Selbstständigkeit: Diese drei Beispielrechnungen zeigen, was von rund 1000 Euro Beraterhonorar übrig bleibt
Fachexpertise als Freiberufler anzubieten kann sich lohnen. Allerdings sollte man sich nicht von hohen Tagessätzen blenden lassen.
Foto: E+/Getty ImagesDüsseldorf. Festangestellte blicken manchmal neidisch auf Freiberufler: Hunderte Euro Tagessatz oder noch mehr verlangen – das klingt im ersten Moment beeindruckend viel. Doch wie viel bleibt tatsächlich vom Honorar nach allen Abzügen wie Betriebsausgaben, Krankenversicherung und Steuern übrig?
Das haben wir anhand von drei Beispielprofilen durchgerechnet, die angehenden Selbstständigen einen ersten Überblick über die wichtigsten Ausgabeposten geben. Die Daten und Annahmen für die Berechnung kamen vom Freelancer-Portal Malt.
Das sind die Freiberufler-Profile, die durchgerechnet wurden
- Beraterin in Sachen Business Transformation, die mit Kunden zum Beispiel Konzepte für den Wandel hin zu digitalen Geschäftsmodellen erarbeitet und anschließend auch die Umsetzung als Projektmanagerin begleitet.
- Interimsmanager, der auf Zeit bei einem Unternehmen eine Leitungsfunktion übernimmt – bis zum Beispiel eine neue Vertriebs- oder Personalleitung gefunden ist. Häufig übernehmen solche Spezialisten auch Aufgaben wie die Restrukturierung eines Bereichs.
- Cloud Engineer, der aktuell zu den Spitzenverdienern im IT-Umfeld zählt und Unternehmen dabei hilft, ihre Daten aus Großrechnersystemen oder von PC-Netzwerken in die Cloud zu verlagern.
Das sind die Annahmen zu Familienstand und Arbeitszeit
Bei allen drei Fällen betrachten wir das Jahreseinkommen und gehen für die Vergleichbarkeit davon aus, dass die Freiberufler ledig und kinderlos sind. Von 251 Arbeitstagen pro Jahr nehmen wir außerdem 70 Prozent produktive Arbeit an, also Zeit, die sich Kunden in Rechnung stellen lässt.
„Ein gewisser Teil der Arbeitszeit geht immer für Kundenakquise, Reisezeiten und Verwaltungstätigkeiten drauf. Besonders zu Beginn einer freiberuflichen Tätigkeit ist ein produktiver Anteil von 70 Prozent deshalb ein realistischer Wert“, sagt Anne Rupp von Malt. Ziehen wir außerdem noch 30 Tage Urlaub ab, auf die auch eventuelle Krankheitstage oder Weiterbildungszeiten fallen können, kommen wir auf jeweils 146 produktive Arbeitstage im Jahr.