Märkte Insight: Das fragile Fundament der Märkte
Welche Szenarien könnten zu einer Normalisierung der Zinsen führen?
Foto: APFrankfurt. Die Bankenkrise vom März ist fast schon wieder Geschichte. Die US-Konjunktur hält sich bislang überraschend stabil. In Europa ist eine mögliche Rezession zwar aus den Daten erkennbar, aber auch noch nicht wirklich zu spüren.
Selbst die Immobilienmärkte haben bisher die raschen Zinserhöhungen seit rund zwölf Monaten überwiegend recht gut verkraftet. Die Aktienindizes zeigen seit Jahresanfang eine starke Entwicklung, auch wenn sie zuletzt an Schwung verloren haben. Am Montag stieg der deutsche Leitindex Dax bis zum Handelsschluss um 0,5 Prozent auf 15.673 Punkte, der breite US-Index S&P 500 notierte im frühen Handel kaum verändert.
Aber sind die Risiken durch die Straffung der Geldpolitik wirklich überstanden? Otavio Costa, Makroökonomie-Experte beim Vermögensverwalter Crescat in Denver mit knapp 188.000 Followern auf Twitter, wiederholt einen warnenden Hinweis, den er im Mai schon einmal abgegeben hatte: „Es kann gar nicht genug betont werden, dass die US-Staatsanleihen das Fundament des gesamten Finanzsystems bilden.“
Im Mai war das Thema der politische Streit über die Grenze der erlaubten Verschuldung der US-Regierung. Damals warnte Costa, das eigentliche Problem werde sich nach Anhebung dieser Grenze ergeben, weil dann die US-Regierung ihr Konto wieder auffüllen will und dafür in großem Umfang Staatsanleihen ausgeben muss.