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Dax aktuellDax verpasst neuen Rekord denkbar knapp

Im deutschen Leitindex bleibt ein erneuter Angriff auf das Rekordhoch aus. Am „Hexensabbat“ ist vor allem die Aktie von Hellofresh gefragt.Leonidas Exuzidis 19.12.2020 - 17:29 Uhr Artikel anhören

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Ausbruch nach oben ist am Freitag geglückt, doch die Rekordmarke erweist sich als vorerst zu höhe Hürde am deutschen Aktienmarkt. Der Dax beendete den Handel vor dem Wochenende beim Stand von 13.631 Punkten und damit 0,3 Prozent unter dem Schlusskurs von Donnerstag.

Dennoch: Das Allzeithoch von 13.795 Punkten ist nicht mehr weit entfernt. Zwischenzeitlich, kurz nach Handelsbeginn am Freitag, war der Dax nur noch 20 Punkte entfernt. Anschließend hat sich das Handelsgeschehen merklich beruhigt. Die Handelsspanne betrug 150 Zähler.

Es spricht einiges dafür, dass die bisherige Rekordmarke kurz- bis mittelfristig erreicht wird. Anleger reagieren erfreut über den nahenden Impfstoff-Start in der Europäischen Union (EU) und die damit verbundene Aussicht auf eine konjunkturelle Erholung. Sollte sich dieser positive mittelfristige Trend fortsetzen, dürfte bald ein neuer Maximalwert erreicht werden.

Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, signalisiert Besserung. Trotz des Lockdowns kletterte der Index im Dezember entgegen der Erwartung von Ökonomen auf 92,1 Punkte von 90,9 Zählern im Vormonat. Dies war der erste Anstieg nach zwei Rückgängen in Folge. Von den anhaltend hohen Fall- und Todeszahlen in der Pandemie sowie dem erneuten harten Lockdown zeigen sich die Aktienmärkte weiter unbeeindruckt..

Unterm Strich war die nun endende Handelswoche eine erfolgreiche. Die Frankfurter Benchmark hat ihre wochenlange Seitwärtsbewegung beendet und damit die Annäherung an das Rekordhoch eingeleitet. Zuvor hatte der Dax fünf Wochen lang zwischen 13.005 Punkten auf der Unter- und 13.454 Punkten auf der Oberseite notiert.

Während seiner mehrwöchigen Seitwärtsbewegung lag die Kaufbereitschaft der Investoren auf einem relativ hohen Niveau. Zwischenzeitlich jedoch hatten Anleger – Profis und Private – die Geduld verloren und verkauft. Das wird ihnen nun zum Verhängnis. Ihr Wiedereinstieg zu höheren Preisen dürfte einer der jüngsten Kurstreiber sein, ebenso die erhöhte Nachfrage von Anlegern aus dem Ausland.

Wirkung der „Hexen“ kaum sichtbar

Überraschend gering waren die Schwankungen am Freitag: Zwischen Höchst- und Tiefststand des Dax lagen am Freitag gerade einmal 150 Punkte. Erstaunlich, denn es war „Hexensabbat“ an den Börsen. Jeden dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember laufen an den weltweiten Börsen viele Termingeschäfte aus. Konkret heißt dies: Für alle Optionen, Futures und andere Produkte auf dem Terminmarkt – sowohl auf Indizes wie auch auf Einzelaktien – werden am „Hexensabbat“ die Abrechnungspreise ermittelt, sodass Investoren die Positionen in ihren Portfolios glattstellen können.

Zur Mittagszeit um zwölf Uhr sind zunächst die Index-Optionen und -Futures der europäischen Aktienindizes Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 an der Terminbörse Eurex verfallen. Die Abrechnungspreise für Terminkontrakte auf den Dax und MDax wurden um 13 Uhr festgestellt, gegen Handelsschluss laufen die Optionen und Futures auf Einzelaktien aus. Dies gilt zudem nicht nur für die Eurex, sondern für die meisten großen Börsen weltweit.

Am „Hexensabbat“ versuchen institutionelle Investoren wie etwa Fonds- oder Vermögensverwalter deshalb, die Kurse der Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Sie wollen die Kurse auf das Niveau steuern, zu dem sie an den Terminbörsen engagiert sind.

In der Folge kann es zu deutlichen Schwankungen kommen, obwohl sich die fundamentalen Rahmenbedingungen nicht verändert haben. In der Vergangenheit konnte man beobachten, dass an diesen Verfallstagen kurzfristige Aufwärtsbewegungen gestoppt wurden – nicht auszuschließen, dass dieser Einfluss auch am Freitag erfolgte.

Ein Blick auf die aktuelle Positionierung der Profis zeigt: Ein Dax-Niveau von 13.000 Punkten wäre sowohl für Investoren, die an steigende Kurse glauben, wie auch jene, die auf fallende Bewertungen setzen, halbwegs akzeptabel.

