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Kommentar Der Preis für Gold fällt wieder – Große Verluste dürften trotzdem ausbleiben

An den Faktoren, die den Goldpreis zu Rekorden getrieben haben, hat sich nichts Grundsätzliches verändert. Anleger haben deshalb keine großen Verluste zu befürchten.
11.08.2020 - 18:14 Uhr Kommentieren
Der Goldpreis tastet sich erneut an die Marke von 2000 Dollar heran. Quelle: dpa
Goldbarren

Der Goldpreis tastet sich erneut an die Marke von 2000 Dollar heran.

(Foto: dpa)

Je stärker die Rally, desto schärfer fällt vielfach auch die Korrektur aus. Das haben am Dienstag auch die Anleger am Goldmarkt zu spüren bekommen. Nachdem der Goldpreis innerhalb von sieben Tagen zunächst sein Allzeithoch und schließlich die Marke von 2000 Dollar knackte, haben Anleger nun im großen Stil Gewinne realisiert. Der Preis fiel in der Spitze um mehr als vier Prozent – eine außergewöhnlich starke Kursbewegung beim sonst so behäbigen Edelmetall. Der Preis für Silber fiel sogar um 7,5 Prozent.

Beobachter begründen den Abverkauf damit, dass die Rally schlicht heiß gelaufen war. Sie verwiesen zudem auf die leichte Korrektur an den Anleihemärkten und die leicht gestiegenen Realzinsen in den USA. Doch eine wichtige technische Marke konnte der Goldpreis zunächst verteidigen. Zwar hat der Goldpreis die Marke von 2000 Dollar pro Unze wieder unterschritten. Doch unter das Allzeithoch von 2011 bei 1920 Dollar pro Unze ist der Goldpreis nicht gefallen. Das dürfte weitere technische Verkäufe vorerst begrenzen.

Fest steht zudem: An den fundamentalen Faktoren, die den Goldpreis zu immer neuen Rekorden getrieben haben, hat sich nichts Grundsätzliches verändert. Anleger, die von der Korrektur am Edelmetallmarkt überrascht wurden, müssen daher nicht in Panik verfallen. Viel spricht dafür, dass eine Gegenbewegung am US-Anleihemarkt auch die Edelmetallmärkte erfasst und Gewinnmitnahmen ausgelöst hat. Denn der Goldpreis war zuletzt vor dem Hintergrund fallender Realzinsen in den USA gestiegen.

Am Dienstag zogen jedoch die Renditen von US-Staatsanleihen etwas an. Das ließ auch die Renditen nach Abzug der Inflation anziehen. Eine echte Zinswende, die Staatsanleihen im Vergleich zu Gold wieder wesentlich attraktiver erscheinen lässt, zeichnet sich jedoch noch längst nicht ab. Mit einer Rendite von 0,6 Prozent für eine Laufzeit von zehn Jahren liegen US-Staatsanleihen immer noch in der Nähe des Allzeittiefs.

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    Längerfristig orientierte Anleger sollten vor allem die Zuflüsse bei Gold-ETFs im Blick behalten. Diese haben die Edelmetallrally maßgeblich angeheizt. Sollten sich die Zuflüsse deutlich verlangsamen oder gar größere Abflüsse zu verzeichnen sein, könnte das ein Signal sein, dass der Edelmetallrally die Luft ausgeht. Doch solange die derzeit wichtigste Käufergruppe weiter aktiv ist, haben Anleger mit Gold im Portfolio keine großen Verluste zu befürchten.

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