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Start-up für PersonalsoftwarePersonio stemmt nächste Übernahme und kauft Software-Spezialisten Back Technologies

Der Personalsoftware-Spezialist hat seine Umsätze im vergangenen Jahr wieder mehr als verdoppelt. Das Tempo soll auch mithilfe einer Akquisition gehalten werden.Axel Höpner 24.05.2022 - 00:01 Uhr Artikel anhören

James Lafa von Back, Hanno Renner von Personio und Christian Eggert von Back wollen ihre Software künftig noch enger verzahnen.

Foto: Janina Laszlo

München. Personio, eines der am höchsten bewerteten Start-ups in Deutschland, wagt seine zweite Übernahme. Der Personalsoftware-Spezialist übernimmt das Berliner Software-Start-up Back Technologies. „Viele unserer Kunden nutzen beide Produkte, wir können die Software von Back nun noch tiefer integrieren“, sagte Personio-Gründer Hanno Renner dem Handelsblatt.

Back Technologies automatisiert Personalprozesse und führt Kanäle wie E-Mail, WhatsApp und Slack zusammen. Mit der Technologie können zum Beispiel klassische Mitarbeiteranfragen über Slack oder Teams zu Gehaltsthemen mithilfe künstlicher Intelligenz automatisiert beantwortet oder an die richtige Stelle weitergeleitet werden. Back habe „enorm viel Erfahrung in der Entwicklung von Workflows, die fragmentierte Aufgaben zusammenführen“, sagt Renner.

Personio ist eines der deutschen Einhörner mit einer Milliardenbewertung. In der bislang letzten Finanzierungsrunde im Herbst sammelte das Unternehmen weitere 270 Millionen Dollar ein. Mit einer Bewertung von mehr als sechs Milliarden Dollar war Personio damit zeitweise das am zweithöchsten bewertete deutsche Start-up.

Damit hat sich Personio zu einem günstigen Zeitpunkt noch einmal frisches Kapital besorgt – das eigentlich noch gar nicht gebraucht wurde. Inzwischen haben die globalen Verwerfungen dazu geführt, dass die Investoren bei großen Finanzierungsrunden noch genauer hinschauen. Trade Republic, N26 und Gorillas sollen sich beim Fundrising schwergetan haben. In Start-up-Kreisen geht bereits die Angst vor „Flat Rounds“ oder sogar „Down Rounds“ um. Gemeint sind Finanzierungsrunden, bei denen die Firmenbewertung nicht weiter steigt oder gar sinkt.

„Wir sind froh, im aktuellen Umfeld sehr gut kapitalisiert zu sein“, sagte Renner. Er sehe die aktuell teilweise niedrigeren Bewertungen bei Start-ups eher entspannt. Denn Personio habe ein funktionierendes, resilientes Geschäftsmodell. Solche Unternehmen würden immer Investoren finden. „Unser Geschäftsmodell funktioniert auch in einer globalen Rezession“, sagt Renner.

Wachsen, wachsen, wachsen

Im vergangenen Jahr haben sich die Umsätze von Personio laut Branchenschätzungen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag mehr als verdoppelt. „Wir glauben, dass wir die dreistelligen Wachstumsraten noch lange durchhalten können“, sagte Renner. Man habe erst 0,35 Prozent des potenziellen Markts in Europa erschlossen und erweitere die Funktionalitäten.

Das Berliner Start-up Back arbeitete schon seit einigen Jahren mit Personio zusammen. Die IT-Tools konnten an die Personio-Software angebunden werden. „Wir freuen uns daher sehr, nun gemeinsam mit dem Marktführer People Workflow Automation weiter voranzutreiben“, sagte Back-Mitgründer Christian Eggert.

Der CEO war früher Manager bei den Rocket-Internet-Beteiligungen Zalando und Westwing, ehe er sein erstes eigenes Unternehmen gründete: Minodes, einen Anbieter von digitalen Analyseinstrumenten für den Einzelhandel. Die Firma verkaufte er später an den spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica.

Anschließend gründete Eggert den Lebensmittellieferdienst Bonativo. Das Unternehmen konnte die Erwartungen nie ganz erfüllen und wurde 2016 vom französischen Konkurrenten Foodassembly übernommen. Back Technologies ist nun Eggerts drittes selbst gegründetes Unternehmen.

Personio hat eine Standardsoftware für die Personalverwaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen entwickelt. Ziel ist es, eine Art SAP für Personaler in Firmen mit bis zu 2000 Mitarbeitern zu werden. Als potenzielle Kunden sieht Personio 1,7 Millionen Firmen in Europa.

Die Chemie muss stimmen

Für Personio ist die Übernahme auch eine Möglichkeit, qualifiziertes Personal zu gewinnen. „Es war uns wichtig, dass das Team vollständig inklusive der Gründer an Bord bleibt“, sagte Renner. Er kündigte auch die Eröffnung eines neuen Büros in Berlin an. Hier sollen zunächst 20 Beschäftigte arbeiten, die bisher im Homeoffice waren. Auch in Barcelona gibt es einen neuen Standort. Personio erhofft sich davon Zugang zu weiteren Tech-Talenten.

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Für Personio war es die zweite Übernahme nach dem Kauf des spanischen Lohnabrechnungsspezialisten Rollbox vor drei Jahren. Der Kaufpreis für Back liegt bei einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Renner kann sich weitere Akquisitionen vorstellen. „Wir gehen bei Akquisitionen aber sehr selektiv vor“, sagt er. „Es muss sehr gut zu dem passen, was wir bislang machen.“ Auch kulturell müsse die Chemie stimmen.

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