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Gastkommentar – Homo oeconomicus Der Preis für Krisen ist oftmals viel zu hoch

Die Gefahr von Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft ist zu groß. Die Finanzmärkte sind in einem sehr labilen Zustand, warnt Lena Sellgren.
12.04.2021 - 13:02 Uhr Kommentieren
Für den Moment sollten wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Zentralbanken richten. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Für den Moment sollten wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Zentralbanken richten.

(Foto: dpa)

Über die nächste Krise nachzudenken, bevor die aktuelle vorbei ist, mag vermessen erscheinen. Aber die Corona-Pandemie nähert sich ihrem Ende, und es ist höchste Zeit, das größere Bild zu betrachten. Die aufgeblähten Bilanzen der Zentralbanken, die rekordtiefen Zinsen und die großen Konjunkturpakete geben Anlass zur Sorge. Die Gefahr von Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft ist eindeutig zu groß.

Rasche Anhäufung von Schulden und spekulative Vermögensanlagen haben bisher immer zu irgendeiner Form von Krise geführt. Nach der Jahrtausendwende haben wir den IT-Crash von 2001, die globale Finanzkrise von 2008 und zuletzt die Coronavirus-Pandemie erlebt. Die Europäer waren auch mit der Schuldenkrise von 2011 konfrontiert.

Als die Aktienmärkte im ersten Quartal des vergangenen Jahres weltweit um rund 30 Prozent einbrachen, ahnten nur wenige, dass sich die Märkte im zweiten Quartal so schnell erholen würden. Jetzt, wo die Agenda 2030 und grüne Investitionen im Mittelpunkt stehen und die Finanzmärkte eher zu grünen als zu braunen Investitionen treiben, stellt sich die Frage, ob der derzeitige Optimismus wirklich in der Realität verwurzelt ist. Dehnt sich hier eine grüne Blase aus, die platzen könnte?

Für den Moment sollten wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Zentralbanken richten. Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn die Inflation anspringt – die Zentralbanken werden sich nicht zurückhalten, so viel ist sicher.

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    Die Finanzmärkte werden in Aufruhr geraten, was zu einem Einbruch der Aktienmärkte und fallenden Immobilienpreisen führen wird. Und was ist mit der gestiegenen Staatsverschuldung durch die Konjunkturpakete? Eine Verschuldung von mehr als 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kann niemals langfristig aufrechterhalten werden.

    Der Optimist wird darauf setzen, dass die Zinsen und die Inflation niedrig bleiben. Der Pessimist hingegen wird zu dem Schluss kommen, dass die Inflation kurz vor ihrem Comeback steht. In seiner Vorstellungswelt werden die Zinssätze in die Höhe schnellen, und in der Folge wird ein starker Rückgang der Vermögenspreise eine Finanzkrise auslösen.

    Krisen kommen immer wieder

    Welche anderen Szenarien könnten auf uns zukommen? Steuern wir auf einen groß angelegten militärischen Konflikt zwischen den USA und China um Taiwan zu? Oder passiert vielleicht das Undenkbare – dass die Vereinigten Staaten aufgelöst werden, weil das liberale Kalifornien und das konservative Texas darauf drängen, die Union zu verlassen?

    Wann und warum die nächste Krise eintritt, ist immer eine große Unbekannte. Aber die Geschichte lehrt uns: Krisen kommen immer wieder. Sie richten Schaden in unseren Gesellschaften an, aber dann geht das Leben weiter. Krisen kommen und gehen, aber der Preis, der dafür zu zahlen ist, ist manchmal viel zu hoch.

    Mehr: Biden stellt die Weichen neu: Globale Lieferketten sollen unabhängiger von China werden.

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