Erhebliche Verluste drohen aber vor allem den Pessimisten: Viele sogenannte Put-Optionen auf den Dax, mit denen Investoren auf fallende Kurse spekulieren, beziehen sich auf Niveaus, die weit unterhalb des aktuellen Stands liegen: beispielsweise auf 12.000, 11.500 und 11.000 Punkte. Diesen Put-Inhabern drohen daher erhebliche Verluste. Inhaber sogenannter Call-Optionen, die auf einen steigenden Dax gesetzt hatten, würden hingegen profitieren.

Hoffnung auf Stimulus in den USA

Als weitere Stütze auch für den deutschen Aktienmarkt dient die Annäherung zwischen Demokraten und Republikanern hinsichtlich eines Konjunkturpakets in den USA. Nach monatelanger Diskussion mehren sich die Anzeichen, dass sich beide Parteien auf ein Hilfspaket im Volumen von 900 Milliarden Dollar einigen können. Kongressmitglieder signalisierten in den vergangenen Tagen erneute Annäherung.

Die dadurch ausgelöste positive Marktstimmung an der Wall Street, wo die drei großen Indizes am Donnerstag einmal mehr neue Höchststände erreichten, übertrug sich auf den deutschen Markt. Am Freitag allerdings ging es im Frühhandel an der Wall Street nach unten.

Einzelwerte im Fokus

Hellofresh: Die britische Bank Barclays hebt ihr Kursziel für die Hellofresh-Aktie auf 70 Euro an. In der Folge baut der Kochboxen-Versender seine Kursgewinne im MDax kontinuierlich aus. Zuletzt stand ein Plus von fast sechs Prozent auf 62 Euro zu Buche.

1&1 Drillisch: Die im SDax gelisteten Titel legen 3,4 Prozent zu. Sie reagieren damit auf ein wohlwollend bestätigtes Schiedsgutachten im Streit mit Telefonica Deutschland um den Netzzugang. Der Schiedsgutachter entschied, dass die von Telefonica im Dezember 2018 geltend gemachte Preiserhöhung im geprüften Zeitraum (2016 bis 2020) in voller Höhe unberechtigt ist und damit zu keiner Zahlungsverpflichtung führt, wie Drillisch mitteilte. Die Papiere der Muttergesellschaft von 1&1, United Internet, gewannen im MDax 4,6 Prozent.

Telefonica Deutschland: Der Konzern hob nach dem Entscheid darauf ab, dass die Optionen für eine künftige Kostenbeteiligung von 1&1 Drillisch bestehen bleiben. Ab 2021 sei man berechtigt, entsprechende Überprüfungen einer Kostenbeteiligung auf Basis des Gutachtens zu beantragen. Der Anteilsschein kletterte um 1,8 Prozent.

Fraport: Die konjunktursensiblen Aktien des Flughafenbetreibers gehörten mit Verlusten von gut drei Prozent zu den größten Verlierern im MDax. Fraport-Papiere gehörten in den vergangenen Wochen zu den Gewinnern. Sie legten in den letzten drei Monaten fast 30 Prozent zu.

Britisches Pfund gibt nach

Deal or no Deal? Bei den Verhandlungen zwischen der Europäischen Union (EU) und Großbritannien schlägt inzwischen „die Stunde der Wahrheit“, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier, man habe „nur noch sehr wenig Zeit“. Es gibt keine Hinweise auf eine Einigung – Experten rechnen dann mit höheren Zöllen auf viele Produkte sowie langen Wartezeiten an der Grenze.

Am Devisenmarkt verbilligt sich die britische Währung um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 1,35 Dollar beziehungsweise 1,10 Euro. An den Aktienmärkten spielt der Brexit aber seit längerer Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Eine Einigung in letzter Minute dürfte nur wenig positiven Einfluss haben. Sollten die Verhandlungen jedoch scheitern – und zwar endgültig – könnte so mancher Anleger letztlich doch danebengelegen haben.

Was die Charttechnik sagt

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Die mehrwöchige Seitwärtsbewegung ist seit Mittwoch Geschichte. Nach mehreren vergeblichen Anläufen gelang es dem Dax, die Strukturmarke von 13.460 Zählern zu durchbrechen. Dort lag bis zum gestrigen Handelstag das Corona-Hoch – der höchste Kurs seit dem Corona-Crash Mitte März.

Auf der Oberseite hat der Dax mittlerweile weitere Widerstände durchbrochen. Der höchste Tagesstand bei 13.774 Punkten liegt sehr nahe an der bisherigen Rekordmarke von 13.795 Punkten. Die Charttechniker der Helaba sehen dazwischen lediglich einen weiteren Widerstand bei 13.779 Punkten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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