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KommentarDrei Gründe, warum Airbus und Boeing China fürchten sollten

Auch wenn der Jet von Comac noch keine Gefahr für das Herstellerduopol ist – die Erfahrung der Autoindustrie lehrt, dass der chinesische Rivale eine zügige Reaktion erfordert. Ein Kommentar.Jens Koenen 07.02.2025 - 09:08 Uhr
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Eine C919 bei der Airshow in Singapur: Der chinesische Hersteller Comac will Airbus und Boeing Konkurrenz machen. Foto: REUTERS

Versuche, das Duopol im Flugzeugbau zu knacken, gab es bereits einige:

  • Bombardier aus Kanada wagte sich mit der sogenannten C-Serie in den von Airbus und Boeing dominierten Markt für Kurz- und Mittelstreckenjets vor. Und ging an den enormen Kosten fast zugrunde. Heute wird der Jet als A220 von Airbus gebaut.
  • Das russische Unternehmen Suchoi versuchte es mit dem Superjet 100. Doch mehrere Unglücke beschädigten das Image des Flugzeugs, im Westen wird es mittlerweile nicht mehr eingesetzt.
  • 2023 stellte wiederum in Japan Mitsubishi Aircraft die Entwicklung des Spacejets ein.

Nun also will es Comac versuchen. Zwar betonen Manager bei Airbus und Boeing, man nehme die Konkurrenz aus China ernst. Sie wirken dabei aber relativ entspannt – kein Wunder angesichts der bisherigen Fehlschläge von Wettbewerbern. Doch das Staatsunternehmen Comac zu unterschätzen, ist brandgefährlich.

Erstens hat das Projekt die komplette Rückendeckung der chinesischen Regierung. Zwar bekommen auch Boeing und Airbus finanzielle Hilfen ihrer Regierungen, wenn sie neue Flugzeuge entwickeln. Auch Mitsubishi wurde vom Staat unterstützt. Doch der chinesische Staat hat einen sehr langen Atem. Wird eine Industrie für strategisch wichtig erklärt, ist das Durchhaltevermögen der Regierung stets eindrucksvoll.

Zweitens: Die Regierung in Peking treibt ihre strategischen Industrieprojekte auf breiter Basis voran. Sie unterstützt nicht nur die in der Branche direkt tätigen Unternehmen. Sie sichert das gesamte Ökosystem. Ein gutes Beispiel ist die Autoindustrie. Neben den E-Auto-Herstellern subventionierte der Staat auch die Batteriehersteller. So wurde zum Beispiel CATL weltweit führend.

Drittens: China kopiert längst nicht mehr nur westliche Technologien. Zwar stecken im Kurz- und Mittelstreckenjet von Comac zahlreiche Komponenten aus dem Westen. Doch das dürfte berechnender Pragmatismus sein. Die Triebwerke aus dem Westen sind etabliert, sie helfen dabei, die eigenen Ziele schnell umzusetzen. Und sie könnten dabei helfen, im Westen einfacher eine Zulassung für das Flugzeug zu bekommen. Parallel wird aber daran gearbeitet, die westlichen Teile durch heimische zu ersetzen. Keiner sollte daran zweifeln, dass China dazu in der Lage ist.

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Keine Frage: Will das Duopol aus Airbus und Boeing die schmerzhaften Erfahrungen der westlichen Autoindustrie verhindern, erfordert die Konkurrenz aus China eine unmittelbare und höchste Aufmerksamkeit. Und eine zügige Reaktion etwa in Form eines völlig neuen Flugzeugtyps.

Erstpublikation: 05.02.2025, 19:22 Uhr.

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