Märkte Insight: Auf welchen zuverlässigen Frühindikator Anleger nun achten sollten

Die Entwicklung der Geldmenge war in der Vergangenheit ein guter Indikator für fallende Börsen, erklärt Handelsblatt-Redakteur Ulf Sommer.
Foto: Getty ImagesNach den Kursverlusten in den ersten drei Augustwochen, die den Dax um fast 1000 Punkte fallen ließen, war am Montag Erholung angesagt. Vor allem die robuste US-Konjunktur macht Investoren Hoffnung – ungeachtet der stagnierenden Wirtschaft in Europa und der unerwartet schwachen Erholung in China, nachdem Ökonomen auf einen Boom gesetzt hatten.
Doch Investoren sollten auch an guten Börsentagen die schlechten monetären Einflussfaktoren in den Blick nehmen. Dazu zählen erstens die vielen Zinserhöhungen in Europa und den USA. Dadurch verteuern sich künftige Kredite und Anleihen für Konsumenten und Unternehmen.
Obendrein werden Anlageformen abseits der Aktie immer attraktiver: Wer sein Erspartes auf dem Geld- oder Anleihemarkt investiert, bekommt dafür inzwischen Jahreszinsen von drei und mehr Prozent.
Zweitens gibt die schrumpfende Geldmenge Anlass zur Sorge. Darauf weist Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp eindringlich hin. Es geht dabei um die Sichteinlagen: das täglich verfügbare Geld, das derzeit immer weniger wird.
Die Geldmenge M1 ist in Europa im Juni im Vorjahresvergleich um acht Prozent geschrumpft nach einem Minus von sieben Prozent im Mai. In den USA fiel das Minus mit gut zehn Prozent im Juni noch stärker aus. Der Trend weist seit Jahresbeginn nach unten.