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KommentarDer Dauerstreit um Landesbanken bedroht die heile Welt der Sparkassen

Die größten Risiken der öffentlich-rechtlichen Geldhäuser liegen in den Landesbanken. Das zeigt sich pünktlich zum Sparkassentag im Ringen um die Zukunft der NordLB.Elisabeth Atzler 01.06.2023 - 17:46 Uhr
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Die Sparkassen sind gut durch die Niedrigzinsphase gekommen. Sie sind solide und etwas langweilig. Geht es um Landesbanken, kommt es aber schnell zum Streit.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Sparkassen sind die Marktführer im Geschäft mit privaten Kundinnen und Kunden und dem Mittelstand. Sie sind widerstandsfähig, grundsolide und ein bisschen langweilig. Bisher hat den Sparkassen weder die lange Negativzinsphase viel anhaben können noch die sprunghaft gestiegenen Zinsen. Die wachsende Konkurrenz durch Finanz-Start-ups haben sie ebenso weggesteckt wie die Coronakrise.

Es gibt sogar erstaunlich positive Zahlen: Die Sparkassen-Finanzgruppe zählt seit Anfang 2023 rund 100.000 neue private Girokonten. Im vergangenen Jahr war die Zahl, Konten für Geflüchtete herausgerechnet, netto bereits um mehr als 300.000 gestiegen. Rund 36 Millionen Privatgirokonten führen die 357 Sparkassen derzeit. Mehr als 14 Millionen Nutzer zählt die Sparkassen-App.

Die Welt des öffentlich-rechtlichen Bankensektors wäre also in relativer Ordnung, gäbe es da nicht die Landesbanken. Noch immer sorgen das Thema Landesbanken und die Frage, welche Risiken sie bergen, für großen Streit.

Neuer Anlauf für Landesbanken-Konsolidierung ist unwahrscheinlich

Das wurde auch diese Woche auf dem Sparkassentag, dem Zusammenkommen der wichtigen Manager und (wenigen) Managerinnen aus der Sparkassen-Organisation, deutlich – einmal mehr. Denn fast elf Jahre nach Rettung und Zerschlagung der WestLB, der einst größten Landesbank, wird nun um die Zukunft der NordLB gestritten. Die niedersächsischen Sparkassen und das Land Niedersachsen, die zusammen zwei Drittel an der NordLB halten, ringen seit Monaten mit den anderen Sparkassen in Deutschland um die künftige Ausrichtung des Geldhauses.

Die bundesdeutschen Sparkassen, die seit der Rettung der NordLB vor dreieinhalb Jahren mit rund 24 Prozent beteiligt sind und nun bestimmte Entscheidungen blockieren können, sehen den Wachstumskurs des Hannoveraner Geldhauses kritisch und finden die Ausgaben für eine neue Banksteuerung überdimensioniert. Das Land Niedersachsen und die dortigen Sparkassen argumentieren dagegen, die NordLB müsse wachsen und sich weiterentwickeln, um dauerhaft bestehen zu können.

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Die Auseinandersetzung verdeutlicht, dass die Sparkassen die vergangenen Jahre nicht genutzt haben, bei der Konsolidierung der Landesbanken und ihrer Einheit mit Blick auf die zentralen Institute voranzukommen. Noch immer gibt es drei weitere große Landesbanken – in Stuttgart, München und Frankfurt. Und es sieht derzeit nicht nach einem neuen Anlauf aus.

Wie immer gibt es innerhalb der Sparkassen-Gruppe nur eine Einigung nach langem Zoff. Jeder der beteiligten Eigentümer kann gute Gründe für seine Position nennen. Nach außen bietet die Sparkassen-Organisation aber den Eindruck ständiger Reibereien. Der Streit um die NordLB wird nicht der letzte gewesen sein.

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