Jahresgespräch-Serie Teil 2: Gehaltsplus trotz Corona: So überzeugen Sie in der Verhandlung
Gerade in der Krise scheuen sich viele Mitarbeiter davor.
Foto: Westend61/Getty ImagesDüsseldorf. Vielen Angestellten graut es vor dem Jahresgespräch, vor allem wenn es ums Geld geht. In der Krise haben sie erst recht ein schlechtes Gewissen, ein Vergütungsplus zu fordern.
Die Münchener Verhandlungstrainerin Claudia Kimich sieht das anders: „Für das Gehalt zählen die persönliche Leistung und der Wert des Mitarbeiters für die Firma.“
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten käme es doch genau darauf an. Verhandlungstrainerin Anja Henningsmeyer aus Frankfurt stimmt zu: „Wer nicht fragt, lässt sich die Chance auf mehr Geld garantiert entgehen.“
Die Expertinnen geben fünf Ratschläge, wie Angestellte inmitten der Krise ihren Chef von einer Gehaltserhöhung überzeugen.
Tipp 1: Nicht mit Corona-Phrasen abspeisen lassen
Wenn Mitarbeiter nach einer Gehaltserhöhung fragen, winken viele Firmen mit Verweis auf die wirtschaftliche Situation nur ab. Mitunter werden Angestellte auch eingeschüchtert, dass sie froh sein sollten, überhaupt einen Job zu haben. Für Kimich sind das oftmals „Corona-Ausreden“.
Sie rät, Transparenz einzufordern und den Realitätscheck zu machen: Wie genau trifft die Krise unser Unternehmen? Warum hat das überhaupt Auswirkungen auf meine Gehaltsforderung? „Durch hartnäckiges Fragen nimmt der Mitarbeiter die Gegenseite in die Verantwortung, ohne vorwurfsvoll zu wirken.“