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Kommentar Conti-Chef Setzer kann von Vorgänger Degenhart lernen – muss aber neue Wege gehen

Der Zulieferer muss konsequenter in die automobile Software-Ära geführt werden. Dazu muss Neu-Chef Setzer Conti von Schaeffler emanzipieren.
13.11.2020 - 09:13 Uhr Kommentieren
Der neue Conti-Chef muss konsequenter Handeln als sein Vorgänger Degenhart. Quelle: dpa
Nikolai Setzer

Der neue Conti-Chef muss konsequenter Handeln als sein Vorgänger Degenhart.

(Foto: dpa)

Nikolai Setzer wird nachgesagt, er sei ein harter, aber fairer Manager. Die Arbeitnehmervertreter Continentals sind alles andere als glühende Anhänger des bisherigen Chefs des Automotive Boards. Aber sie schätzen seine klare Haltung. Eine Eigenschaft, die sie bei seinem Vorgänger Elmar Degenhart vermisst hatten.

Jetzt ist Setzer der Chef von Conti – einem ungewöhnlichen Dax-Konzern. Mit einem Anteil von 46 Prozent spielt die Schaeffler-Familie eine entscheidende, wenn auch umstrittene Rolle. Beim zweitgrößten deutschen Automobilzulieferer mischen zudem mit der IG Metall und der IG BCE gleich zwei Gewerkschaften mit.

Diese Gemengelage macht es keinem Vorstandsvorsitzenden leicht. Degenhart lotste den Konzern über elf Jahre recht erfolgreich durch die verschiedenen Interessenlagen. Nur in den vergangenen zwei Jahren verließ ihn das Glück und das richtige Timing bei seinen Entscheidungen.

Der Konzernumbau kam verspätet, dann sperrten sich die Beschäftigten unerwartet massiv gegen die Sparpläne, zuletzt kam die Coronakrise. Sie offenbart, dass Conti den Strukturwandel in Teilen gewaltig verschlafen hat. Es fehlen eine klare Strategie und die finanzielle Durchschlagskraft.

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    Für Setzer heißt das: Degenharts Weg fortzusetzen wird nicht reichen. Setzer braucht einen Plan, der wesentlich weiter denkt als die Ideen seines Vorgängers und der die Belegschaft mitzieht. Dem Aufsichtsrat hat er seine Strategie bereits präsentiert. Er will Conti noch konsequenter in eine Ära der automobilen Software führen.

    Das ist richtig, erfordert aber, neben großen Investitionen, Mut. Denn der Vorstand um den neuen Konzernchef darf nicht nur gegenüber den Arbeitnehmern Härte zeigen. Er muss den Konzern auch ein Stück weit strategisch von Großaktionär Schaeffler emanzipieren. Nur so wird Setzer eine klare Wachstumsstrategie präsentieren können. Ungefährlich ist das nicht. Degenharts Vorgänger Karl-Thomas Neumann hatte versucht, sich Schaeffler zu widersetzen – am Ende ging Neumann.

    Zumindest was die Finanzmittel für die wichtigen Investitionen in die Digitalisierung des Geschäfts angeht, könnte Setzer einen ersten Akzent setzen. Er müsste eigentlich der Not gebietend eine Dividendenausschüttung im kommenden Jahr ausfallen lassen – was allerdings keinem der Anteilseigner gefallen dürfte.

    Der 49-Jährige könnte bereits auf den Kapitalmarkttagen, die am 8. Dezember beginnen, die Erwartungen an eine Dividende dämpfen. Diesen Schritt rechtfertigen kann er allerdings nur, wenn er überzeugend erklärt, wie er das Kapital gewinnbringend einsetzen wird. Andernfalls könnten die über 15 Prozent Kurssteigerung an der Börse seit Degenharts Rückzug Ende Oktober schnell wieder verloren gehen. Setzer hat es selbst in der Hand.

    Mehr: Der neue Conti-Chef muss Degenharts Konzernumbau zu Ende bringen und eine klare Wachstumsstrategie entwickeln. Eine Schonfrist bekommt Setzer nicht.

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