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Dow Jones, S&P 500, NasdaqTrump gibt sich an Wall Street als Mann der Märkte

Der künftige US-Präsident hat am Donnerstag die Glocke an der Börse in New York geläutet. Doch die Stimmung im Handel war getrübt. Inflationssorgen belasten vor allem Tech-Aktien.Astrid Dörner 12.12.2024 - 20:20 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Donald Trump zu Besuch an der NYSE: Der künftige US-Präsident posiert mit Tradern auf dem Parkett. Foto: AP

New York. Der New York Stock Exchange (NYSE) war großflächig abgesperrt für den hohen Besuch. Der künftige US-Präsident Donald Trump läutete am Donnerstag die Glocke der traditionsreichen New Yorker Börse und ließ sich für die Kursgewinne seit der Wahl am 5. November feiern.

Es ist ungewöhnlich, dass US-Präsidenten die Börse besuchen. Zuletzt tat das Ronald Regan im Jahr 1985, wie NYSE-Chefin Lynn Martin erklärte. Doch Trump lässt sich die Feierstunde nicht nehmen. Er wurde am Donnerstag auch vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres ernannt und hatte zum Besuch auf dem weltweit bekannten Parkett der NYSE gleich sein halbes designiertes Kabinett mitgebracht:

Finanzminister Scott Bessent war dabei, ebenso wie Handelsminister Howard Lutnick, Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und Innenminister Doug Burgum, ebenso wie seinen Vize-Präsidenten JD Vance.

Trump versprach steuerliche Anreize für Unternehmen, die Jobs in die USA verlagern, sowie breit angelegte Steuersenkungen. „Wir werden eine so starke Wirtschaft haben, wie sie noch niemand zuvor gesehen hat“, versicherte Trump und verwies auf die stark gestiegenen Aktienkurse seit seinem Wahlsieg. Viele Trader der NYSE sind Trump-Fans, wie sie im Vorfeld der Wahl mit roten Trump-Mützen und anderen Fan-Artikeln auf dem Parkett zur Schau gestellt haben.

Der breit gefasste S&P 500 hat seitdem rund fünf Prozent zugelegt, der technologielastige Nasdaq stieg um acht Prozent zu. Die Tesla-Aktie zählt zu den großen Gewinnern und konnte rund 70 Prozent zulegen. Tesla-Chef Elon Musk ist ein enger Berater von Trump geworden und Anleger versprechen sich große Vorteile von dieser Beziehung.

Auch eine Reihe von CEOs war am Donnerstag zum Small Talk mit der künftigen Regierung aufs Parkett gekommen. Goldman-Sachs CEO David Solomon gehörte dazu, genauso wie Citigroup-Chefin Jane Fraser, der CEO des Telekom-Konzerns Verizon, Hans Vestberg und Hedgefonds-Manager Bill Ackman von Pershing Square, der Trump im Wahlkampf unterstützt hatte.

Das „Time Magazine“ hat Donald Trump zur Person des Jahres ernannt. Foto: AP

Das Klima unter Trump sei so „wachstums- und unternehmensfreundlich wie ich es zu meinen Lebzeiten noch nie gesehen habe“, betonte Ackman. Er sei „sehr optimistisch, was Amerika angeht und ziemlich pessimistisch mit Blick auf Europa“, stellte er klar.

Trump zeigte sich auf dem Parkett „überraschend gemäßigt, das hat nichts mit seinen teilweise verrückten Wahlkampfauftritten zu tun“, bemerkte ein Hedgefondsmanager. Trump betonte erneut, wie wichtig ihm ein starker Aktienmarkt in seiner Amtszeit ist. „Ich glaube, ich habe immer gesagt, dass für mich der Aktienmarkt alles ist“, sagte Trump im Interview mit dem Börsensender CNBC.

Auszeichnung

Time-Magazin kürt Trump zur „Person des Jahres“

Gefragt, ob Amerikaner nun massiv in den Aktienmarkt investieren sollten, gab er sich indes differenzierter. „Ich will jetzt nicht die Leute dazu aufrufen und dann haben wir eine kleine Schwächephase“, gab Trump zu bedenken. Märkte könnten schließlich stark schwanken.

Gewinnmitnahmen im Technologiesektor bremsen US-Börsen

Das taten sie am Donnerstag auch: Gewinnmitnahmen im Technologiesektor haben die US-Börsen am Donnerstag ausgebremst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent tiefer auf 43.914 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 19.902 Zähler nach. Am Mittwoch hatte er erstmals über der Marke von 20.000 Punkten geschlossen. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 6051 Stellen ein.

Nach den wie erwartet im November etwas angesprungenen Verbraucherpreisen gingen Marktteilnehmer fest davon aus, dass die US-Notenbank Fed in der kommenden Woche die Zinsen um 25 Basispunkte senken wird.

