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Ihr Kommentar im HandelsblattGehen die aktuellen Corona-Beschlüsse weit genug – oder viel zu weit?

Die neuen Beschränkungen sollen Rekordinzidenzen durch Omikron verhindern. Sind sie ein guter Kompromiss oder bei Weitem kein Corona-Wellenbrecher? Sagen Sie uns Ihre Meinung!Camilla Flocke 11.01.2022 - 11:15 Uhr Artikel anhören

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Foto: dpa

„Die Gastronomie ist ein Problembereich. Da sitzt man ohne Maske oft für Stunden“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und begründete so die bundesweite 2G-plus-Regel für die Gastronomie. Auf diese und weitere Corona-Einschränkungen hatten sich Bund und Länder in der vergangenen Woche geeinigt.

Für die Gastrobranche ist es ein weiterer Dämpfer. Viele Gastwirte befürchten, dass die ohnehin belasteten Umsätze noch weiter einbrechen. Manch Branchenvertreter würde sogar einen Lockdown der neuen Maßnahme vorziehen.

Doch die Politik sah sich genötigt, weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die vor allem durch Omikron getriebene vierte Coronawelle einzudämmen. Neben der 2G-plus-Regel in der Gastronomie haben sich Bund und Länder unter anderem auf diese Maßnahmen geeinigt:

  • Geboosterte Menschen (genauso wie frisch Geimpfte oder Genesene), die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, müssen nicht mehr in Quarantäne.
  • Für alle anderen enden Isolation und Quarantäne nach zehn Tagen. Kontaktpersonen und Infizierte können sich nach sieben Tagen durch einen PCR- oder Schnelltest (mit Nachweis) freitesten.
  • Weiterhin sind private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen mit maximal zehn Personen erlaubt. Bei Ungeimpften dürfen sich lediglich die Angehörigen des eigenen Haushalts sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen.

Uns interessiert Ihre Meinung: Gehen die neuen Maßnahmen weit genug – oder viel zu weit? Ist die 2G-plus-Regel in der Gastronomie möglicherweise gar der unternehmerische Todesstoß für viele Gastwirte? Oder ist sie das richtige Mittel, um die vierte Welle zu brechen und wirtschaftliche Normalität wiederherzustellen?

Kann eine kürzere Quarantäne einen Personalmangel vor allem in kritischen Einrichtungen wirklich verhindern? Welche Maßnahmen würden Sie bevorzugen, damit Rekordinzidenzen vermieden werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in fünf Sätzen an forum@handelsblatt.com. Ausgewählte Beiträge veröffentlichen wir mit Namensnennung am Donnerstag gedruckt und online.

Erläutern die Beschlüsse: Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Länderchefs Hendrik Wüst (l.) und Franziska Giffey (r.).

Foto: dpa

Die verkürzte Quarantäne und Isolierung hatten die Länder in der vergangenen Woche vor allem vereinbart, damit das öffentliche Leben insbesondere die kritische Infrastruktur mit Krankenhäusern, Feuerwehr und Polizei nicht zusammenbricht. Denn es wird erwartet, dass die Omikron-Variante zu hohen Infektionszahlen führt und deswegen auch deutlich mehr Menschen als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.

Doch diese Maßnahme sehen nicht alle als einen guten Kompromiss an. Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes, etwa sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass die Befreiung von der Quarantäne für frisch geimpfte oder genesene Kontaktpersonen „medizinisch fragwürdig“ sei. Eine von der Delta-Variante genesene Person sei nicht gegen die Omikron-Variante immun.

Ebenfalls Kritik an den neuen Beschlüssen üben die von CDU und CSU geführten Bundesländer. Sie fordern in einem eigens aufgesetzten Papier, dass der Bund die epidemische Lage wieder feststellen solle. Diese kann als Rechtsgrundlage für schärfere Kontaktbeschränkungen wie Geschäfts- und Schulschließungen dienen. Einige Wissenschaftler halten weitere Kontaktreduktionen ebenfalls für nötig.

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Ob die Beschränkungen nun wirken oder nicht, ob sie zu lasch oder zu streng sind, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Bundesgesundheitsminister Lauterbach deutete seine Ansicht jedenfalls bereits am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ an. So seien die getroffenen Beschlüsse „ein ganz wichtiger Schritt nach vorne“, doch diese würden nicht reichen, um Omikron zu besiegen.

Wenn Sie sich zu diesem Thema im Handelsblatt zu Wort melden möchten, schreiben Sie uns einen Kommentar, entweder per E-Mail an forum@handelsblatt.com oder auf Instagram unter @handelsblatt.

Zuletzt debattierte die Handelsblatt-Leserschaft über die Pläne der EU-Kommission, demnach Atomkraft und Erdgas als nachhaltig eingestuft werden sollen. Welche Meinungen vertreten waren, können Sie hier nachlesen

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