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Märkte-InsightEs muss schon alles stimmen, damit die Kurse zulegen

Die Bilanzsaison nimmt Fahrt auf, und knapp die Hälfte der Unternehmen hat positiv überrascht. Das reicht aber oft nicht für einen Anstieg der Aktienkurse.Andrea Cünnen 26.07.2023 - 18:54 Uhr
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Aktuell werden Ergebnisse über den Erwartungen nicht zwingend mit Kurssteigerungen belohnt, hat Handelsblatt-Redakteurin Andrea Cünnen beobachtet.

Foto: dpa

Jetzt ist die Zeit der Zahlen, aber sie läuft nicht besonders gut. In Europa haben laut einer Analyse der Bank of America bislang 46 Prozent der Unternehmen mit ihren Bilanzen für das vergangene Quartal die im Vorfeld recht niedrigen Erwartungen der Analysten übertroffen. Das klingt zunächst ganz gut, aber: Die Quote der Positivüberraschungen ist so niedrig wie zuletzt Ende 2019. Doch das ist es nicht allein: Viele Konzerne, die gute Zahlen vorlegen, werden dafür an der Börse nicht entlohnt.

Dafür gab es am Mittwoch gleich mehrere beeindruckende Beispiele. In Deutschlands Leitindex Dax legten unter anderen der Sportwagenbauer Porsche und der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines insgesamt gute und außerdem bessere Ergebnisse für die vergangenen drei Monate vor als erwartet. In Frankreich übertrafen der Luxuskonzern LVMH und der Lebensmittelkonzern Danone mit ihren Gewinnen die Prognosen der Analysten. Die Aktien verloren jedoch allesamt in der Spitze zwischen kann drei und gut fünfeinhalb Prozent.

„Investoren achten sehr genau darauf, ob der Enthusiasmus, der die Aktien bislang getrieben hat, gerechtfertigt ist“, sagt dazu Max Newman vom britischen Vermögensverwalter Atomos. Es müsse schon alles stimmen, und Unternehmen müssten die Erwartungen sehr deutlich übertreffen, um die Kurse weiter steigen zu lassen. Das war bei Porsche, MTU, LVMH und Danone eben nicht der Fall.

Bei Porsche störten sich Anlegerinnen und Anleger am gesunkenen Absatz des einzig reinen Elektroautos Taycan und am vergleichsweise vorsichtigen Ausblick für das laufende Jahr. Bei MTU überschatteten Probleme bei den Antrieben vieler Airbus-Mittelstreckenjets die gute Quartalsbilanz. Weltweit müssen 1200 Turbinen, die MTU gemeinsam mit dem US-Partner Pratt & Whitney herstellt, überprüft werden.

LVMH übertraf die Erwartungen der Analysten nur leicht. Luca Solca, Analyst für Luxusgüterkonzerne beim US-Researchhaus Bernstein, geht aber davon aus, dass dies den Investoren nicht genügte. Bei Danone enttäuschte hingegen der gesunkene Absatz. Der französische Lebensmittelkonzern steigerte Umsatz und Gewinn vor allem deshalb, weil er die Preise kräftig erhöhte.

Aktie von Rolls-Royce erreichen höchsten Stand seit 2020

So richtig punkten konnte an der Börse mit seinen Zahlen zur Wochenmitte nur ein Unternehmen, und zwar der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce. Dessen Aktie schnellte an der Londoner Börse in der Spitze um fast 25 Prozent auf fast 191 Pence nach oben. So viel hatte die Rolls-Royce-Aktie zuletzt im Frühjahr 2020 gekostet.

Die Akteure an der Börse belohnten die um deutliche 45 Prozent angehobene Prognose für den Betriebsgewinn im laufenden Jahr. Die Kursrally am Mittwoch machte die Aktie nicht nur zum größten Tages-, sondern mit einem Plus von insgesamt mehr als 95 Prozent auch zum bisher größten Jahresgewinner im britischen Leitindex FTSE 100.

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Zu den größten Tagesgewinnern im Dax gehörte mit RWE immerhin ein Unternehmen, das gute Zahlen präsentierte und gleichzeitig seine Prognose deutlich erhöhte. Der Essener Versorger legte seine vorläufigen Zahlen und die um 20 Prozent angehobene Erwartung für den operativen Gewinn im laufenden Jahr zudem überraschend vor. Vom Tageshoch von gut drei Prozent blieb am Ende aber nur gut die Hälfte übrig. Zudem mangelt es der RWE-Aktie an Momentum. Gegen den Trend liegt sie seit Januar leicht im Minus.

Dass sich gute Zahlen gerade am Mittwoch bei Weitem nicht immer in guten Kursen niederschlugen, lag zudem an der Zurückhaltung der Anleger vor den Zinsentscheidungen der US-Notenbank am Abend und der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. In diesem Umfeld gaben die meisten europäischen Indizes nach. Der Dax schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 16.131 Punkten.

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