Kommentar: Die Gaspreisbremse ist nur ein Herumdoktern an den Symptomen
Deutsche Befindlichkeiten bei der Förderung.
Foto: Getty ImagesDie Vorschläge der Gaskommission offenbaren zwei grundsätzliche Probleme, die der Staat auch mit 90 Milliarden Euro oder am Ende sogar 200 Milliarden Euro nicht wegsubventionieren kann. Einerseits bleibt die dramatische Angebotsverknappung beim Erdgas für Jahre ein Problem, nicht nur bis zum Frühjahr 2024.
Außerdem gibt es noch immer keinen auch nur annähernd zufriedenstellenden Weg für eine gerechte Verteilung staatlicher Hilfen im Kampf gegen die Energiepreiskrise. Dabei ist das Problem seit Jahren bekannt.
Die drastische Angebotsverknappung, die aus dem Lieferstopp der Russen resultiert, ist in ein, zwei oder drei Jahren nicht verschwunden. Das Gebot der Stunde ist daher klar: Es muss darum gehen, Gas einzusparen und zugleich neue Bezugsquellen für Gas zu erschließen.
Das Einsparen funktioniert noch immer mehr schlecht als recht. Die Industrie hat vorgelegt. Teilweise gezielt und strukturiert, teilweise aus purer Not. Umso ärgerlicher ist es daher, dass noch immer mehr Gaskraftwerke laufen als unbedingt nötig.
Dass LNG erst nach und nach erhebliche Teile des weggefallenen russischen Erdgases ersetzen wird, hat auch mit europäischen und speziell deutschen Befindlichkeiten zu tun. Man will sich nicht auf langfristige Lieferbeziehungen einlassen, weil man Gas als Übergangslösung für wenige Jahre betrachtet, mag das auch noch so unrealistisch sein.