ADHS: „Ich bin das freie Radikal“
Düsseldorf. Wer durch das LinkedIn-Profil von Michael Fritz stöbert, sieht schnell: Der Mitgründer der Non-Profit-Organisation „Viva con Agua“ teilt täglich Einblicke aus seinem privaten und beruflichen Leben. Darunter die Information, dass er wahrscheinlich die Aufmerksamkeitsstörung ADHS hat. Er vermutet die Störung bei sich schon lange, jetzt will er Gewissheit haben.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, haben bis zu fünf Prozent aller Menschen. Betroffenen fällt es oft schwer, sich zu strukturieren und Projekte zu planen. Andererseits entwickeln sie schnell Ideen, sind spontan und empathisch. Und laut einer Studie der Technischen Universität München begünstigen für ADHS typische Eigenschaften die Gründung eines Unternehmens.
So war es auch bei Michael Fritz. 2006 rief er gemeinsam mit elf weiteren Entrepreneuren die gemeinnützige Organisation „Viva con Agua“ ins Leben. Heute bezeichnet er sich als „freies Radikal“ des Unternehmens. Im Interview erzählt er, warum er seinen ADHS-Diagnoseweg so offen teilt – und wie er trotz Krankheit als Führungskraft erfolgreich ist.