Märkte-Insight: Der „ehrliche“ Dax signalisiert neue Rekorde
Handelsblatt-Redakteur Jürgen Röder über langfristige Perspektiven für den Dax – und die Frage: Wann setzt eine Korrektur ein?
Foto: Getty ImagesDüsseldorf. Der deutsche Leitindex Dax ist ein ungewöhnliches Börsenbarometer. Während die wichtigsten Indizes weltweit ohne Anrechnung von Dividenden berechnet werden, ist die Frankfurter Benchmark ein Performanceindex, bei dem die Dividendenzahlungen der jeweiligen Unternehmen mit eingerechnet werden. Dadurch ist er schlechter mit anderen Indizes vergleichbar.
Das zeigt ein einfaches Beispiel: Der Dax-Kursindex ohne Dividenden ist in den vergangenen zehn Jahren um weniger als 50 Prozent gestiegen, der Performanceindex hingegen hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt. Deswegen lohnt sich für Anlegerinnen und Anleger auch ein Blick auf den „ehrlichen“ Dax, weil er ohne die Dividenden besser mit anderen Börsenbarometern verglichen werden kann.
Doch auch der Chart des Dax-Kursindexes signalisiert einen intakten Aufwärtstrend. Dieser bleibt nach Berechnungen von Jörg Scherer, Leiter technische Analyse der Bank HSBC Deutschland, intakt, solange der Kursindex oberhalb des runden Levels von 6000 Punkten bleibt. Aktuell notiert er bei rund 6250 Punkten.
Perspektivisch besteht nach Meinung von Scherer gerechnet ab der jüngsten Trendwende ein kalkulatorisches Anschlusspotenzial von rund 1150 Punkten. Daraus ergibt sich ein Kursziel oberhalb der Marke von 7000 Zählern – das wäre ein neues Rekordhoch.