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AltersvorsorgeMehr Rendite für die Rente – Was der Blick ins Ausland lehrt

Was machen andere Staaten bei der Altersvorsorge besser? Das Deutsche Aktieninstitut leitet aus einer Studie fünf Voraussetzungen für staatlich gefördertes Aktiensparen ab.Anke Rezmer 15.05.2024 - 17:47 Uhr
Gefördertes Sparen am Kapitalmarkt könnte auch deutschen Rentnerinnen und Rentnern höhere Einkommen bescheren. Foto: dpa

Frankfurt. Durch staatlich gefördertes Aktiensparen könnten die deutschen Rentnerinnen und Rentner ihre Altersbezüge nach Einschätzung des Deutsche Aktieninstituts (DAI) deutlich aufbessern. Das leitet die Lobbyorganisation aus einer Studie ab.

Andere Länder setzten viel stärker auf Aktien in allen drei Säulen der Altersvorsorge, sagte Christine Bortenlänger, Vorständin des DAI. „Dies wäre auch ein guter Weg für Deutschland.“ Positive Erfahrungen im Ausland sollten als Orientierung für die Einführung von Altersvorsorgedepots in Deutschland verstanden werden, meint sie.

Das DAI stellt in der Studie Gemeinsamkeiten in den Vorsorgemodellen in Australien, Frankreich, Irland, Kanada und den USA fest und leitet daraus ab, wie eine private Vorsorge in Deutschland zu gestalten sei. Die Studie stammt vom Verband der deutschen Aktiengesellschaften und der Deutschen Wertpapier Service Bank. 

Mehr Vorsorge in Australien, Frankreich und den USA

So zeigt die Studie, dass Erträge aus Aktien und anderen Finanzprodukten beim Einkommen von Rentnern teils eine mit der gesetzlichen Rente gleichberechtigte Rolle spielen.

In Australien mit seinen 26 Millionen Einwohner wird in der staatlich geförderten betrieblichen und privaten Vorsorge seit 1993 ausschließlich über ein Altersvorsorgedepot gespart. Die betriebliche Vorsorge ist dort verpflichtend. In 24 Millionen Altersvorsorgedepots liegt ein Vermögen von umgerechnet gut zwei Billionen Euro.

In den USA machen die 1975 eingeführten Altersvorsorgedepots ein gutes Drittel des Altersvorsorgevermögens von insgesamt gut 39 Billionen Dollar aus.

In Frankreich nutzen gut zehn Millionen Menschen die 2019 eingeführten geförderten Vorsorgedepots, in denen ein Vermögen von 103 Milliarden Euro liegt.

Die Beispiele zeigen laut DAI, dass es wichtig ist, bei einem Altersvorsorgedepot auf Beitrags- und Zinsgarantien zu verzichten. Diese gelten bei der umstrittenen, geförderten Riester-Rente in Deutschland als ein Grund für ihre relativ schwachen Renditen. Bei Anlagezeiträumen von 20 oder 30 Jahren, wie in der Altersvorsorge typisch, sind solche Garantien laut DAI überflüssig. Sie kosteten unnötig Rendite, weil sie die Anbieter zwängen, in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen mit geringeren Renditechancen zu investieren statt in Aktien.

In Australien erzielten die Altersvorsorgedepots der Studie zufolge mit einem Aktienanteil von 49 Prozent in den Jahren 2004 bis 2023 im Schnitt eine jährliche Rendite von gut sieben Prozent. In den Ländern in der Studie gibt es demnach keine Garantieversprechen der Anbieter.

Steuerliche Anreize erhöhen

Als Förderung schlägt das DAI steuerliche Anreize vor. In den betrachteten Ländern sparten die Bürger überwiegend aus ihrem Bruttoeinkommen, versteuerten später ihre Rentenzahlungen.

In Frankreich werden Beiträge für das Altersvorsorgedepot der Studie zufolge vom zu versteuernden Einkommen bis zu einer Höchstgrenze von zehn Prozent des Einkommens abgezogen, mindestens 4399 Euro und höchstens 37.094 Euro pro Jahr.

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Das DAI schlägt hierzulande eine steuerliche Absetzbarkeit von Altersvorsorgebeiträgen von 6000 Euro vor. Bei der Riester-Rente sind bis zu 2100 Euro im Jahr absetzbar, dort gibt es alternativ auch Zulagen.

Damit möglichst viele Menschen ein Altersvorsorgedepot eröffnen, plädiert das DAI dafür, dass private Anbieter einfache, leicht verständliche Standardprodukte auf den Markt bringen. Das sei in den fünf betrachteten Ländern der Fall. Wichtig finden die Verbandsvertreter zudem eine flexible Auszahlphase des Vorsorgedepots, da Lebens- und Erwerbsbiografien der Menschen sehr unterschiedlich seien. 

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