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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Dow Jones schließt im Plus – Tech-Werte gefragt

Die Sorge über steigende Corona-Infektionszahlen und zunehmende Spannungen mit China beschäftigen US-Anleger. Trotzdem greifen sie besonders bei Tech-Aktien zu.Judith Henke 08.07.2020 - 22:59 Uhr aktualisiert

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.

Foto: dpa

Düsseldorf. Spannungen zwischen Washington und Peking und Sorgen wegen steigender Corona-Neuinfektionen lassen US-Anleger zaudern, mehrmals rutscht der Dow-Jones-Index der Standardwerte ins Minus, konnte zum Schluss aber dennoch zulegen. Der US-Leitindex gewann 0,7 Prozent auf 26.067,28 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,4 Prozent auf 10.492,50 Punkte vor, und der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent auf 3.169,94 Punkte zu.

Technologiewerte bleiben weiterhin gefragt. Einige Technologieunternehmen verzeichnen weiterhin Gewinne, so gehören Apple und Microsoft mit Gewinnen bis zu 2,3 Prozent zu den besten Performern im S&P 500-Index. „Die Menschen debattieren darüber, ob der Tiefpunkt in der Wirtschaft tatsächlich erreicht ist oder nicht, also halten sie an Wachstumswerten fest, und das ist Technologie“, sagte Portfolio-Manager Robert Pavlik vom Vermögensverwalter SlateStone Wealth.

Unterdessen nehmen die Spannungen zwischen den USA und China weiter zu. Denn die US-Regierung hat im diplomatischen Konflikt mit China nachgelegt: Bestimmte Funktionäre der Volksrepublik könnten fortan nur eingeschränkt oder gar nicht in die Vereinigten Staaten einreisen, gab Außenminister Mike Pompeo am Dienstag bekannt.

Betroffen seien chinesische Behördenvertreter, die ihrerseits den Zugang von Ausländern nach Tibet beschränkten. Pompeo warf der Führung in Peking vor, systematisch die Einreise von ausländischen Diplomaten, Reportern und Touristen in die autonome chinesische Region zu behindern.

In Tibet führt Peking nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten schon seit Jahrzehnten eine Kampagne zur Unterdrückung der lokalen Kultur, der buddhistischen Religion und örtlicher Minderheiten.

Zudem hat nun eine Woche nach dem Inkrafttreten des umstrittenen Sicherheitsgesetzes ein chinesisches Sicherheitsbüro in Hongkong offiziell seine Arbeit aufgenommen. Es ist dafür zuständig, die Umsetzung des neuen Gesetzes zu überwachen und auf die Hongkonger Regierung Einfluss zu nehmen.

Auch können Mitarbeiter mit Zustimmung der Hongkonger Regierungschefin Kommunikation von Verdächtigten abfangen und verdeckt ermitteln. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge denkt die Regierung in Washington darüber nach, wegen des Streits um das Sicherheitsgesetz für Hongkong den dortigen Instituten den Zugang zur US-Währung zu beschneiden.

Neben den diplomatischen Konflikten zwischen USA und China dürften auch weiterhin Corona-Sorgen die Anleger verunsichern. Inzwischen hat die Zahl der Corona-Infektionen die Schwelle von drei Millionen überschritten.

Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60 000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Mittwoch lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 60 021.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, hält allerdings einen zweiten landesweiten Shutdown nicht für nötig. Das wäre ein großer Fehler, sagt Kudlow in einem CNBC-Interview. Er könne negative wirtschaftliche Folgen durch Coronavirus-Einschränkungen in einzelnen Bundesstaaten aber nicht ausschließen.

Die Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit jedoch auch immer stärker auf die potenziellen Problemen für die Wirtschaftserholung, sagte Peter Cardillo, Chefmarktökonom beim Vermögensverwalter Spartan Capital Securities in New York. In Europa hatten sich die Anleger deswegen zurückgezogen. Der Dax fiel um ein Prozent und ging mit 12.494 Punkten aus dem Handel.

