Kommentar: Konter von Siemens auf Turbinen-Saga von Gazprom war überfällig
Mit technischen Ausreden kann Gazprom jetzt nicht länger argumentieren, meint unsere Redakteurin.
Foto: dpaDüsseldorf. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, die deutsche Energiesicherheit hänge an einer einzigen Turbine. Dafür haben die Machthaber im Kreml mit ihrer Propaganda gesorgt.
Wochenlang hat die russische Regierung behauptet, sie könne nur einen Bruchteil der möglichen Gasliefermengen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 schicken, weil eine Turbine von Siemens Energy fehle. Also setzte die Bundesregierung alles daran, besagte Turbine trotz Sanktionen wieder nach Russland zu schaffen, die sich zwecks Reparatur in Kanada befand.
Gegen jedwede Widerstände lenkte Kanada ein, die Turbine wurde ins Flugzeug verfrachtet und befindet sich nun seit anderthalb Wochen auf deutschem Boden. Sie könnte längst wieder in Russland sein. Doch Gazprom zufolge stelle Siemens Energy trotz wiederholter Aufforderung wichtige Dokumente nicht bereit. Seit 14 Tagen geht das so.
Nord Stream 1: Siemens Energy widersprach Gazprom zunächst nicht
Von Siemens Energy kam erst mal kein Widerspruch: Man bringe die Turbine so schnell wie möglich zurück. Und so konnte Gazprom seine Behauptungen ungehindert verbreiten. Kleine Sticheleien von Wirtschaftsminister Robert Habeck („Man hat manchmal den Eindruck, Russland will sie gar nicht mehr zurücknehmen.“) mal ausgenommen.