Kommentar: Die Posse von Elon Musk und dem Gold in Fort Knox

Sind die Kammern des Fort Knox im US-Bundesstaat Kentucky vielleicht leer? Oder ist zumindest ein Teil der knapp 4600 Tonnen Gold, die dort lagern sollten, verschwunden? US-Präsident Donald Trump und sein milliardenschwerer Chefinspektor Elon Musk haben diesbezüglich Zweifel geäußert. Finanzminister Scott Bessent, der als Leuchte der Vernunft im Dunkel der neuen US-Regierung gilt, hält dagegen. Aber was sagen diese Zweifel über die Zweifler aus?
Die Besessenheit von Gold ist auch in Deutschland hin und wieder ein Thema. Es gab auch schon Gerüchte mit Blick auf die Barren der Bundesbank, die im Keller der Fed New York, also bei der US-Notenbank, gelagert sind. Gold als Jahrtausende altes Zahlungsmittel hat eben seine Faszination. Gold-Fans sind oft zugleich Skeptiker gegenüber dem offiziellen Finanzsystem. Dazu passt, dass Musk auch die Fed durchleuchten soll: eine Geste der Macht, die klarmacht, dass niemand unabhängig von Trump ist.
Es klingt vielleicht ketzerisch, aber die Frage sollte erlaubt sein: Spielt es überhaupt eine Rolle, ob das Gold in Fort Knox oder im Keller der Fed New York noch da ist? Solange jeder daran glaubt, macht es keinen Unterschied.
Denn dass dieses Gold jemals gebraucht wird, ist extrem unwahrscheinlich. Die Staaten dieser Welt können mit ihren eigenen Währungen bezahlen. Und falls sie die ruiniert haben, was Trump mit einer Einmischung in die Geldpolitik der Fed durchaus schaffen könnte, hilft ihnen das Gold zunächst auch nur wenig. Oder sollte die Regierung ihre Rechnungen dann mit klein gehäckselten Goldbarren bezahlen? Oder mit einer goldgedeckten neuen Währung, an deren Deckung dann keiner glaubt?
Im Grunde spielt Gold, so faszinierend es ist, keine große Rolle. Wer davon besessen ist, hat ein gestörtes Verhältnis zur modernen Welt.
Manche Notenbanken, etwa in Russland und China, haben in den letzten Jahren Gold zugekauft. Wahrscheinlich, weil sie dem Dollar misstrauen. Erstens wegen der Staatsverschuldung und zweitens auch, weil die USA Dollar-Bestände von Staaten sperren könnten, mit denen sie im Clinch liegen. Im Grunde sind solche Käufe aber eher ein Zeichen von Schwäche.
Vielleicht noch idiotischer oder eher für Staaten mit kaputten Finanzen geeignet ist die Idee, staatliche Reserven in Bitcoin anzulegen. Wer das tut, stellt die eigene Währung infrage und ruiniert sie damit vielleicht noch. Freuen können sich dann Milliardäre wie Musk, die groß in Bitcoins investiert haben.
