Westwing-Gründerin Delia Fischer: „Manche dachten, ich sei die Praktikantin“
In der Anfangszeit von Westwing wurde sie von Geschäftspartnern oft erst nicht ernstgenommen.
Foto: HandelsblattMünchen. Wer auf die Homepage von Westwing geht, der kommt an Delia Fischer nicht vorbei: Mit 34 Jahren ist sie nicht nur Chefin von 1100 Mitarbeitern, sondern auch das Aushängeschild der E-Commerce-Plattform mit ihren rund 900.000 Kunden. Die ehemalige „Elle“-Redakteurin war es, die die Idee hatte, Wohnaccessoires und Möbel über das Internet zu verkaufen. Mit einem täglichen Newsletter und einem Onlinemagazin, also einem Content-Marketing-Konzept, bei dem sich alles um Inspiration dreht. Zuletzt wurde mal wieder über einen Börsengang des Münchener Unternehmens spekuliert, an dem Rocket Internet mit knapp 32 Prozent beteiligt ist.
Frau Fischer, Sie haben Westwing mit Stefan Smalla und drei weiteren Männern gegründet. Wie oft wurden Sie für das schöne Beiwerk gehalten?
Oft! Manche haben anfangs gedacht, ich sei die Praktikantin. Andere haben mich als die schöne Doofe abgestempelt, die nur für die netten Bilder da ist. Und alles, weil ich blond bin und von Anfang an gesagt habe, dass ich mich lieber um die Produkte kümmere als um die Bilanz. Dabei habe ich in der ersten Zeit 80 Stunden die Woche gearbeitet, war jeden Samstag und Sonntag in der Firma, damit das mit Westwing klappt.