Blick auf die Einzelwerte

Starke Nachfrage gab es nach Gold. Die "Antikrisen-Währung" übersprang erstmals seit knapp neun Jahren die wichtige Marke von 1800 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und stieg um 1,3 Prozent auf 1817 Dollar. "Wenn sich Gold weiter nach oben bewegt, ist das ein Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen beginnen, sich gegen Risiken abzusichern, und das könnte künftig zulasten von Aktien gehen", sagte Cardillo.

Aktien des Biotechkonzerns Biogen sprangen um mehr als vier Prozent nach oben. Der Konzern hat einen Zulassungsantrag für sein Alzheimer-Mittel Aducanumab bei der Gesundheitsbehörde FDA eingereicht. Eine Therapie gegen die Krankheit könnte für jedes Unternehmen ein Multi-Milliardengeschäft werden.

Ein Quartalsverlust und ein trüber Ausblick setzen Levi Strauss zu. Die Aktien des Jeans-Herstellers fielen um mehr als acht Prozent. Wegen der Coronavirus-Krise müsse auch im zweiten Halbjahr mit einem schwachen Geschäft und anhaltendem Margendruck gerechnet werden.

Die Hoffnung auf einen Ausweg aus der Finanzmisere für AMC Entertainment treibt die Aktien an der Wall Street um mehr als sieben Prozent in die Höhe. Der wegen der Pandemie ins Straucheln geratene weltgrößte Kinobetreiber steht einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge vor einer vom Finanzinvestor Silver Lake unterstützen Restrukturierung, die eine drohende Zahlungsunfähigkeit verhindern würde. Ein Abkommen könnte dem Bericht zufolge in den nächsten Tagen verkündet werden und sehe vor, dass Anleihegläubiger ihre Forderungen für einen Rabatt in neue Schuldpapiere umtauschen könnten. AMC-Aktien haben seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent verloren.

Unternehmensseitig im Fokus standen an diesem Tag einige Übernahmen. So kündigte der Versicherungsriese Allstate die einvernehmliche Übernahme seines Konkurrenten National General (NGHC) für rund 4 Milliarden US-Dollar an. Während daraufhin die Allstate-Aktien im S&P 100 um knapp 5 Prozent nachgaben, schnellten die von NGHC um fast 66 Prozent hoch. IBM indes reagierten mit plus 0,1 Prozent kaum darauf, dass der IT-Konzern das brasilianische Software-Unternehmen WDG kauft. Finanzielle Details wurden allerdings nicht genannt. Zudem verleibt sich der Anbieter von Bürokommunikation Slack Technologies das Start-Up Rimeto ein. RBC sieht den Zugriff auf Daten als Kernfaktor dieser Übernahme an und hält den Schritt langfristig als weiteren Baustein zur Stärkung der Position von Slack. Die Aktie zog um knapp 9 Prozent an.

Alibaba sprangen ebenfalls um knapp 9 Prozent hoch. Am Markt wurde auf einen Medienbericht verwiesen, dem zufolge der chinesische Online-Händler seine Tochter Ant Financial Services Group an die Börse in Hongkong bringen wolle. Alibaba habe sich zu diesen Spekulationen jedoch bislang nicht geäußert, hieß es.

Der Versicherer Alcoa machte vorläufige Aussagen zu seinem zweiten Quartal, die Börsianern zufolge positiv überraschten. Doch die anfänglichen Kursgewinne verflüchtigten sich rasch. Die Aktie gab zuletzt sogar um 1,3 Prozent nach.

Ein neues Rekordhoch erklomm die Apple-Aktie, die als einer der Spitzenwerte im Dow um 2,3 Prozent auf etwas über 381 Dollar stieg. Der iPhone-Hersteller öffnet nun auch in Europa den Zugang zu Original-Ersatzteilen. Künftig werden auch freie Werkstätten Akkus, Bildschirme und andere Ersatzteile für iPhones aus Konzernbeständen verwenden können.

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An der Nasdaq erreichte außerdem der Anteilsschein von Amazon ein neues Hoch und schlossen um 2,7 Prozent höher bei etwas über 3081 Dollar. Netflix, mit zeitweise rund 505 Dollar ebenfalls mit neuem Rekordhoch, stiegen letztlich um 1,9 Prozent auf knapp unter 503 Dollar.

Mit Agenturmaterial

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