Nikkei, Topix & Co.: Geopolitische Spannungen belasten asiatische Börsen
Singapur/Tokio. Nach den chinesisch-amerikanischen Handelsgesprächen herrscht an den asiatischen Aktienmärkten weiter Verunsicherung.
- In Tokio gab der Nikkei-Index am Donnerstag um 0,6 Prozent auf 38.190 Punkte nach.
- Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen zeigten sich kaum verändert.
- In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index um knapp ein Prozent.
Auf den Verkaufszetteln der Anleger standen vor allem Technologie-Aktien. „Es ist enttäuschend, dass die Zölle überhaupt nicht gesenkt wurden und Beschränkungen im Technologiesektor für China nicht einmal erwähnt wurden“, sagte Jason Chan, Anlagestratege bei der Bank of East Asia. Bei den Gesprächen seien zentrale Themen wie der Chipexport unberücksichtigt geblieben. Das bedeute, dass es in Zukunft zu Konflikten kommen werde.
Wie lange der derzeitige Waffenstillstand anhalten werde, sei nicht abzuschätzen. Nach zwei Verhandlungstagen hatten die USA und China mitgeteilt, eine Grundsatzverständigung erzielt zu haben. Sie soll vor allem Exportkontrollen - etwa für Seltene Erden aus China - lockern.
Börsianer zeigten sich enttäuscht über fehlende Details. „Das Abkommen zwischen den USA und China lässt die Zölle, die nach dem Treffen in Genf gesenkt wurden, eigentlich nur bestehen, ändert also nicht wirklich etwas“, sagte Shane Oliver, Leiter der Anlagestrategie und Chefökonom bei AMP Capital. Ein stärkerer Yen belastete zudem Exportwerte. Auch die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten trübten die Stimmung.