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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Wall Street nach Berg- und Talfahrt weitgehend erholt – Tech-Sektor weiter unter Druck

Der Ausverkauf bei den Tech-Werten setzt sich zunächst weiter fort, einige Verluste können im Verlauf jedoch wieder gut gemacht werden. Es wird klar, was zuvor die Rally auslöste.
04.09.2020 Update: 04.09.2020 - 23:07 Uhr Kommentieren
Blick auf das Börsengebäude in New York. Quelle: AP
Wall Street in New York

Blick auf das Börsengebäude in New York.

(Foto: AP)

Frankfurt, New York Die US-Börsen haben am Freitag nach einer neuerlichen Berg- und Talfahrt spürbar erholt geschlossen. Der Dow Jones Industrial beendete den für Anleger zeitweise nervenaufreibenden Handelstag letztlich mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 28.133 Punkte. Damit ergibt sich für das US-Börsenbarometer ein Wochenverlust von 1,8 Prozent.

Robuste Arbeitsmarktdaten für August hatten zunächst für einen freundlichen Start gesorgt. Doch bald schon folgte der Dow der technologielastigen Nasdaq-Börse in die Verlustzone, wo er unter die Marke von 28.000 Punkte sackte und bis zu 2,2 Prozent einbüßte. Im späten Handel setzte dann vor dem durch einen Feiertag verlängerten Wochenende die Erholung ein. Am Montag findet in den USA wegen des Labor Day kein Aktienhandel statt.

Der den breiten Markt widerspiegelnde S&P 500 gab am Freitag um 0,8 Prozent auf 3.427 Punkte nach. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,3 Prozent auf 11.313 Zähler, womit sich für ihn ein Wochenverlust von 3,1 Prozent ergibt. Sowohl der Nasdaq 100 als auch der S&P 500 hatten allerdings erst am Mittwoch nach einer wochenlangen, nahezu ungebrochenen Rally neue Rekordstände erreicht.

Erfreuliche Arbeitsmarktdaten

In den USA ist die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im August um 1,37 Millionen gestiegen – und damit in etwa so stark wie erwartet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel überraschend deutlich von 10,2 Prozent auf 8,4 Prozent Analysten hatten einen Rückgang auf etwa zehn Prozent erwartet.

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    „Die Daten zeigen einen sich verbessernden Arbeitsmarkt, der den Konsum unterstützt, aber noch weit von den Niveaus vor dem Corona-Ausbruch entfernt ist“, fasste Marktstratege Sameer Samana vom Wells Fargo Investment Institute zusammen.

    „Die Börsianer dürfen erst einmal aufatmen“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Die US-Unternehmen holen weiterhin Arbeiter zurück, aber eben in langsamerem Tempo.“

    Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt aber trotz einer sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung sehr angespannt. Gut 29 Millionen Menschen beziehen eine Form von Arbeitslosengeld, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. In der Woche bis einschließlich 29. August stellten demnach knapp 900.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe.

    Die Anträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider. Vor der Zuspitzung der Pandemie im März war die Zahl der Neuanträge nur sehr selten über 100.000 gestiegen.

    Achterbahnfahrt bei den Tech-Werten

    Die Kursentwicklung der Tech-Aktien hat das am Freitag nicht beruhigen können. Bereits am Donnerstag hatte der US-Aktienmarkt deutliche Verluste verzeichnen müssen. Der Nasdaq schloss fünf Prozent schwächer bei 11.458 Punkten. Für den Aktienmarkt insgesamt war es der schlechteste Tag seit Juni. Vor allem Technologie-Werte waren am Donnerstag abgerutscht. Die FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google) hatten vier bis acht Prozent eingebüßt.

    Einen Tag nach dem Ausverkauf bei großen Tech-Werten blieb die Stimmung daher auch trotz der Konjunkturnachrichten angespannt. „Heute wird sich zeigen, ob dahinter mehr steckt oder ob es nur eine Eintagsfliege war“, sagte Stratege Robert Pavlik vom Vermögensverwalter SlateStone Wealth in New York. Marktschwergewichte wie Microsoft, Amazon.com und Facebook gaben am Freitag bis zu 2,8 Prozent nach.

    Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets, sprach von einem „Realitäts-Check für die sorglosen US-Tech-Investoren.“ Nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen werde den Marktteilnehmern klar, dass es eben nicht um Kurssteigerungen zum Selbstzweck gehe, „sondern hier sind Unternehmen, die überleben und investieren müssen.“ Seit März hatte der Sektor rund 80 Prozent zugelegt.

    Die Geschäftsaussichten für die Branchen-Riesen seien allerdings weiterhin gut und ein Kursrücksetzer bis zu einem gewissen Grad nicht verwunderlich, sagte Eric Papesh vom Investmenthaus T.Rowe Price. „Wir sind der Meinung, dass sie durch solide Fundamentaldaten untermauert werden – einschließlich Verbesserungen des Cashflows, der Einnahmen, der Erträge und der Gewinnspannen.“

    Hinter der Kursrally der Tech-Aktien in den Wochen vor dem aktuellen Rückgang soll Medienberichten zufolge der japanische Investor Softbank gesteckt haben. Softbank soll massive Optionenkäufe getätigt und damit den Markt nach oben getrieben haben, berichten Wall Street Journal und Financial Times. Dabei ging es um Call-Optionen, also Optionen auf den Kauf von Aktien zu einem vorher festgelegten Preis, dem Milliardenwerte gegenüber standen.

