Kommentar: Homeoffice? Habeck denkt an die Wahl statt an die Unternehmen
Berlin. Die Bürger zweifeln ohnehin daran, ob diese Bundesregierung einen Plan für Deutschland hat. Der jüngste Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), einen Rechtsanspruch auf Homeoffice einzuführen, dürfte daran nichts ändern. Im Gegenteil.
Bereits im Jahr 2020 machte sich Arbeitsminister Hubertus Heil dafür stark und fiel durch. Nun recycelt Habeck den Ladenhüter der Ampel, und man fragt sich: Warum? Wie soll Deutschland damit aus der Rezession kommen?
Habeck hätte diesen Vorschlag mal auf der Bauerndemo am Montag in Berlin machen sollen. Die Reaktion wäre im besten Fall nur Gelächter gewesen. Alle diese Menschen, angefangen von den Landwirten, über Handwerker und Arbeiter aus Industrie profitieren davon überhaupt nicht.
Der Minister argumentiert, der Anspruch, von zu Hause arbeiten zu können, helfe gegen den Fachkräftemangel. Doch gerade im handwerklichen und gewerblichen Bereich zementieren solche Regelungen die Zweiklassengesellschaft in der Arbeitswelt.
Welcher Jugendliche soll sich denn für eine Ausbildung im Handwerk begeistern, wenn er weiß, im Bürojob wird mein Homeoffice-Job nun sogar gesetzlich abgesichert. Da ist die Entscheidung angesichts der Work-Life-Balance schnell gefallen.
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Die Arbeitgeber versuchen heute schon alles, damit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Familienleben und Arbeit besser vereinbaren können. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Für Millionen von Arbeitnehmern gehört das Homeoffice deswegen ohnehin zum Alltag.
In der grünen Wählerklientel dürfte Habecks Vorschlag gut ankommen und auch bei den Gewerkschaften. Vielleicht sollte er aber als Wirtschaftsminister vor allem an die Unternehmen denken und nicht nur an die kommende Wahl.