Analysten der Bank HSBC am Montag dieser Woche.

Sollte das Börsenbarometer allerdings unter die Marke von rund 12.200 Zählern fallen, wäre der gesamte positive Trend aus charttechnischer Sicht in Gefahr. Dort liegt unter anderem mit 12.168 Punkten die für langfristige Investoren wichtige 200-Tage-Linie.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt