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Insolvenzen Schneeballsystem mit Containern: 54.000 P&R-Gläubiger können mit Rückzahlungen rechnen

Die Gläubiger des insolventen Containervertriebs P&R können hoffen. Insolvenzverwalter Michael Jaffé will im ersten Quartal 2021 erstmals Teile der Insolvenzmasse auszahlen.
04.12.2020 - 15:23 Uhr Kommentieren
Das Logo der Containerinvestmentfirma P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH ist vor dem Gebäude des Unternehmens. Quelle: dpa
Erste Ausschüttung aus der Insolvenzmasse

Das Logo der Containerinvestmentfirma P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH ist vor dem Gebäude des Unternehmens.

(Foto: dpa)

Berlin Ziemlich genau drei Jahre nach der Pleite des früheren Marktführers bei Kapitalanlagen in Seecontainer, der P&R-Gruppe, sollen die Gläubiger eine erste Teilausschüttung aus der Insolvenzmasse erhalten. „Die Insolvenzverwaltung arbeitet intensiv daran, eine erste Auszahlung im ersten Quartal 2021 möglich zu machen“, teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé aus München am Freitag mit. Bislang habe er rund 435 Millionen Euro für die Gläubiger sichern können.

Zuvor hatten die Gläubiger in einem schriftlichen Verfahren seinem Vorschlag zugestimmt, wie das Geld auf die vier P&R-Vertriebsgesellschaften verteilt werden soll – und zwar mit einer Mehrheit von jeweils über 99,9 Prozent. „Mit der jetzt erreichten Zustimmung haben wir eine Grundlage, auf deren Basis Erlöse an die Gläubiger ausgezahlt werden können“, sagte Jaffé. Auch weitere Erfolge aus der Containerverwertung sollten den Gläubigern zugutekommen.

Der frühere Marktführer im Containervertrieb P&R gilt heute als Milliardengrab von Anlegerkapital. Die Gruppe verkaufte Privatanlegern Container, mietete sie zurück und vercharterte sie dann an Reedereien. Nach fünf Jahren kaufte P&R die gebrauchten Stahlboxen zurück. Unter dem Strich blieben den Anlegern drei bis fünf Prozent Rendite.

Das passte zu den Werbesprüchen wie dem vom „schwimmenden Festgeld“, mit denen der Vertrieb vor allem ältere und auf Sicherheit bedachte Privatanleger köderte. P&R sammelte über die Jahre rund 3,5 Milliarden Euro bei 54.000 Investoren ein.
Die Verteilung der Erlöse erfolge nun in dem Verhältnis, in dem sich diese Ansprüche der Anleger prozentual auf die einzelnen Gesellschaften verteilen. „Dies führt im Ergebnis zu einer Gleichbehandlung der Anlegergläubiger“, sagte Jaffé.

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    Es fehlten eine Million Container im Portfolio

    Zuletzt sah der Schlüssel vor, dass auf die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH 49 Prozent entfallen. Die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sollte 32,1 Prozent des gesicherten Vermögens erhalten, die P&R Transport Container GmbH 15,1 Prozent und die P&R Container Leasing GmbH 3,8 Prozent.

    Anfang 2018 gingen diese vier Unternehmen kurz nacheinander spektakulär pleite. Michael Jaffé stellte damals fest, dass statt der verkauften 1,6 Millionen Container nur 600.000 im Portfolio existierten. Eine Zuordnung der Container auf die einzelnen Kunden hatte so gut wie nie stattgefunden.

    Der Absturz von P&R gilt als einer der größten Kapitalanlageskandale in der Geschichte der Bundesrepublik und die Firmengruppe als gigantisches Schneeballsystem. Der Fehlbestand hatte sich offenbar seit 2009 kontinuierlich aufgebaut. Altanleger seien mit den Einzahlungen von Neuanlegern ausbezahlt worden, wie Jaffé feststellte.

    Der Insolvenzverwalter hat mehrfach angekündigt, ein Drittel des Kapitals retten zu wollen. Bislang stehen die Chancen nicht schlecht. „Die Containerverwertung erfolgt weiterhin ungestört und nach Plan“, bekräftigte Jaffé am Freitag.

    Die Teilausschüttung Anfang 2021 wäre ein erster Schritt. Bevor es so weit ist, müssten noch die Bankdaten und Kontoverbindungen abgeglichen werden, heißt es in der Mitteilung. „Auch müssen die Gläubigerausschüsse noch über die Höhe des Auszahlbetrags entscheiden.“ Zugleich müssten „substanzielle Rückstellungen“ gebildet werden, sodass vorerst nur ein Teil der bislang erwirtschafteten Erlöse an die Gläubiger fließen könne.

    Mehr: Wie P&R-Insolvenzverwalter Michael Jaffé 400 Millionen Euro verteilen möchte.

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