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Kommentar Der Schaden für das Image von Adidas ist gewaltig

Der Sportartikelkonzern ist beliebt und bekannt. Das ist ihm nun zum Verhängnis geworden: Der Vorstoß, die Ladenmiete auszusetzen, kam nicht gut an.
30.03.2020 - 17:35 Uhr 8 Kommentare
Kommentar: Der Schaden für das Image von Adidas ist gewaltig Quelle: dpa
Adidas

Konzernchef Rorsted hätte darauf verzichten sollen, überhaupt die Mietzahlungen in Deutschland auszusetzen.

(Foto: dpa)

Adidas leidet unter der Coronakrise, und die anderen sollen dafür bezahlen: So kam der Entschluss von Vorstandschef Kasper Rorsted, die Miete für die Läden des Sportkonzerns auszusetzen, am Wochenende bei vielen Konsumenten an. Ein gewaltiger Aufschrei in den sozialen Medien folgte.

Tausende schworen auf Twitter, nie wieder zu der Marke mit den drei Streifen zu greifen. Politiker geißelten den Dax-Konzern als unsolidarisch. Die Boykottaufrufe wären zu vermeiden gewesen. Rorsted hätte die Maßnahme schneller und detaillierter erklären müssen. Dann hätten sich gewiss weniger Leute empört.

Denn größtenteils betrifft seine Entscheidung milliardenschwere Immobilienfonds, Versicherer und die Betreiber von Einkaufszentren. Privatvermieter nahm der Däne ausdrücklich aus. Das allerdings ging in dem Sturm der Entrüstung weitgehend unter.

Mehr noch: Rorsted hätte von vornherein darauf verzichten sollen, überhaupt die Mietzahlungen hierzulande auszusetzen. Schließlich geht es auf dem Heimatmarkt Deutschland nur um 26 Ladenlokale. Selbst im schlimmsten Abschwung der Nachkriegszeit handelt es sich bei einem Konzern mit 22 Milliarden Euro Umsatz um einen vergleichsweise geringen Kostenblock.

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    Gewaltig ist dagegen der Schaden für das bislang so gute Image von Adidas. Womöglich werden sich die Konsumenten noch in Jahren an den Vorfall erinnern und stattdessen zu den Shirts, Shorts und Schuhen der Konkurrenz greifen. Schaden nimmt auch die Glaubwürdigkeit. Umweltschutz- und Sozialinitiativen des Unternehmens kommen auf einmal weniger glaubwürdig daher.

    Nur eines ist positiv für Adidas an der ganzen Sache: Der öffentliche Aufschrei zeigt, wie bekannt und begehrt die Marke ist. Denn zeitgleich teilten Unternehmen wie Puma, Deichmann, Media Markt und Saturn oder auch H&M mit, genauso vorzugehen wie Adidas. Es hat fast niemanden interessiert.

    Mehr: Adidas setzt seine Mietzahlungen aus – und empört damit die Kunden.

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    8 Kommentare zu "Kommentar: Der Schaden für das Image von Adidas ist gewaltig"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Moin,
      adidas wird eine hervorragende Fallstudie für meine
      Vorlesung zum Thema “ Krisen-Management “-
      das Praxisbeispiel wie man eine Coole Marke belastet
      bzw. Ruiniert.
      Ich bin sicher, dass im kommenden Sommersemester
      kein Student mehr adidas in der Uni oder im Home Office
      Tragen wird.

      Prof.Dr.H.Dieter Dahlhoff
      Universität Kassel

    • Jetzt zeigen sich die Auswirkungen eines Wirtschaftsstudium in den USA.

      GEWINNMAXIMIERUNG, auf jeden Fall. Moral spielt keine Rolle.

      Ich erinnere an die Bankenkrise. (made in USA)

    • Natürlich nutzt der Konzern ein schlecht gemachtes Gesetz aus, aber warum? Allein die Ankündigung, die Mietzahlungen auszusetzen, reicht aus um die wirklichen Absichten des Konzerns zu erkennen, nämlich Geld ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft zu machen. Artikel 14 des Grundgesetzes "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen" gilt dort offenbar schon lange nicht mehr.

      Ich trage seit meinem achten Lebensjahr Sportschuhe und -kleidung von Adidas. Meine ersten Fussballschuhe hießen damals Adidas "Uwe". Ich bin 58 Jahre lang bei Adidas Kunde gewesen. Das ist jetzt vorbei. Es gibt ja noch andere Hersteller.

    • Natürlich nutzt der Konzern ein schlecht gemachtes Gesetz aus, aber warum? Allein die Ankündigung, die Mietzahlungen auszusetzen, reicht aus um die wirklichen Absichten des Konzerns zu erkennen, nämlich Geld ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft zu machen. Artikel 14 des Grundgesetzes "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen" gilt dort offenbar schon lange nicht mehr.

      Ich trage seit meinem achten Lebensjahr Sportschuhe und -kleidung von Adidas. Meine ersten Fussballschuhe hießen damals Adidas "Uwe". Ich bin 58 Jahre lang bei Adidas Kunde gewesen. Das ist jetzt vorbei. Es gibt ja noch andere Hersteller.

    • Ich hoffe , es schicken wie ich es auch tue , alle Kunden die während der Coronakrise nicht Tennis, Fußball oder Golf spielen können, ihre Adidasartikel an Adidas zurück.

    • Ich hoffe , es schicken wie ich es auch tue , alle Kunden die während der Coronakrise nicht Tennis, Fußball oder Golf spielen können, ihre Adidasartikel an Adidas zurück.

    • Ein Imageschaden, den das Handelsblatt mit zu verantworten hat. Anstatt die Schuld bei Herrn Herrn Rorsted zu suchen, sollte man vielleicht beim nächsten Mal genauer recherchieren bzw. beim Betroffenem nachfragen.

    • Umso mehr sollten sich Politiker hüten, der Herde der social Media Nutzer zu folgen und lieber abgewogen angesichts der Rechtslage urteilen.

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