Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Wenig Bewegung an der Wall Street – Airbnb gelingt größter Börsengang des Jahres
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange.
Foto: dpaNew York/Frankfurt/Bangalore. Die Hoffnung auf eine Verabschiedung eines Hilfspakets für die schwer unter der Corona-Pandemie leidende US-Wirtschaft hat größere Kursverluste an den US-Börsen verhindert.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Donnerstag 0,2 Prozent nach auf 29.999,26 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,1 Prozent auf 3668,08 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen um 0,5 Prozent auf 12.405,81 Punkte. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, die Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten im US-Senat machten "große Fortschritte". Sie dürften im Tagesverlauf fortgesetzt werden. "Der Markt ist sehr darauf fixiert, dass es ziemlich bald eine Vereinbarung geben wird", sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege bei LPL Financial.
Auf die Stimmung drückte allerdings der überraschende Anstieg bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe: In der vergangenen Woche beantragte so viele Menschen erstmals Unterstützung wie seit fast drei Monaten nicht mehr. Die schleppende Erholung am Arbeitsmarkt und der jüngste Anstieg der Corona-Neuinfektionen erhöhen den Druck auf die Abgeordneten, weitere Hilfen auf den Weg zu bringen. "Der Trend bei den Erstanträgen war nicht gut, und das erscheint auch nachvollziehbar, wenn wir den Weg des Virus, die steigenden Fallzahlen und die zunehmende Auslastung der Krankenhäuser ansehen", sagte Art Hogan, Chef-Marktstratege beim Broker National Securities.
Die neuen Inflationsdaten sorgen hingegen für Optimismus. Die Verbraucherpreise verteuerten sich im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent. Die Entwicklung liegt damit leicht über den Erwartungen von Experten.
Blick auf die Einzelwerte
Airbnb: Ein beeindruckendes Börsendebüt schaffte die Zimmer-Vermittlungsplattform Airbnb: Die Aktien schnellten am ersten Handelstag in der Spitze um 142 Prozent nach oben und gingen noch 112,8 Prozent fester aus dem Handel. Bei einem Kurs von 165 Dollar war das Unternehmen zeitweise mehr als 100 Milliarden Dollar wert. Es ist der größte Börsengang des Jahres in den USA.
Pfizer und Biontech: Der Beraterausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA traf sich am Donnerstag und sollte seine Empfehlung zu dem Medikament abgeben. Die FDA wird auf Basis dieser Empfehlung in den nächsten Tagen eine Entscheidung über eine Notfallzulassung treffen. Es wird für möglich gehalten, dass bei einem positiven Votum am Wochenende die ersten Menschen in den USA geimpft werden können. Die Pfizer-Aktien notierten leicht schwächer, die BioNTech-Titel gewannen 5,5 Prozent.
Ölwerte: Chevron stand mit einem Plus von 3,2 Prozent an der Dow-Spitze. Erstmals seit Anfang März kostete Nordseeöl der Sorte Brent wieder mehr als 50 Dollar je Barrel. Die Hoffnungen auf Massenimpfungen und Lieferprobleme im Irak trieben den Kurs in die Höhe, sagte David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Zwei Ölfelder im Irak seien von einem Anschlag betroffen.
Doordash: Der Titel des Essenslieferanten Doordash zollt mit einem Minus von knapp zwei Prozent auf 186 Dollar dem Kursfeuerwerk ihres ersten Börsentags am Mittwoch nur unwesentlich Tribut.
Starbucks: Die Aussicht auf langfristiges Gewinnwachstum über den Markterwartungen ermuntert Anleger zum Einstieg bei Starbucks. Die Aktien der Kaffeehaus-Kette steigen um fast fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 105,39 Dollar. Das Unternehmen peilt für 2022 ein Gewinnplus von 20 Prozent an, in den darauffolgenden Jahren um zehn beziehungsweise zwölf Prozent.
Gilead: Der US-Branchenriese Gilead Sciences übernimmt die erst neun Jahre alte Biopharma-Firma MYR aus Bad Homburg. Die Übernahme lässt sich das Unternehmen mindestens 1,15 Milliarden Euro kosten. Gilead verschafft sich damit Zugang zu dem von MYR entwickelten Mittel Hepcludex gegen Hepatitis-D-Infektionen, das im Sommer von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) unter Bedingungen zugelassen worden war. Die Anleger reagierten darauf skeptisch, die Aktie verliert fast ein Prozent.