Kommentar: Der Gegner der deutschen Autoindustrie heißt Tesla – nicht Uber
Die Modelle der Hersteller werden immer größer und teurer.
Foto: Daimler AGMünchen. Am Ende bleiben Floskeln. „Pionierarbeit“ habe BMW beim Aufbau der Carsharing-Plattform geleistet, lässt der Autokonzern am Tag des Abschieds verkünden. Und auch bei Mercedes verlässt man „stolz“ das Feld. Doch die Zukunft gehöre „dem Kerngeschäft im Luxussegment“, und da passt die schnelle und günstige Automiete in Städten nicht mehr zu.
Keine drei Jahre nach der Fusion der Mobilitätsdienste steigen die Autokonzerne aus. „Share Now“, eine zentrale Säule des Unternehmens „Your Now“, wird an den Stellantis-Konzern verkauft. Es ist ein Schritt, den Mercedes-Chef Ola Källenius und BMW-Chef Oliver Zipse schon lange gehen wollten. Als „Mobilitätsdienste“ hatten sie sich nie gesehen.
„Your Now“ war das letzte große Projekt ihrer Vorgänger Dieter Zetsche und Harald Krüger. Die glaubten im Februar 2019 mit dem Zusammenlegen ihrer verlustschreibenden Carsharing-Flotten und Taxidienste ein milliardenschweres Gegengewicht zu dem damaligen Branchenschreck Uber aufbauen zu müssen.
Zipse und Källenius hielten das von Beginn an für einen Fehler – kaum waren sie im Amt, begannen sie mit der Rückabwicklung. Der angekündigte Verkauf von „Share Now“ ist nun der vorerst letzte Schritt dieser Kehrtwende.