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Homo oeconomicus Subventionen für CO2-Abscheidung sind verschwendetes Geld

Die beiden Verfahren, die am meisten gefördert werden, setzen bei richtiger Rechnung mehr Kohlendioxid frei, als sie entnehmen. Das ist ein Problem.
20.08.2020 - 10:39 Uhr Kommentieren
June Sekera ist Gastwissenschaftlerin an der New School for Social Research und Senior Research Fellow am University College London. Quelle: North County Headshots
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June Sekera ist Gastwissenschaftlerin an der New School for Social Research und Senior Research Fellow am University College London.

(Foto: North County Headshots)

Regierungen subventionieren die Entwicklung von industriell-chemischen Methoden der Kohlenstoffabscheidung unter der Prämisse, dass wir dadurch fossile Brennstoffe klimaunschädlich weiter verbrennen können. Doch die beiden meistverwendeten Methoden, die von den Steuerzahlern finanziert werden, geben mehr CO2 in die Luft ab, als sie entfernen.

Bei der „Kohlenstoffabscheidung und -speicherung“ (CCS) wird CO2 aus Schornsteinen aufgefangen und meist für eine „verbesserte Erdölförderung“ verwendet, wobei es dem atmosphärischen CO2 wieder hinzugefügt wird. Die „direkte Luftabscheidung“ (DAC), die CO2 aus der Umgebungsluft abzieht, erfordert einen enormen Energieaufwand. Wenn dieser aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, ist DAC auch ein Netto-CO2-Verursacher.

Studien zeigen, dass diese Methoden 1,4- bis 4,7-mal mehr CO2 ausstoßen, als sie entfernen. Diese Forschungsergebnisse scheinen an den US-amerikanischen, britischen und europäischen Gesetzgebern vorbeigegangen zu sein, die diese Methoden fördern, zum finanziellen Vorteil der Ölgesellschaften und anderer, die die industrielle Kohlenstoffabscheidung bewerben.

Dies ist ein Problem. Kollektiv müssen wir das atmosphärische CO2 reduzieren. Das wird durch finanzielle Anreize für Marktakteure angegangen, weil CO2 als kommerzieller Bestandteil für Anwendungen wie Synfuels oder Zement angesehen wird oder weil die Unternehmen das CO2 in Gigatonnen vergraben würden, und zwar angeblich ohne schädliche Auswirkungen.

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    Aber die Märkte für die Nutzung von abgefangenem CO2 sind im Verhältnis zum Bedarf in einem klimabedeutenden Maßstab verschwindend gering. Und Nebenschäden im Zusammenhang mit der geologischen Speicherung von CO2 wie Erdbeben, Wasserverschmutzung und Ausbrüche sind gut dokumentiert.

    Öffentliche Subventionen sind nicht gerechtfertigt

    Lösungen werden nicht durch Gewinnanreize entstehen. CCS kann niemals atmosphärisches CO2 reduzieren, da man nicht mehr vergraben kann, als man aus Schornsteinen abtrennt. Daher sind öffentliche Subventionen nicht gerechtfertigt. Die DAC kann eine Netto-CO2-Reduzierung erreichen, wenn CO2 abgeschieden und eingelagert und nicht verkauft wird.

    Wenn die Kohlenstoffabscheidung unabdingbar ist (was an sich schon fragwürdig ist) und öffentlich bezahlt werden muss, brauchen die Entscheidungsträger ein Instrument, um Methoden hinsichtlich Ressourceneinsatz und der biophysikalischen Ergebnisse vergleichen können.

    Ich beschreibe ein solches Instrument im Aufsatz „Assessing Carbon Capture“ in der Zeitschrift „Biophysical Economics and Sustainability“. Außerdem muss die Kohlenstoffreduzierung als eine öffentliche Dienstleistung wie Abfallbeseitigung behandelt werden und nicht als Chance für privaten Profit.

    Technologie und Fachwissen sollten im öffentlichen Bereich angesiedelt sein, die Auftragsvergabe sollte bei öffentlichen Bediensteten liegen, die gesellschaftlichen Bedürfnissen verpflichtet sind. Nur dann könnte die Kohlenstoffbeseitigung den biophysikalischen Ertrag bieten, den die Menschheit benötigt.

    Mehr: „Hochrisikoprojekt“ CO2-Grenzausgleich: Schaden könnte größer als der Nutzen sein

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