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Dax aktuell Dax schließt im Plus – Anstieg der US-Renditen belastet nur zeitweise

Die Anleger haben am Mittwoch bei deutschen Aktien die zuletzt spürbaren Sorgen vor einer steigenden Inflation wieder etwas verdrängt.
24.02.2021 - 17:59 Uhr 1 Kommentar
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Mittwoch erholt. Bis zum Handelsende legte der Dax 0,8 Prozent auf 13.976 Punkte zu. Der Versuch, die Marke von 14.000 Punkten zu überwinden, scheiterte somit nur knapp. Mit den steigenden US-Renditen hatte der Dax zuvor im Handelsverlauf einen Teil seiner Gewinne abgegeben.

Der gestrige Handelstag war eine turbulente Achterbahnfahrt, die mit einem regelrechten Kursrutsch um mehr als 320 Punkte begann und mit einem Minus von 0,6 Prozent sowie einem Schlussstand von 13.864 Zählern endete. Verdeutlicht wurde auch die Bedeutung der kurzfristigen Unterstützungsmarke von 13.800 Punkten. Dem Dax gelang es interessanterweise, diese Marke per Tagesschlusskurs zu halten, obwohl er zwischenzeitlich auf 13.664 Zähler abgerutscht war.

Mit der Handelseröffnung des US-Anleihenmarktes stiegen am Mittwoch die Renditen der Staatsanleihen wieder deutlich. Für einen derartigen US-Bond mit einer Laufzeit von zehn Jahren belief sich dieser Wert zeitweise bei 1,435 Prozent. Dies ist der höchste Stand der vergangenen zwölf Monate.

Der Anstieg der Anleiherenditen spiegelt weitgehend die Erwartungen der Anleger wider, dass eine starke wirtschaftliche Erholung vor der Tür steht. Eine solche könnte die Zentralbanken jedoch auch zwingen, ihre geldpolitischen Anreize zu streichen, was vor allem wachstumsstarke Technologieaktien wie Facebook, Apple und Amazon belastet.

Im Laufe des heutigen Handelstages am deutschen Markt setzt sich entsprechend die sogenannte „Old Economy“ durch. Im Dax führten Werte wie MTU, Heidelberg Cement und Bayer die Gewinnerliste an, der größte Verlierer ist mit einem Minus von rund drei Prozent das Papier des Essenslieferanten Delivery Hero.

Der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen legte um 0,5 Prozent auf 31.758 Punkte zu. Zu den Gewinnern zählten unter anderem Aareal Bank, Wacker Chemie sowie Fraport und Deutsche Lufthansa. Die Aktien des Flughafenbetreibers und der Kranich-Airline konnten bereits am gestrigen Dienstag deutliche Kurszuwächse erzielen.

Grafik

Die kommenden Handelstage dürften zeigen, wie der Kursrutsch am Dienstag zu deuten ist: Möglicherweise haben nur die „zittrigen Hände“ verkauft, wie Börsenaltmeister André Kostolany die Investoren nannte, die nicht von steigenden Kursen überzeugt sind. In diesem Fall dürften anschließend wenige Käufer genügen, damit die Kurse wieder steigen.

Möglich ist jedoch auch, dass der gestrige Handelstag der Beginn einer länger anhaltenden Korrektur war. Das könnte dazu führen, dass der Dax auch wieder unter die wichtige technische Unterstützung von 13.500 Punkten rutscht.

Ein Blick zurück auf die Prognose der Charttechnik für das Börsenjahr 2021 spricht für weiter steigende Kurse. Das Handelsblatt-Chartgespräch mit drei technischen Analysten im Januar dieses Jahres ergab: Die Experten erwarten, dass der Dax in den kommenden Monaten auf mindestens 15.000 Punkte klettern wird.

Zu diesem Szenario würde eine länger anhaltende Dax-Korrektur eher nicht passen. Auch die kurzfristige Sicht der Anlegerstimmung, abgeleitet aus den wöchentlichen Umfrageergebnissen, spricht für bald wieder steigende Notierungen.

Der Aktienmarkt ist derzeit zweigeteilt. Technologiewerte werden verkauft, dafür kommen zyklische Werte in die Anlegerdepots. Das lässt sich auch am Kursverlauf der wichtigsten Indizes in den vergangenen Tagen deutlich ablesen und trifft sowohl für die deutschen als auch für die US-amerikanischen Börsen zu.

