Gastkommentar: Eine Welt ohne Hunger ist möglich – Zehn Milliarden Euro-Fonds nötig
Der CSU-Politiker ist seit 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Foto: Photothek/Getty ImagesAn diesem Donnerstag diskutiert die Weltgemeinschaft in New York wieder einmal über Welternährung und den Kampf gegen den Hunger. Das mag beruhigend klingen. Für mich ist es aber ein Skandal, dass 800 Millionen Menschen im Jahr 2021 akuten Hunger leiden – obwohl der Planet das Potenzial und wir das Wissen und die Technologien haben, alle Menschen satt zu machen.
Während Sie diese wenigen Zeilen gelesen haben, sind fünf weitere Kinder an Hunger gestorben. 15.000 Mädchen und Jungen, an jedem einzelnen Tag! Kaum ein anderes Menschenrecht wird häufiger verletzt als das auf ausreichende Nahrung. Hungersnöte treffen Kinder besonders dramatisch. Ihr Immunsystem ist vielen Krankheiten wie Tuberkulose und Durchfallerkrankungen schutzlos ausgeliefert. Wenn Kinder hungern, leiden sie ein Leben lang unter den Folgen, sowohl körperlich als auch bei der Lernfähigkeit.
Dabei waren wir beim Kampf gegen den Hunger auf einem guten Weg: Seit 1990 konnte die Zahl der Hungernden um 200 Millionen verringert werden, obwohl zwischenzeitlich zwei Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben. Doch die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen haben zu einer dramatischen negativen Trendwende geführt: Lieferketten sind unterbrochen. Millionen Menschen stehen ohne Arbeit auf der Straße.