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Studium MBA-Markt Deutschland – Viel Masse, wenig Klasse

Die Auswahl an hiesigen MBA-Angeboten ist groß. Das ist nicht nur gut für das Renommee des Abschlusses.
17.05.2018 - 20:10 Uhr Kommentieren
Nur etwa jeder zehnte Student belegt noch das klassische Executive-MBA-Programm, das über ein oder zwei Jahre geht. Quelle: Imago/Westend61
Studium

Nur etwa jeder zehnte Student belegt noch das klassische Executive-MBA-Programm, das über ein oder zwei Jahre geht.

(Foto: Imago/Westend61)

Krise? Welche Krise? Während in den USA mehrere MBA-Programme mangels Nachfrage eingestellt wurden und das King’s College in London bei der Gründung seiner Wirtschaftskaderschmiede 2017 den renommierten Abschluss gar nicht erst ins Curriculum aufnahm, erfreut sich der ursprünglich aus den USA stammende Master of Business Administration in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit.

„Die Studentenzahlen haben sich in den letzten zehn Jahren auf circa 10.000 verdreifacht“, sagt Detlev Kran, Bildungsexperte und Herausgeber des Studienführers MBA-Guide.

Zwar wächst das Angebot nicht mehr so rasant wie vor einigen Jahren, doch mit knapp 280 unterschiedlichen Studiengängen ist die Auswahl im einstigen MBA-Entwicklungsland Deutschland groß (siehe Grafik). Und die in jüngster Zeit immer beliebteren spezialisierten Wirtschaftsstudiengänge sind dabei noch nicht eingerechnet.

Doch nicht alle sind glücklich mit der Entwicklung. Die Inflation der Programme entwerte den klassischen MBA, beklagt Christian Scholz, Wirtschaftsprofessor an der Universität des Saarlandes. Ursprünglich als Zweitstudium konzipiert, um Führungskräfte im Umgang mit Entscheidungssituationen im Betrieb zu schulen, hat sich die MBA-Ausbildung in Deutschland stark in Richtung eines allgemeinen Wirtschaftsstudiums verschoben.

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    Kein Weltniveau

    Nur etwa jeder zehnte Student belegt noch das klassische Executive-MBA-Programm, das über ein oder zwei Jahre geht. Die überwiegende Mehrheit macht den Abschluss berufsbegleitend oder per Fernstudium. Dadurch, fürchtet Scholz, sei der Unterschied zwischen der akademisch äußerst anspruchsvollen Ausbildung wie in Harvard oder Stanford und jedem anderen Wirtschaftsstudium kaum noch zu vermitteln.

    „Die klassische Business-Administration tritt in vielen Programmen in den Hintergrund“, bestätigt Kran. „Das sind eher Masterstudiengänge für Management. Aber letztlich ist das eine unternehmerische Entscheidung der Anbieter.“ Und der elitäre Klang des MBA-Titels lässt sich nun einmal am besten vermarkten.

    Ein weiteres Indiz, dass sich hinter den beeindruckenden Zahlen mehr Masse als Klasse verbirgt, ist auch die Größe der Anbieter: Mehr als 50 Prozent der MBA-Studenten in Deutschland lernen in Programmen mit weniger als 20 Teilnehmern. Akademisches Weltniveau, anspruchsvolle Forschung und hervorragende Kontakte in die Großindustrie sind jedoch hierzulande eher selten.

    Was auch an den Erwartungen hiesiger Arbeitgeber liegt: In Deutschland gilt ein MBA-Studium in zahlreichen Personalabteilungen noch immer als nette Zusatzqualifikation, und nicht unbedingt als Qualifikationsnachweis fürs Topmanagement wie zum Beispiel in Amerika. Viele deutsche Chefs sind nach wie vor eher mit einer Promotion zu beeindrucken.

    Zudem ist es bis heute nicht gelungen, in Deutschland eine Business School vom Weltruf einer London School of Economics oder eines Insead in Frankreich zu etablieren. Kritiker wie Scholz wünschen sich hier gemeinsame Anstrengungen aus Politik und Wirtschaft, um solche Leuchtturm-Institute auch hierzulande zu schaffen. Die Nachfrage dürfte jedenfalls vorhanden sein: „Mehr als zwei Drittel aller Deutschen, die ein Vollzeit-MBA-Studium absolvieren, tun das an einer Business School im Ausland“, erklärt Marktexperte Kran.

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