Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Wall Street schließt uneinheitlich – S&P 500 mit neuem Rekord
New York. Die Börsenrally nach starken Bilanzen großer Technologiekonzerne beschert dem US-Index S&P 500 einen neuen Rekordschluss. Das breit gefasste Börsenbarometer rückte am Mittwoch um 0,1 Prozent auf 4869 Zähler vor. Das war der vierte Höchststand zu Handelsende in Folge. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte dagegen 0,3 Prozent schwächer bei 37.806 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,4 Prozent auf 15.482 Stellen.
Für gute Laune sorgten Ergebnisse von Netflix. Der Streamingdienst hat in den vergangenen Monaten so viele Kunden angelockt wie noch nie. Die Aktie stieg um 10,7 Prozent. „Eine erste Bilanz nach dem Verbot des Account-Sharing lautet: Das Angebot von Netflix scheint so attraktiv, dass man nur ungern darauf verzichtet und deshalb auch dafür selbst bezahlt“, kommentierte Konstantin Oldenburger, Analyst vom Broker CMC Markets. Auch das neue, günstigere Abonnement mit Werbung komme anscheinend gut an. Die Aktie sei aber kein „Selbstläufer“, warnte der Experte. „Auch beim Werbegeschäft wird die Konkurrenz für Netflix immer größer.“
Investoren deckten sich auch mit den US-notierten Aktien des niederländischen Chipherstellers ASML ein, die um knapp 8,9 Prozent zulegten. Rivalen wie AMD und Marvell gewannen im Kielwasser zwischen 2,4 und 5,9 Prozent. Der Nettogewinn von ASML stieg im Quartal dank eines Nachfragebooms in China um neun Prozent auf zwei Milliarden Euro.
Für Optimismus sorgten auch starke Einkaufsmanagerindizes. Das Barometer für die Industrie und Dienstleister in den USA stieg im Januar um 1,4 auf 52,3 Punkte - den höchsten Wert seit Juni. „Die Zahlen fielen überraschend gut aus“, sagte Craig Erlam, Analyst vom Handelshaus Oanda. „Dies verstärkt den Eindruck, dass es der Konjunktur gut oder gar immer besser geht. Die Einkaufsmanagerindizes sind zwar nur Umfragen und können deswegen stark schwanken, aber die Tatsache, dass beide Indikatoren so stark wachsen, ist vielversprechend.“ Auch die Wirtschaft in der Euro-Zone zeigte sich zum Jahresauftakt dank einer starken Industrie etwas stärker als erwartet.
Positive Impulse kamen auch von der chinesischen Notenbank. Um die holprige Erholung der zweitgrößten Wirtschaft der Welt zu stützen, will die Zentralbank ab dem 5. Februar die Menge an Bargeld reduzieren, die Banken als Reserven halten müssen. Damit haben sie mehr Spielraum für Kredite.
Blick auf weitere Einzelwerte
Texas Instruments: Unter Druck gerieten Texas Instruments, die 2,4 Prozent verloren. Der Spezialist für Analog-Chips hat für das laufende Quartal einen Gewinn in Aussicht gestellt, der unter den Erwatungen von Analysten lag. Wegen der schwächelnden Konjunktur sinkt der Bedarf für die Produkte des US-Konzerns. Gleichzeitig warnen Experten vor einer weltweiten Überproduktion bei Analog-Chips, die etwa in Sensoren eingesetzt werden.
Dupont de Nemours: Die Aktien rutschten um mehr als 14 Prozent ab. Das Chemieunternehmen enttäuschten mit seinen Quartalsergebnissen. Die bereinigte Gewinnprognose des Unternehmens für das erste Quartal von 63 bis 65 Cents pro Aktie lag ebenfalls unter der aktuellen Erwartung von 88 Cents. Auch die Umsatzprognose für das erste Quartal lag unter dem Konsens der Analysten.
AT&T: Aus den Depots flogen auch die Papiere des Telekomkonzerns AT&T mit einem Minus von gut drei Prozent. Das Unternehmen erwartet für das Jahr 2024 einen negativen Einfluss von Abschreibungen auf seinen Gewinn.