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Homo oeconomicus Von Taiwans Krisenreaktion können alle lernen

Taiwan hatte keine Maskenproduktion als Corona losbrach. In nur 25 Tagen haben Regierung und Industrie ausreichende Produktionskapazitäten geschaffen, berichtet Richard Koo.
08.04.2021 - 11:39 Uhr Kommentieren
Richard Koo ist Chefvolkswirt des Nomura Research Institute in Tokio. Quelle: imago images / Italy Photo Press
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Richard Koo ist Chefvolkswirt des Nomura Research Institute in Tokio.

(Foto: imago images / Italy Photo Press)

Die Covid-19-Pandemie hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob Güter zur Sicherung der öffentlichen Gesundheit im eigenen Land hergestellt werden sollten. Da China zum Hauptlieferanten für so viele Dinge geworden ist, sah sich die ganze Welt mit einer Verknappung kritischer Güter konfrontiert, als das Land seine Produktion einstellen musste, um Covid-19 einzudämmen.

Da viele Länder zur gleichen Zeit mit dem Mangel konfrontiert waren, half Ausweichen auf andere ausländische Lieferanten auch nicht weiter. Andererseits ist es nicht einfach und auch teuer, alles, was benötigt wird, im eigenen Land zu produzieren.

Taiwan, ein demokratisches Land mit 23 Millionen Einwohnern, war für die Versorgung mit medizinischen Masken auch stark von China abhängig. Das taiwanesische Wirtschaftsministerium hat sofort gehandelt und eine stillgelegte Maschine zur Maskenherstellung ausfindig gemacht. Es zerlegte sie in ihre etwa tausend Bestandteile.

Dann suchte das Ministerium mithilfe eines Industrieverbands nach jemandem, der diese Teile in kürzester Zeit herstellen konnte. Ziel war es, zehn Millionen Masken pro Tag herzustellen, was laut Experten zu diesem Zeitpunkt etwa sechs Monate gedauert hätte.

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    Aber das vom Ministerium zusammengestellte „nationale Team“ aus 141 Firmen und Organisationen, die rund um die Uhr arbeiteten, um sowohl die Teile für die Maschinen zu produzieren als auch die Produktionslinie für die Masken einzurichten, schaffte es in 25 Tagen!

    Das ermöglichte es jedem Taiwaner, bis Anfang März 2020 mindestens zwei neue chirurgische Masken pro Woche zu bekommen. Dies, zusammen mit anderen gut koordinierten Maßnahmen, begrenzte die kumulativen Covid-19-Infektionen seit Januar 2020 auf 1041 und die Todesfälle auf zehn.

    Regierung muss Wissen ständig aktualisieren

    Eine Regierung kann also auch dann, wenn ein Produkt nicht in ausreichender Menge im eigenen Land hergestellt wird, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Bürger gewährleisten, indem sie bei Bedarf ein nationales Team von Herstellern organisiert, das dieses Produkt schnell liefert.

    Dafür muss die Regierung ihr Wissen darüber, wer was produzieren kann, ständig aktualisieren. Eine solche Anstrengung und Vorbereitung wird der Wirtschaft in Krisenzeiten entscheidende Widerstandsfähigkeit verleihen.

    Nicht jedes Land hat eine so breite Produktionsbasis wie Taiwan. Es ist aber schockierend, dass die meisten Regierungen der Industrieländer, die über eine solche breite Basis verfügen, keine Anstrengungen unternommen haben, ein solches nationales Team zu organisieren, um ihre Bevölkerung mit dem Benötigten zu versorgen.

    In Anbetracht der zunehmenden Häufigkeit von Katastrophen müssen die Regierungen dringend Notfallpläne aufstellen, die die Bildung nationaler Teams zur Herstellung essenzieller Artikel beinhalten.

    Mehr: Trotz und wegen Corona: Die deutsche Industrie investiert kräftig in neue Technologien

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