Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Wall Street schließt mit Gewinnen
New York. Nach den heftigen Schwankungen in den vergangenen Wochen haben sich US-Anleger wieder zuversichtlicher gezeigt. Investoren spekulierten darauf, dass die Ankündigung neuer US-Zölle in der kommenden Woche weniger drastisch ausfallen werde als bislang befürchtet.
- Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 1,4 Prozent höher auf 42.583 Punkten.
- Der breiter gefasste S&P 500 kletterte 1,8 Prozent auf 5767 Zähler.
- Am stärksten erholten sich die zuletzt unter Druck geratenen Technologieaktien. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg am Montag um 2,3 Prozent auf 18.188 Zähler.
Nach einem wochenlangen Ausverkauf schienen die US-Börsen einen Boden gefunden zu haben. Die Furcht vor einem starken Abschwung der US-Wirtschaft infolge der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hatte den S&P 500 und den Nasdaq im Vergleich zu ihren Rekordhochs um rund zehn Prozent abrutschen lassen.
Auch mit Blick auf die Unsicherheit bezüglich der Zölle hatten mehrere Unternehmen ihre Prognosen für die kommenden Quartale nach unten korrigiert. „Wir glauben, die größte Auswirkung besteht darin, dass die Unsicherheit einen Großteil der Geschäftstätigkeit zumindest verlangsamt oder möglicherweise zum Erliegen gebracht hat“, sagte Chris Zaccarelli von Northlight Asset Management.
» Lesen Sie auch: USA könnten bei den Zöllen umdenken – und Deutschland trotzdem treffen
Umfrage dämpft Rezessionssorgen
Rückenwind erhielt die Wall Street von positiven Konjunkturzahlen. Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo gesteigert und damit Sorgen vor einer heraufziehenden Rezession gedämpft. Der Einkaufsmanagerindex legte im März auf 53,5 Punkte von zuvor 51,6 Zählern zu, wie der Finanzdienstleister S&P Global mitteilte.
Der als Konjunkturbarometer an den Finanzmärkten stark beachtete Index zeigt bei mehr als 50 Punkten Wachstum an. Der Anstieg war auf ein höheres Wachstumstempo im Servicesektor zurückzuführen. Die Industrie hingegen ging nach zwei Monaten des Wachstums überraschend schon wieder auf Talfahrt.
„Insgesamt ist der Dienstleistungssektor ein viel wichtigerer Bestandteil der US-Wirtschaft, daher betrachte ich dies als gute Nachricht“, sagte Adam Button, Analyst bei ForexLive in Toronto. Der zuletzt unter Druck geratene Dollar sprang am Montag gegenüber dem Euro und dem Yen auf ein Mehrwochenhoch.
„Eine Welle vorsichtigen Optimismus erfasst die Devisenmärkte, da man hofft, dass die Ankündigung der US-Zölle nächste Woche weniger drastisch ausfallen wird als zuvor befürchtet“, sagte Karl Schamotta, Stratege bei Corpay.
Medienberichte vom Wochenende milderten die Furcht vor der nächsten Zollrunde. Mit der Bekanntgabe sektorspezifischer Zölle sei am 2. April nicht zu rechnen, berichtete das Wall Street Journal am Sonntag unter Berufung auf einen Regierungsvertreter.
Die Agentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass sektorspezifische Zölle ausgeschlossen würden. Allerdings will die US-Regierung am 2. April weiter länderspezifische Importzölle einführen, die sich an der Zollhöhe der jeweiligen Länder orientieren sollen.
Anleger insgesamt risikofreudiger
Der zuletzt unter Druck geratene Dollar sprang am Montag gegenüber dem Euro und dem Yen auf ein Mehrwochenhoch. „Eine Welle vorsichtigen Optimismus erfasst die Devisenmärkte, da man hofft, dass die Ankündigung der US-Zölle nächste Woche weniger drastisch ausfallen wird als zuvor befürchtet“, sagte Karl Schamotta, Stratege bei Corpay.
Insgesamt zeigten sich Anleger risikofreudiger. US-Anleihen rentierten höher, da Anleger aus festverzinslichen Wertpapieren in Aktien umschichteten.
» Lesen Sie auch: Bitcoin steigt auf höchsten Stand seit zwei Wochen
Insgesamt zeigten sich Anleger risikofreudiger. US-Anleihen rentierten höher, da Anleger aus festverzinslichen Wertpapieren in Aktien umschichteten. Der Bitcoin machte sich wieder in Richtung der 90.000-Dollar-Marke auf und verteuerte sich um rund vier Prozent auf bis zu 88.772 Dollar. Mit dem Anstieg des Bitcoin-Preises erholten sich auch Krypto-Aktien: Die Titel von MicroStrategy zogen um gut zehn Prozent an; Coinbase verteuerten sich um knapp sieben Prozent.
Einzelwerte im Fokus:
Tesla: Bei den Einzelwerten stand einmal mehr Tesla im Rampenlicht. Nach dem jüngsten Kurseinbruch schoss die Aktie des Elektroauto-Pioniers um fast zwölf Prozent nach oben. Susannah Streeter von der Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown begründete dies mit der Aussicht, dass „Trumps Zölle sich in Grenzen halten und den weiteren Schaden für Teslas Aussichten einschränken könnten.“
Anleger nutzten auch den knapp 40-prozentigen Absturz der Aktie im bisherigen Jahresverlauf, um bei dem E-Auto-Hersteller einzusteigen. Das politische Engagement von Konzernchef Elon Musk, der zunehmende Wettbewerb und die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hatten die Aktie zuletzt auf Talfahrt geschickt.
Trump Media: Das Medienunternehmen von US-Präsident Donald Trump, Trump Media & Technology Group, und die Kryptobörse Crypto.com wollen kooperieren, um börsengehandelte Fonds (ETF) auf den Markt zu bringen. Die Fonds sollen noch in diesem Jahr aufgelegt werden und international – einschließlich der USA, Europa und Asien – verfügbar sein, wie Trump Media am Montag nach Börsenschluss mitteilte.
Die ETFs würden digitale Vermögenswerte sowie Wertpapiere mit einem „Made-in-America-Fokus“ in verschiedenen Branchen umfassen. Crypto.com werde Backend-Technologie, Verwahrung und Kryptowährungen wie Bitcoin und Cronos für die ETFs bereitstellen. Die Aktien von Trump Media stiegen nachbörslich um 7,5 Prozent.