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Prüfers Kolumne Wenn die reichste Frau Deutschlands einem eine Million Euro schenken will

Eine Industriemagnatin lockt per Mail mit einer riesigen Geldsumme. Leider hat das Angebot von Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann einen kleinen Haken.
20.02.2020 - 13:39 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Neulich bekam ich eine Mail von Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Gesellschafterin der Schaeffler AG und eine der reichsten Frauen Deutschlands. Sie stellte sich kurz vor und teilte mir mit: „Ich habe beschlossen, 1.000.000,00 Euro an Sie zu spenden.“ Ich fand das sehr nett, sagt man deutschen Superreichen doch nach, sie seien geizig.

Ich schrieb ihr mit freundlichsten Grüßen zurück, dass ich ein Million Euro sicherlich gut brauchen könne. Ich bekam prompt wieder eine Mail: „Lieber Geliebter“ schrieb sie. Ich fand das für eine Geschäftsfrau ungewohnt intim. „Ich fühlte mich stark beim Schreiben, seitdem Sie mich kontaktiert haben“, fuhr sie fort – ich bekam den Eindruck, es ging ihr vor allem darum, mit jemandem reden zu können, Reichtum macht ja einsam, hört man immer wieder. „Meine Spende in Höhe von 1.000.000,00 Euro ist vielleicht nicht viel für Sie, aber ich glaube, sie wird einen großen Beitrag zur Verbesserung Ihres Standards leisten.“

Ich fühlte mich geschmeichelt, dass sie meine finanziellen Verhältnisse so optimistisch einschätzte. Sie verlangte weiter, dass ich ihr meine Adresse und meine Handynummer schicken sollte, das fand ich übertrieben.

Ich bekam den Eindruck, für Frau Schaeffler sei das Geldverschenken eine Art Eigentherapie: „Ich habe nicht viel Geld auszugeben, also behandle ich mich mit Taten, die für andere ein Segen sind“, schrieb sie. Sie schrieb, dass ich bald einen Brief erhalten würde, der die Zahlung über die „M & T Bank“ autorisieren würde.

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    Ich war um etwas Distanz bemüht, denn ich fürchtete, dass unser Kontakt zu persönlich würde. Ich bin nämlich nicht käuflich, auch nicht für eine Million Euro. Ich schrieb ihr, dass Sie mir das Geld gern per Paypal überweisen könne, das sei wohl das Einfachste.

    Frau Schaeffler antwortete nun etwas distanzierter: „Es ist eine Registrierungsgebühr von Ihnen zu zahlen.“ Diese Gebühr von 100 Euro erhebe der Internationale Währungsfonds, „um Betrugsopfer im Internet zu kontrollieren, damit Betrug beendet werden kann.“

    Ich bin gegen Betrug, fragte Frau Schaeffler aber in meiner nächsten Mail, ob es nicht einfacher sei, sie entrichte diese Anti-Betrugsgebühr selber und überweise mir nachher nur 999.900 Euro. Darauf ging Maria-Elisabeth Schaeffler aber nicht ein.

    Stattdessen wurde sie kumpelhaft: „Wie geht es dir heute???“, meldete sie sich bei mir ohne Anrede. „Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich bei der Bank war“, dort würde man „gut und hart arbeiten, um sicherzustellen, dass diese Spende bis Ende des heutigen Tages bei Ihnen ankommt“. Dann wurde sie für eine Unternehmerin ungewöhnlich pathetisch. „Ich möchte, dass Sie wissen, dass Ihr Sieg zu 100 Prozent versichert und garantiert ist.“

    Ich wollte keinen Sieg und auch keine Duz-Beziehung mit einer Industriemagnatin. Frau Schaeffler schrieb, ich sollte unbedingt die 100 Euro überweisen. Ihr schien das viel wichtiger, als die Spende von einer Million, sie schickte die Kontonummer. Nach dem Namen des Kontoinhabers zu schließen, logiert die Behörde in Nigeria.

    Ich habe mich nicht mehr gemeldet.

    Mehr: Menschen mit Dialekt sind besonders verträglich – und sollten bevorzugt eingestellt werden.

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