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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Schwierige Verhandlungen über Corona-Hilfen belasten US-Börsen

Die Republikaner haben ein billionenschweres Hilfspaket vorgelegt – und stoßen damit auf Kritik. Auch schwache Quartalszahlen ziehen die Märkte ins Minus. 28.07.2020 - 22:53 Uhr aktualisiert

Am Mittwoch übernahmen an der Wall Street die Bullen die Führung.

Foto: AFP

New York. Der Streit über ein weiteres Corona-Hilfspaket für die angeschlagene US-Wirtschaft drückt den Anlegern an der Wall Street auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Dienstag 0,8 Prozent nach auf 26.379,28 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 lag 0,6 Prozent schwächer bei 3218,54 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,3 Prozent auf 10.402,09 Punkte.

Die Republikaner im US-Senat haben am Montag zwar ein mit dem Präsidialamt zusammen erarbeitetes Hilfspaket im Volumen von einer Billion Dollar vorgelegt. Doch der Vorschlag stieß bei den oppositionellen Demokraten und bei einigen Republikanern unmittelbar auf Kritik.

Die Zeit ist knapp, am Freitag läuft die Sonder-Arbeitslosenunterstützung des Bundes aus. „Wir brauchen einen gewaltigen Kompromiss von beiden Parteien, um irgendein Paket zu kriegen“, sagte Mark Luschini, Chefstratege beim Finanzdienstleister Janney Montgomery Scott. Im August stünden zudem die Kongress-Ferien an. „Es ist besonders kritisch zu diesem Zeitpunkt, weil der Markt seine Stärke aus der Großzügigkeit von Regierungen und Notenbanken gewinnt.“

Angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie verlängert die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die von ihr in der Krise aufgelegten Programme zum Ankauf von Anleihen. Anstatt bis Ende September werden diese nun bis Jahresende weitergeführt, wie die Notenbank am Dienstag erklärte. Dies sorge für Planungssicherheit und stelle sicher, dass die Programme weiter zur Verfügung stünden, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen, hieß es weiter.

Zentralbankchef Jerome Powell sollte im Anschluss an die zweitägigen Beratungen des Geldmarktausschusses am Mittwoch vor die Presse treten und dessen Entscheidungen erläutern. Analysten hatten im Vorfeld der Sitzung angesichts der anhaltenden Pandemie bereits mit einer Verlängerung der Krisenprogramme der Fed gerechnet.

Die Fed hat ihren Leitzins dieses Jahr bereits auf fast null gesenkt, ihre Anleihenkäufe vervielfacht und weitreichende Kreditprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte und die reale Wirtschaft zu stabilisieren. Experten zufolge sind die seit Ende Februar in kürzester Stoßzeit angekündigten Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

An der Börse sorgten neben der Geldpolitik auch die Geschäftszahlen der Firmen für Gesprächsstoff. „Diese Berichtssaison ist ein klassisches Beispiel, in dem das Management die Erwartungen im Sand verbuddelt und die Analysten mitspielen“, sagte Mike Zigmont, Chefanalyst bei Harvest Volatility Management.

„Es geht vor allem darum, die Erwartungen zu übertreffen, und wenn die Firmen das nicht schaffen, ist das eine Geschichte, weil es so selten ist.“ Von den 130 S&P-Firmen, die ihre Zahlen vorgelegt haben, haben 80 Prozent ihre gesenkten Gewinnerwartungen übertroffen, wie aus Refinitiv-IBES-Daten hervorgeht.

Blick auf die Einzelwerte

3M: Schlusslicht im Dow waren die Aktien des Mischkonzerns 3M mit einem Minus von 4,8 Prozent. In der Krise brach die Nachfrage in den meisten Geschäftsbereichen ein; nur das Geschäft mit Atemschutzmasken und anderer Schutzausrüstung läuft gut. 3M ist der weltweit größte Hersteller von N95-Atemschutzmasken, die in der Corona-Krise gefragt sind.

McDonalds: Zu den Verlierern gehörten auch die Aktien von McDonalds mit einem Minus von 2,5 Prozent. Die Folgen der behördlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie lasten auf der Kette, Gewinn und Umsatz brachen im zweiten Quartal ein. Zahlreiche Restaurants konnten Kunden nur dann bedienen, wenn sie Essen im Auto entgegennahmen oder nach Hause bestellten.

Pfizer: Die Pfizer-Aktien legten dagegen vier Prozent zu und waren unangefochtener Spitzenreiter im Dow. Der Pharmakonzern hob seine Prognose angesichts der hohen Nachfrage nach Krebsmedikamenten und Blutverdünnern an. Pfizer und die Mainzer Biotech-Firma BioNTech hatten erst am Vorabend erklärt, einen Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus an bis zu 30.000 Menschen zu testen. Sollte das erfolgreich sein, könne bereits im Oktober eine Zulassung des Impfstoffs bei den Behörden beantragt werden.

Chiphersteller: An der Nasdaq sackten im Zuge der gedämpften Marktstimmung die Chipwerte allgemein wieder ab. Für NXP Semiconductors ging es um 4,2 Prozent bergab, andere Branchenwerte wie Qualcomm, Xilinx, Broadcom oder Micron folgten dem mit um bis zu drei Prozent nach unten.

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Tesla: Kasse machen war auch angesagt bei Tesla, die nach ihrem Vortagsanstieg wieder um 4,1 Prozent fielen. Das Analysehaus Bernstein Research hatte die Papiere des Elektroautobauers am Dienstag auf „Underperform“ abgestuft. Analyst Toni Sacconaghi schrieb in seiner Studie, es falle ihm schwer, die hohe Bewertung der Papiere zu rechtfertigen - selbst unter den optimistischsten Annahmen.

Kodak: Ansonsten machten sich die Anleger von Eastman Kodak sprungartig Hoffnung auf eine neue Ertragsperle der einstigen Fotoausrüstungsikone. Die Aussicht, dass der Konzern von der US-Regierung einen Millionenkredit erhält, um Inhaltsstoffe für Medikamente zu produzieren, ließ die Papiere an der Nasdaq-Börse um das Dreifache nach oben springen.

rtr, dpa
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