    Um sich abzusichern müssen Banken, die solche Calls verkaufen, sich mit den entsprechenden Aktien eindecken, um sie vorrätig zu haben, wenn der Kunde seine Optionen einlöst. Das heißt, dass Banken Technologieaktien in Milliardenhöhe gekauft und damit den Kurs selbst in die Höhe getrieben haben.

    El-Erian: Märkte könnten noch zehn Prozent fallen

    Aber nicht nur Softbank, sondern auch die vielen Kleinanleger, die in den USA dank günstiger Trading-Plattformen wie Schwab, E-Trade oder Robinhood zuletzt massiv investierten, haben zuletzt die Aktienkurse bekannter Marken steigen lassen. 

    Marktstrategin Sophie Huynh von Societé Generale sieht die aktuelle Lage gelassen und führt das jüngste Beben auch darauf zurück, dass Privatinvestoren, die aus dem Urlaub zurückkehren und ihre Depots anschauen, ein paar Profite mitnehmen. In einem Interview mit Bloomberg TV wies Huynh darauf hin, dass institutionelle Investoren ihre Positionierung nicht verändert hätten. Das Gesamtumfeld mit niedrigen Zinsen und hoher Liquidität habe sich nicht verändert, sie rechne daher nicht mit einem langfristigen Rückgang der Kurse.

    Nach Ansicht Mohamed El-Erians, Chefökonom der Allianz, könnte der Markt locker noch weitere „zehn Prozent fallen“, wenn die Menschen sich die Fundamentaldaten anschauen, sagte er in einem Interview mit dem Börsensender CNBC. Alles hänge von der Einstellung der Investoren ab. Wenn die sich auf einmal stärker für die Fundamentaldaten der Unternehmen und der Wirtschaft interessierten, fielen die Kurse. Sollten sie das – wie in den vergangenen Monaten – nicht tun, könnten die Kurse weiter hoch bleiben.

    Blick auf andere Assetklassen

    Am Devisenmarkt ging es für den Dollar nach den US-Daten aufwärts: Der Euro sackte im Gegenzug um 0,4 Prozent auf 1,18 Dollar ab. Der Goldpreis rutschte ins Minus und notierte 0,7 Prozent schwächer bei 1917 Dollar je Feinunze (31 Gramm).

    Kupfer verteuerte sich hingegen um 1,4 Prozent auf 6655 Dollar je Tonne. Das wichtige Industriemetall profitierte von der anziehenden Wirtschaft in China: Dort signalisierten die Einkaufsmanagerindizes in dieser Woche ein solides Wachstum. Zudem leerten sich die Lagerhäuser, schrieben die Experten von Fitch Solutions: „Wir glauben, dass die Lager bis Mitte Oktober weiter abgebaut werden können.“

    Blick auf Einzelwerte

    Apple: Nachdem im Dow die Anteilsscheine von Apple im Handelsverlauf zu den größten Verlierern gehört hatten, legte sie am Ende leicht um knapp 0,1 Prozent zu. Apple hatte vom Aktienboom nach dem Corona-Crash stark profitiert und sein vorheriges Hoch von 81 Dollar deutlich übertroffen. Aktuell ist eine Aktie 121 Dollar wert.

    Tesla: Für den Elektroautobauer ging es zum Börsenstart fast sieben Prozent abwärts. Damit ist das Papier in wenigen Tagen nun über 25 Prozent gefallen. Dem Preisverfall ging unter anderem das Misstrauen des bisher größten Tesla-Aktionärs, Baillie Giffor, voraus. Die Papiere des Elektroautobauers fanden im Verlauf jedoch zurück in den Gewinnzone und legten an zweiter Stelle im Auswahlindex 100 schließlich um 2,8 Prozent zu.

    Broadcom: Die Aktien von Broadcom waren Favorit mit plus 3,1 Prozent und profitierten von besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen. Das Halbleiterunternehmen, das zu den Zulieferern von Apple zählt, hatte am Donnerstag nach Handelsschluss sowohl mit seinen Kennziffern zum Umsatz und Gewinn positiv überrascht als auch einen zuversichtlichen Ausblick gegeben.

    JP Morgan: Angesichts zuletzt angezogener Anleiherenditen waren hingegen Finanzwerte im Aufwind. Titel von JP Morgan stiegen um 2,2 Prozent.

    Curevac: Die Papiere von Curevac gewannen im breiten Markt an der Nasdaq 11,5 Prozent. Für die Forschung an einem Corona-Impfstoff erhält das Tübinger Biotechunternehmen eine Finanzspritze des Bundes in Höhe von 252 Millionen Euro.

    Mit Agenturmaterial

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