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Bilanzskandal Bundesfinanzministerium hält Gesprächsinhalte mit Ex-Wirecard-Chef Braun geheim

Staatssekretär Jörg Kukies und Ex-Wirecard-CEO Markus Braun haben 2019 zweimal miteinander gesprochen. Den Inhalt will das Bundesfinanzministerium aber nicht preisgeben.
13.07.2020 - 00:25 Uhr 1 Kommentar
Linke und Grüne wollen den Wirecard-Skandal vollständig aufklären – notfalls auch mit einem Untersuchungsausschuss. Quelle: Reuters
Wirecard-Hauptquartier in Aschheim

Linke und Grüne wollen den Wirecard-Skandal vollständig aufklären – notfalls auch mit einem Untersuchungsausschuss.

(Foto: Reuters)

New York Der Druck auf die Politik im Wirecard-Skandal wird größer: Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hat im Herbst 2019 zweimal mit dem mittlerweile zurückgetretenen Wirecard-CEO Markus Braun gesprochen. Das berichten mehrere Medien, darunter auch die „Financial Times“ (FT).

Worum es in den Gesprächen ging, will das Bundesfinanzministerium allerdings nicht mitteilen. Das Ministerium beruft sich in einer Antwort auf eine Anfrage von Grünen und Linken auf „Geheimschutzinteressen“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).

Kukies soll zuerst am 4. September 2019 bei einer Diskussionsrunde mit dem ehemaligen Wirecard-Chef gesprochen haben. Am 5. November, an Brauns 50. Geburtstag, sprach der Staatssekretär erneut mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden, schreibt die „SZ“.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen des Finanzministeriums. „Das ist einfach völlig inakzeptabel“, sagte Fabio De Masi, Bundestagsabgeordneter der Linken, gegenüber der „FT“. „Angesichts des Umfangs und des Ausmaßes des Wirecard-Skandals und des regulatorischen und politischen Versagens bei der Bewältigung hat die breite Öffentlichkeit ein Grundrecht auf Wissen.“ Linke und Grüne wollen die Wirecard-Affäre vollständig aufklären – notfalls auch mit einem Untersuchungsausschuss, wie die „SZ“ berichtet.

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    Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat nach der Aufdeckung eines Bilanzlochs von 1,9 Milliarden Euro im Juni Insolvenz angemeldet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang wegen Betrugs, Bilanzfälschung und Marktmanipulation gegen den zurückgetretenen Vorstandschef Braun und weitere Manager. Wegen des Verdachts verschiedener Finanzstraftaten im Umfeld von Wirecard ermitteln Behörden weltweit, unter anderem in den USA, in Singapur und auf den Philippinen.

    Der Finanzaufsicht Bafin wird vorgeworfen, zu spät bei Wirecard eingegriffen zu haben. Bafin-Präsident Felix Hufeld telefonierte erst wenige Tage vor dem Insolvenzantrag mit Wirecard-Führungskräften, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet. Hufeld sprach dabei mit dem neuen Vorstandschef James Freis, sowie mit Wirecard-Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann.

    Bafin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele und der für die Bankenaufsicht verantwortliche Bafin-Direktor Raimund Röseler sollen bis zuletzt keine direkten Gespräche mit Vorständen und Aufsichtsräten von Wirecard geführt haben, berichtet die „F.A.S“ weiter.

    Mehr: Der Fall Wirecard: Wie Ex-Chef Markus Braun den Konzern in die Insolvenz trieb.

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    1 Kommentar zu "Bilanzskandal: Bundesfinanzministerium hält Gesprächsinhalte mit Ex-Wirecard-Chef Braun geheim"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Na was soll denn da verborgen werden? Sogar der übliche Hinweis auf das/die laufenden Verfahren fehlt. Dafür wird kryptisch auf 'Geheimschutzinteressen' verwiesen. Das Herrschaftswissen soll also gesichert bleiben, damit die Wahrheit unter der Tischdecke bleibt. Hat Herr Felix Hufeld zu schnell das Versagen der staatlichen Organe eingeräumt? Jetzt kommt anscheinend die Zeit der brutalst möglichen Aufklärer ...

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