Märkte Insight: Zweifelhafte Signale für eine Rezession
Welche Szenarien könnten zu einer Normalisierung der Zinsen führen?
Foto: APFrankfurt. Seit Monaten liefert ein Phänomen am Anleihemarkt Diskussionsstoff: die „inverse Zinskurve“. Davon wird geredet, wenn Zinspapiere mit kurzen Laufzeiten mehr Rendite bringen als solche mit langen Laufzeiten, obwohl eine längere Bindung des Kapitals im Normalfall mehr abwerfen sollte. Diese Konstellation gilt als Vorbote einer Rezession.
Doch viele Ökonomen glauben aufgrund der Wirtschaftsdaten zumindest für die USA nicht an einen wirtschaftlichen Einbruch. Daher fragt sich: Welche Szenarien könnten zu einer Normalisierung der Zinsen führen?
Dazu haben die Schweizer Bank Vontobel und der unabhängige US-Analyst Ed Yardeni jetzt mögliche Varianten durchgespielt.
Anleihen, insbesondere US-Staatsanleihen, sind das Fundament des Kapitalmarkts. Steigen die Renditen, sinken im Gegenzug die Kurse so weit, dass der feste Zins bezogen auf den niedrigeren Kurs das neue, erhöhte Renditeniveau ergibt.
Das Problem jetzt: Eine inverse Kurve hat in der Vergangenheit sehr häufig eine kommende Rezession angezeigt. Eine Erklärung lautet, dass die Kapitalmärkte damit die Erwartung anzeigen, die hohen Zinssätze müssten künftig wegen einer schwachen Konjunktur wieder gesenkt werden.