Psychologie: Über ein Drittel aller Menschen geht gestärkt aus Krisen – so gelingt es Ihnen auch im Job
Auch nach Krisen durchlaufen wir Metamorphosen.
Foto: GettyDüsseldorf. Erst Corona, jetzt Krieg: Krisen sind der neue Normalzustand. Umso schwieriger fällt es den Menschen angesichts dieser Belastungen, einfach weiterzumachen wie zuvor. Auch immer mehr Arbeitskräfte sind erschöpft vom Dauerkrisenmodus. Der Umgang mit derlei Belastungen ist nicht umsonst ein eigener Forschungsschwerpunkt.
Steven Taylor etwa ist einer der weltweit führenden Forscher zum Thema posttraumatisches Wachstum. Er hat mit ehemaligen Insassen aus Gefangenenlagern über mentale Stärke gesprochen. Er hat Drogensüchtige interviewt, die clean geworden sind, und Menschen, die einen Selbstmordversuch hinter sich haben.
Sie alle eint, dass sie an ihren schweren Schicksalen nicht zerbrochen, sondern daran gewachsen sind.
Davon, sagt Taylor, Psychologiedozent an der Leeds Beckett University, könnten wir in aktuellen Krisenzeiten lernen – auch für Job und Karriere. Hinter seiner Forschung steckt die wissenschaftliche Idee, dass Menschen, die ein intensives Trauma erleben, sich weiterentwickeln und mental stärker werden.
Dass diese Art von Belastungen im Dauerkrisenmodus auch im Arbeitsalltag angekommen ist, zeigt die Statistik. Laut Dak-Psychoreport haben psychische Erkrankungen im vergangenen Jahr für so viele Arbeitsausfälle wie nie zuvor gesorgt. Eine Krankschreibung wegen seelischer Probleme dauerte 2021 im Schnitt 39,2 Tage – auch dies ist ein trauriger Rekordwert.