Der technologielastige TecDax hat seit seinem Rekordhoch am 16. Februar rund fünf Prozent verloren, am heutige Handelstag schließt er 0,2 Prozent niedriger. Der Dax hingegen, bestückt mit vielen konjunkturzyklischen Werten und wenigen Tech-Aktien, gab seitdem nur etwa ein Prozent nach. Ein ähnliches Bild zeigt der Chartvergleich zwischen dem industrielastigen Dow Jones und dem Technologieindex Nasdaq in den USA.

Positive Meldungen kommen von der Konjunktur. Deutschland ist etwas besser durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen als zunächst angenommen. Trotz des zweiten Lockdowns stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Zunächst hatten die Statistiker ein Plus von nur 0,1 Prozent errechnet. Im Gesamtjahr schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent statt wie bisher angenommen um 5,0 Prozent.

Blick auf die Einzelwerte

Aareal Bank: Die auf Finanzierungen von Büros und Hotels spezialisierte Bank sieht nach einem Verlust im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen am Horizont. Für 2021 sei ein Betriebsergebnis in einer Spanne von 100 bis 175 Millionen Euro zu erwarten. Die Aktie steigt bis zum Handelsende um 16,8 Prozent.

Knorr-Bremse: Die Aktien des Lkw- und Bahn-Zulieferers Knorr-Bremse schließen 1,7 Prozent niedriger, nachdem gestern der Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele gestorben ist. Es sei nicht auszuschließen, dass es noch Übernahmespekulationen geben könnte, sagt ein Händler.

Corestate: Die Coronakrise hat die Immobilienfirma überraschend in die roten Zahlen gedrückt. Diese Nachricht lässt die Aktie um mehr als neun Prozent einbrechen. 2020 sei ein bereinigter Konzernverlust von 48 Millionen Euro angefallen. „Dauer und Stärke der zweiten Welle der Pandemie führen in einigen Segmenten zu deutlichen Bewertungsabschlägen“, erklärte Vorstandschef René Parmantier. Betroffen gewesen seien etwa Büro- und Handelsimmobilien. Corestate hatte zuletzt noch einen Gewinn von 25 bis 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Patrizia Immobilien: Der Immobilien-Investor Patrizia Immobilien hat in der Corona-Krise Federn gelassen. Das operative Ergebnis gab 2020 um 13,4 Prozent auf 116,5 Millionen Euro nach, wie der Augsburger Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor allem die Einnahmen aus Transaktionsgebühren sanken - diese lagen um 26,4 Prozent unter denen des Vorjahres. Die Aktie gab um mehr als fünf Prozent nach.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Derzeit hängt der deutsche Leitindex zwischen zwei Kurslücken: Am vergangenen Mittwoch wurde im Vergleich zu den Notierungen vom Dienstag eine kleine Abwärtskurslücke aufgerissen, zwischen 14.050 Punkten und 14.036 Zählern gab es zu regulären Handelszeiten keine Notierung. Diese Lücke gilt nun als erster Widerstand, sollte der Dax wieder über die Marke von 14.000 Punkten steigen.

Auf der Unterseite ist immer noch die Aufwärtskurslücke von Ende Januar zu einem geringen Teil intakt. Solche Aufwärtskurslücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Das gilt umgekehrt bei Abwärtskurslücken.

Diese Aufwärtskurslücke in Zahlen: Am Montag vergangener Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.648 Zählern, die niedrigste Notierung am Dienstag vergangener Woche bei 13.693 Punkten. Mit dem gestrigen Tagestief bei 13.664 Zählern ist diese Lücke aber auf 16 Punkte zusammengeschmolzen.

Nur knapp darunter liegt mit 13.500 Zählern die aus charttechnischer Sicht noch wichtigere Unterstützung. Diese Marke bildete im vergangenen Jahr monatelang einen Widerstand, der erst im Dezember überwunden werden konnte. Deswegen ist aus dem Widerstand eine Unterstützung geworden. Diese hat der Leitindex in diesem Jahr nur einmal zum Handelsschluss unterschritten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell: Dax schließt im Plus – Anstieg der US-Renditen belastet nur zeitweise"

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  • Interessant ist ja an den letzten Tagen, dass vor allem viele "schicke Werte", wie z.B. Tesla, massiv abgegeben haben, woran man aber auch gut sehen kann, wieviel Geld in dem Markt unterwegs ist. Vor diesem Hintergrund haben die eher konventiontionellen Werte im DAX, wie z.B. BASF eher Nachholbedarf, was man auch daran sehen kann, dass die sich in den letzten Tage relativ stabil gehalten haben, daher würde ich eher da eher von steigenden Kursen ausgehen.

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