Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Wall Street schließt leicht im Plus – Zollsorgen belasten
Frankfurt. Die anhaltenden Sorgen über die US-Handelspolitik machen die Anleger an der Wall Street nervös.
- Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Dienstag kaum verändert auf 42.587 Punkten.
- Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,2 Prozent auf 5776 Zähler vor.
- Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 18.271 Punkte.
Für uneinheitliche Kurse sorgte die Nervosität der Anleger im Vorfeld der Einführung neuer US-Zölle kommende Woche. „Die Marktteilnehmer sind wie gelähmt – sie wissen nicht, was sie tun sollen, weil unklar ist, welche Maßnahmen letztlich umgesetzt werden“, sagte Charles Ashley, Portfoliomanager beim Investitionsverwalter Catalyst Funds. „Man will sich so aufstellen, dass man für den schlimmsten Fall möglichst gut abgesichert ist – gleichzeitig hält man aber weiterhin Ausschau nach Chancen.“
US-Präsident Donald Trump hatte zwar angedeutet, dass nicht alle von ihm angedrohten Zölle am 2. April eingeführt würden und einige Länder Ausnahmeregelungen erhalten könnten. Dies führte zum Wochenstart zu einer kräftigen Erholung an der Wall Street. „Aber nur weil ein Biss weniger heftig wird, heißt das nicht, dass es nicht wehtut“, kommentierte Daniela Hathorn, Analystin bei der Handelsplattform Capital.com.
Zudem trübte sich die Konsumstimmung in den USA unter Trumps Präsidentschaft zusehends ein. Das Barometer für die Verbraucherlaune sank im März überraschend kräftig um 7,2 Zähler auf 92,9 Punkte, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag zu seiner Umfrage mitteilte.
Es war bereits der vierte monatliche Rückgang in Folge. „Besonders düster fallen die Erwartungen der Verbraucher aus“, erläuterte Ökonomin Stephanie Guichard vom Conference Board. Dieses Barometer sackte sogar um 9,6 Zähler auf 65,2 Punkte ab - der tiefste Stand binnen zwölf Jahren.
Die Verunsicherung der Anleger drückte die US-Devise. Der Dollar-Index gab 0,1 Prozent auf 104,20 Punkte nach. Die Investoren griffen dagegen beim als sicherer Hafen geltenden Gold zu. Das gelbe Metall verteuerte sich um bis zu 0,8 Prozent auf rund 3036 Dollar je Feinunze und verfehlte damit nur knapp sein jüngstes Allzeithoch von 3047,18 Dollar. Zuletzt lag der Preis bei rund 3019 Dollar.
Ölpreise sinken leicht
Die Aussicht auf eine teilweise Waffenruhe im Ukraine-Krieg hat den Preisanstieg am Ölmarkt ausgebremst. Die Preise für die Nordsee-Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI gaben jeweils leicht nach und lagen bei 72,97 und 68,93 Dollar je Fass (159 Liter).
Russland und die Ukraine sind zu einer teilweisen Waffenruhe bereit, die das Schwarze Meer und die Energieinfrastrukturen beider Länder umfassen soll. Das teilten die Regierungen in Moskau und Kiew am Dienstag mit. „Wenn es zu einem Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine kommt, könnte dies die Tür für eine Aufhebung der Sanktionen gegen russisches Öl öffnen“, erläuterte Phil Flynn, Analyst beim Broker Price Futures Group.
Zuvor hatten sich die Ölpreise um bis zu knapp einem Prozent verteuert. Grund dafür war die Sorge vor weiteren US-Zöllen und einem knapperen Angebot.
Einzelwerte im Fokus
Trump Media & Technology Group: Gefragt waren auch Trump Media & Technology Group. Das Medienunternehmen von Präsident Donald Trump und die Kryptobörse Crypto.com wollen kooperieren, um börsengehandelte Fonds (ETF) auf den Markt zu bringen. Die Aktie von Trump Media kletterte nach der Ankündigung um fast neun Prozent.
Mobileye: Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte indes unter anderem Mobileye. Die Aktien des israelischen Autozulieferers sprangen nach der Erweiterung einer Partnerschaft mit Volkswagen um 8,6 Prozent nach oben.
Lyft: Ein Vorstoß des aktivistischen Investors Engine Capital stützt die Aktien des Uber-Konkurrenten. Sie steigen um knapp 2,2 Prozent. Der US-Hedgefonds habe Kandidaten für den Verwaltungsrat von Lyft nominiert, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem habe Engine den Fahrdienstvermittler in den vergangenen Wochen dazu aufgefordert, angesichts des fallenden Aktienkurses seine Strategie zu überdenken.
Seit Jahresbeginn sind die Titel um rund 8,5 Prozent gefallen. Engine hielt Ende Dezember weniger als ein Prozent an Lyft, wie aus einer behördlichen Einreichung hervorgeht. Das Unternehmen aus San Francisco erlaubt es Aktionären, Verwaltungsratsmitglieder zu nominieren, sofern ihre Beteiligung bei mindestens einem Prozent liegt.