Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Deutschlands marode Infrastruktur bremst die Verkehrswende aus

Die Sperrung einer Brücke sorgt für Chaos rund um Wiesbaden. Der Fall zeigt: Für eine nachhaltige Mobilität müssen wir bei der Instandhaltung der Infrastruktur umdenken.
22.06.2021 - 12:58 Uhr 1 Kommentar
Systematisch wurde die Infrastruktur in einer der stärksten Wirtschaftsnationen Europas kaputtgespart. Quelle: dpa
Berufsverkehr nach Sperrung der Salzbachtalbrücke

Systematisch wurde die Infrastruktur in einer der stärksten Wirtschaftsnationen Europas kaputtgespart.

(Foto: dpa)

Klaus Rohletter hat den Vergleich sicher mit Bedacht gewählt. Wiesbaden dürfe kein zweites Genua werden, warnte der Verkehrsexperte der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände zu Wochenbeginn. Eine Anspielung auf die 2018 eingestürzte Morandi-Brücke in der italienischen Metropole.

Eingestürzt ist die Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 bei Wiesbaden zwar noch nicht. Aber sie ist offenbar nicht mehr weit davon entfernt. Jedenfalls haben die Behörden das Bauwerk erst einmal auf unbestimmte Zeit gesperrt. Mit dramatischen Folgen für die hessische Landeshauptstadt: Die Stadt ist nur noch über Umwege zu erreichen. Unternehmen stöhnen, Pendler wissen nicht, wie sie zur Arbeit kommen sollen.

Über die Brücke führt eine der Hauptverkehrsadern nach Wiesbaden. Darunter verlaufen Bahngleise, die ebenfalls gesperrt wurden. Weder ICE noch Regionalzüge und S-Bahnen können die Stadt derzeit ansteuern. Ein Zustand, der wohl noch einige Zeit andauern wird.

Es ist ein Verkehrsinfarkt, der absehbar war. Viel zu lange wurde die Sanierung von Straßen, Brücken und Schienen in Deutschland aufgeschoben. Systematisch wurde die Infrastruktur in einer der stärksten Wirtschaftsnationen Europas kaputtgespart.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das ist lange bekannt und nicht neu. Neu ist allerdings, dass die Folgen in einer Zeit zutage treten, in der die Verkehrswende dringend benötigt wird. Der Klimawandel und seine Folgen erhöhen den Handlungsdruck. Künftig sollen die Menschen weniger Auto und mehr Bahn fahren. Doch wie soll das gelingen, wenn die existierende Infrastruktur noch nicht einmal die aktuelle Last tragen kann?

    Deutschland bleibt eine Großbaustelle

    Zwar ist im Fall von Wiesbaden eine Autobahnbrücke marode, die Bahnstrecke ist nur indirekt betroffen. Doch der Fall zeigt, wie schlecht die Verkehrsinfrastruktur für das Mammutvorhaben Verkehrswende gerüstet ist. Wer vom Auto auf die Schiene umsteigen will, muss wohl noch auf Jahre viel Geduld mitbringen. Auch das Schienennetz ist marode. Überall wird gebaut und saniert, längere Reisezeiten und Umwege gehören zum Alltag.

    Vorerst ist das nicht zu ändern, die Republik wird noch eine Zeit lang eine einzige Großbaustelle bleiben. Doch Wiesbaden ist eine klare Mahnung an die Verantwortlichen: Wenn wir die Verkehrswende erfolgreich bewältigen wollen, müssen wir künftig pfleglicher mit der Infrastruktur umgehen. Das heißt Vorsorge und nicht warten, bis der Patient krank ist.

    Mehr: Wie Roboter und Sensoren unsere Brücken und Tunnel retten sollen

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Deutschlands marode Infrastruktur bremst die Verkehrswende aus
    1 Kommentar zu "Kommentar: Deutschlands marode Infrastruktur bremst die Verkehrswende aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was bitte machen die zuständigen Behörden seid Jahren dann? Es gibt doch für alles in Deutschland Vorschriften und Richtlinien! Früher konnte man in Deutschland noch eine Brücke in 1-2 Jahren bauen. Heute dauert so etwas 5-8 Jahre! Unseren tollen Beamten sei Dank!
      Aber ihre Inkompetenz bekommen Sie ja mit reichlich Gehalt und Pension vergütet.
      Deutschland schaft sich ab…..

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%