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Kommentar Der Wirecard-Skandal könnte Olaf Scholz schaden

Im Fall Wirecard zeigt Staatssekretär Jörg Kukies fatales Krisenmanagement. Das könnte auch für seinen Chef Olaf Scholz, der gerne Kanzler werden würde, gefährlich werden.
16.07.2020 - 17:08 Uhr 2 Kommentare
Der Bundesfinanzminister wird als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt. Quelle: dpa
Olaf Scholz in Potsdam

Der Bundesfinanzminister wird als Kanzlerkandidat der SPD gehandelt.

(Foto: dpa)

Bis zur politischen Sommerpause hat Olaf Scholz ein fantastisches Comeback hingelegt. Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister profilierte sich als Corona-Krisenmanager, spannte Rettungsschirme auf und legte bei den persönlichen Beliebtheitswerten der Umfragen stark zu. Nur Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stehen besser da. Seiner SPD-Kanzlerkandidatur schien nichts mehr im Weg zu stehen.

Doch dann kam der Fall Wirecard, einer der größten Wirtschaftsskandale, die Deutschland je gesehen hat. Im politischen Zentrum steht mit Jörg Kukies einer der engsten Mitarbeiter von Scholz. Er holte den damaligen Deutschlandchef von Goldman Sachs ins Finanzministerium als Staatssekretär.

Dort ist Kukies für Finanzmarktfragen zuständig, und der Fall Wirecard fällt in seinen Geschäftsbereich. Das Krisenmanagement von Kukies ist fatal.

So musste er einen Gesprächstermin im November vergangenen Jahres mit Wirecard-Chef Markus Braun einräumen. Aus dem Inhalt machte er allerdings ein Staatsgeheimnis. Selbst wohlmeinende Begleiter halten das für einen Fehler.

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    Die Finanzpolitiker mussten in die Geheimschutzstelle des Bundestags gehen, wo offensichtlich nur dürre Informationen liegen. Das provoziert neue Nachfragen und eine Sondersitzung des Finanzausschusses. Ein Untersuchungsausschuss liegt in der Luft.

    Scholz’ Aufklärungswille scheint unterentwickelt

    Diese Mischung könnte für den möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Scholz hochexplosiv werden. Die Muster solcher Skandale ähneln sich stets: Scheibchenweise kommt die Wahrheit ans Licht, und es stellt sich die Frage: Wer wusste wann was?

    Je länger Kukies nicht für Transparenz sorgt, desto enger wird es für seinen Chef. Die SPD ist mittlerweile stark nach links gerückt. Da passen Geschichten von Investmentbankern, die sich offensichtlich wie ein Fisch im Wasser in der Wirecard-Community bewegen, nicht ins Narrativ.

    Scholz versuchte bereits, in die Offensive zu gehen. Er kündigte einen umfassenden Umbau der Finanzaufsicht Bafin an. Das ist eine typisch politische Nebelkerze. Der Aufklärungswille von Scholz und Kukies scheint unterentwickelt zu sein. Sie können unter anderem nicht erklären, warum das Leerverkaufsverbot der Bafin gerechtfertigt war.

    Olaf Scholz mag sich nicht jeden Tag mit dem Wirecard-Fall beschäftigt haben. Aber Kukies hat den münchhausenhaften Erklärungen des Wirecard-CEOs offenbar Glauben geschenkt. Das muss er aufklären, sonst klebt das an Scholz wie Kaugummi.

    Aus seinem Wumms des Konjunkturpakets könnte ein Rumms für ihn selbst werden. Der Finanzminister kennt die politischen Mechanismen genau. Sollte die Aufklärung misslingen, rollen Köpfe. Olaf Scholz wird darauf bedacht sein, dass es nicht sein eigener ist.

    Mehr: Bundesfinanzministerium hält Gesprächsinhalte mit Ex-Wirecard-Chef Braun geheim

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Der Wirecard-Skandal könnte Olaf Scholz schaden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Leider bin ich auch eine betroffene Rentnerin, die alle Ihre Ersparnisse auf die Wirecard Aktien gesetzt hat. Es macht mich nur unheimlich traurig , nachdem ich erfahren habe, Herr Scholz als FINANZMINISTER , wußte das vieles im Argen ist, nichts unternommen hat. Ich frage mich als einfache Rentnerin, wofür wird Herr Scholz bezahlt ??? Wenn er nicht in der Lage ist Anweisungen zu erteilen , bei Wirecard mal genau Hinzuschauen ????????????
      Das will ein Finanzminister sein ??? in meinen Augen kläglich versagt . Aber die naiven Anleger sind die dummen die richtige Prüfungstellen sucht man vergebens. Olaf Scholz hat versagt und sollte die Rechnung dafür tragen. Nicht die Rentner die ihre Altersvorsorge verlorren haben.

    • Herr Scholz verteilt unkontrolliert eine Menge Geld. Vielleicht kommt er nach allen Untersuchungen im Fall Wirecard zum Ergebnis, dass die entstandenen Verluste für Kleinaktionäre vom Staat seinem Finanzministerium ersetzt werden müssen, weil dort die Aufsicht versagt hat und die Investoren im Vertrauen ihr Geld in eine solche Firma wie Wirecard, einem DAX-Unternehmen , investiert haben.

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