„Der Markt hat im Wesentlichen eines der letzten verbleibenden Hindernisse aus dem Weg geräumt, das die Stimmung trüben könnte“, sagte Chris Weston, Forschungsleiter bei Pepperstone. „Die Luft ist nun etwas freier für die berühmte saisonale Jagd nach Renditen, die sich bis zum Jahresende fortsetzen wird.“ Auch die Europäische Zentralbank schraubte den Leitzins der Euro-Zone in diesem Umfang nach unten und gab damit grünes Licht für eine Fortsetzung der Jahresendrally.

Aktien im Technologiesektor reagieren stark auf die Erwartung einer geldpolitischen Lockerung, da die für ihr Wachstum wichtigen Investitionen damit billiger werden. Dennoch machten die Investoren zunächst einmal Kasse.

Gewinnmitnahmen im Technologiesektor haben die Wall Street leicht ausgebremst. Nach den im November etwas stärker gestiegenen Verbraucherpreisen gehen Anleger nun davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen senken wird, analysiert Markus Koch.

Einzelwerte im Fokus

Alphabet, Nvidia und Meta: Aktien von Alphabet, Nvidia und Meta verloren zwischen 0,5 und 1,5 Prozent.

Adobe: Auf Talfahrt gingen auch Adobe-Aktien, die um rund dreizehn Prozent einbrachen. Der Softwarekonzern hat für das Gesamtjahr einen geringeren Umsatz als von Experten erwartet, was darauf hindeutet, dass sich die Investitionen des Softwarekonzerns in Künstliche Intelligenz (KI) erst später auszahlen könnten.

Boeing: Der US-Flugzeughersteller Boeing will nach eigenen Angaben die Produktion seines 787 Dreamliner bis zum Jahr 2026 auf zehn Flugzeuge pro Monat steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, werde das Werk in Charleston County im Bundesstaat South Carolina für eine Milliarde Dollar ausgebaut, teilte der Airbus-Rivale am Donnerstag mit. Dabei sollen 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Ankündigung ließ die Boeing-Aktie im Verlauf um etwa ein Prozent in einem negativen Marktumfeld steigen. Boeing beabsichtigt, die Produktion der 787 bis zum Jahresende wieder auf fünf Flugzeuge pro Monat zu erhöhen. Jedoch haben Probleme bei den Lieferketten zu Verzögerungen geführt.

Intel: Nach dem Rücktritt von Intel-Chef Pat Gelsinger haben die beiden Manager an der Spitze des Chipherstellers eine Abspaltung der Fertigung nicht ausgeschlossen. Die Erklärungen der Co-Chefs Michelle Johnston Holthaus und David Zinsner bei einer Konferenz für Investmentbanker am Donnerstag in San Francisco ließen die Aktie des Konzerns im Verlauf um 2,3 Prozent steigen. „Glaube ich, dass es sinnvoll ist, dass sie komplett getrennt werden und es keine Verbindung gibt?“, fragte Holthaus bezüglich der Chipfertigungs- und -designsparten.

„Ich glaube nicht. Aber jemand wird darüber entscheiden.“ Zinsner beschrieb, wie die finanziellen und operativen Vorgänge bei der Fertigung bereits getrennt würden. Die Frage nach einer kompletten Trennung stelle sich jedoch „an einem anderen Tag“. Intel ist in der Branche einzigartig, weil der US-Konzern Chips entwickelt und sie auch selbst fertigt. Allerdings hat er die Führung bei der Herstellung verloren und das Nachsehen gegenüber Nvidia auf dem boomenden Markt für KI-Chips. Der Börsenwert von Intel ist um mehr als 100 Milliarden Dollar eingebrochen. Die Fragen an Holthaus und Zinsner bezogen sich auf einen Plan von Intel, durch eine neue Fertigungstechnologie den Anschluss wiederherzustellen. Das als 18A bekannte Verfahren soll im kommenden Jahr anlaufen.

Riot: Bei dem Bitcoin-Mining-Unternehmen Riot sorgte ein Medienbericht über eine Beteiligung des aktivistischen Investors Starboard für Aufwind. Die Aktien kletterten um bis zu 8,5 Prozent.

Warner Bros: Bei den Anlegern von Warner Bros Discovery kommt die Aussicht auf einen möglichen Ausstieg aus dem schwächelnden TV-Geschäft gut an. Die Aktien gewinnen bis zu 17,4 Prozent auf 12,70 Dollar und markieren den höchsten Stand seit rund einem Jahr.

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ServiceTitan: Ein gelungenes Börsendebut feierte ServiceTitan. Die Aktien des Cloud-basierten Softwareunternehmens stiegen um 42 Prozent, was der Firma eine Bewertung von rund neun Milliarden Dollar einbrachte. „Die höher als erwartet ausgefallene Preisgestaltung des Börsengangs von ServiceTitan spiegelt die starke Nachfrage nach der Aktie wider und signalisiert das wachsende Interesse der Anleger an öffentlichen Märkten für Börsengänge“, sagte Joe Endoso, Präsident von Linqto Capital.

Mit Agenturmaterial von Reuters.

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