Interview: Harvard-Professorin Edmondson: „Es gibt nicht genügend Routinejobs für Durchschnittsmanager“
„Im Normalmodus verwechseln Führungskräfte gerne Dringendes mit Wichtigem.“
Foto: HandelsblattAmy Edmondson ist Managementprofessorin an der Harvard Business School und beleuchtet seit mehr als 20 Jahren die blinden Flecken von Führungskräften. Bekannt geworden ist Edmondson mit ihrem Konzept der psychologischen Sicherheit, das seit Jahren Teil der Unternehmenskultur bei Google ist. Danach performen Gruppen immer dann am besten, wenn sich jedes einzelne Teammitglied so sicher fühlt, dass es auch kritische Fragen stellt oder bereit ist, Fehler zu machen.
In vielen Unternehmen würden Angestellte und Manager jedoch wegen interner Hackordnungen mit ihrer Meinung hinterm Berg halten. Ein Fehler, sagt Edmondson – gerade jetzt, wo die Arbeitswelt vor ihrer größten Veränderung seit Jahrzehnten steht. Zum Video-Interview ist Edmondson 20 Minuten später dran als geplant, weil zwei vorige Calls länger gedauert haben.
Professor Edmondson, mögen Sie das: Von einem Gespräch zum nächsten springen?
Diese Zeiten sind herausfordernd, klar. Aber ich habe auch beobachtet, dass wir uns in der Pandemie viel darauf fokussiert haben, was Angestellte wollen. Ob sie zurück ins Büro gehören oder nicht. Das war und ist aktuell sehr dominant. Und die Diskussion wird nicht verschwinden. Es sollte in der aktuellen Phase aber auch darum gehen, was die Arbeit in Zukunft von jedem Einzelnen von uns verlangt.