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RaumfahrtEsa – Ticket Richtung Mond für deutschen Astronauten möglich

Gemeinsam mit den USA will Europa zum Mond fliegen. Auch zwei Deutsche wären gerne an Bord. Sie müssen aber auf Trump hoffen. Der Esa-Chef feiert zugleich ein Rekordbudget. 27.11.2025 - 19:43 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU, M), bei der Esa-Tagung zwischen den Astronautinnen und Astronauten Alexander Gerst (l-r), Amelie Schoenenwald, Samantha Cristoforetti und Matthias Maurer. Gerst und Maurer sind Kandidaten für die Mond-Mission. Foto: Sina Schuldt/dpa

Düsseldorf. Ein deutscher Astronaut soll im Rahmen des „Artemis“-Programms der US-Raumfahrtbehörde Nasa in einigen Jahren Richtung Mond fliegen. Das kündigte der Chef der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Josef Aschbacher, am Rande der Esa-Ministerratskonferenz in Bremen an.

„Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, Esa-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.“ Zuerst sei Deutschland an der Reihe.

Wer genau mit zum Mond darf, sagte Aschbacher nicht. Die deutschen Esa-Astronauten Alexander Gerst (49) und Matthias Maurer (55) haben beide mehrfach betont, wie gerne sie zum Mond fliegen würden. Bis zur geplanten Mission wird es allerdings noch Jahre dauern – wenn sie überhaupt zustande kommt.

Josef Aschbacher: Dem Esa-Generaldirektor zufolge bekommt Deutschland bei einer möglichen Mond-Mission den Vorrang. Foto: Sina Schuldt/dpa

Aschbacher zeigte sich zudem überwältigt vom Rekordbudget für Europas Raumfahrt. „Heute Abend gehen wir mal feiern“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Da muss man mal mental verdauen, dass wir wirklich so erfolgreich waren.“ Die Esa-Länder möchten Europas Rolle in der Raumfahrt mit deutlich mehr Geld voranbringen. Sie einigten sich bei Verhandlungen in Bremen auf ein Budget von fast 22,1 Milliarden Euro. „Es ist ein historischer Rekord“, sagte Aschbacher. Das beschlossene Budget ist damit fast so hoch wie von Aschbacher vorgeschlagen. Üblicherweise liegt der Etat nach den Verhandlungen deutlicher unter dem Esa-Vorschlag.

Mit dem „Artemis“-Programm wollen die USA wieder Astronauten zum Mond bringen. In der ersten Jahreshälfte 2026 sollen vier US-Astronauten bei der rund zehntägigen Mission „Artemis 2“ den Mond umrunden. 2027 sollen bei „Artemis 3“ nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen. „Artemis 4“ ist bisher für 2028 anvisiert, Experten rechnen allerdings mit Verschiebungen – erst ab dieser Mission könnte ein Deutscher mit dabei sein.

US-Präsident Donald Trump, der das kostspielige Programm einst selbst ins Leben rief, könnte es allerdings vorher kippen. Denn mittlerweile blickt Trump Richtung Mars. Gemunkelt wird, dass er die eigens für „Artemis“ entwickelte „S.L.S.“-Rakete einstampfen könnte. Mit ihr sollen zentrale Elemente der geplanten „Gateway“-Mondstation und die Crews in Mondnähe kommen.

Raumfahrtbehörde Esa liefert Komponente für „Artemis“-Programm

Die europäische Raumfahrtbehörde Esa ist am „Artemis“-Programm beteiligt. Sie liefert mit dem im Bremer Airbus-Werk gefertigten europäischen Servicemodul eine wichtige Komponente des „Orion“-Raumschiffs, das die Astronauten in die Mondumlaufbahn bringen soll. Gemeinsam wollen die Raumfahrtbehörden auch die Mondstation bauen. „Gateway“ soll den Mond umkreisen, ähnlich wie die ISS die Erde.

Abgemacht ist im Zuge dessen schon seit Längerem, dass drei Esa-Astronauten auf „Artemis“-Flügen Richtung Mond mitfliegen – zunächst zu „Gateway“, eine Astronautin oder ein Astronaut später auch auf den Mond. Konkret soll je ein Europäer bei den Missionen „Artemis 4“ und „Artemis 5“ dabei sein.

Ein weiterer Platz ist noch nicht für einen bestimmten Flug vergeben. Die Esa verfügt derzeit über sechs aktive Astronautinnen und Astronauten sowie zwei Projektastronauten mit All-Erfahrung. Fünf weitere Karriereastronauten wurden 2022 vorgestellt.

Neben Deutschland können sich nun auch Frankreich und Italien freuen. Die beiden Raumfahrtnationen bekommen für einen ihrer Esa-Astronauten ebenfalls ein Ticket Richtung Mond. Deutschland, Frankreich und Italien sind die größten Beitragszahler der Esa, weshalb es nicht ganz überraschend ist, dass die Länder bei den Mondflügen zum Zug kommen sollen. Aschbacher erwähnte auch die Leistungen der Länder für das „Artemis“-Programm.

Trumps zeitweise enger Berater, der Tech-Milliardär Elon Musk, drängt allerdings darauf, lieber zum Mars aufzubrechen. Der Mond ist für ihn bloß „Ablenkung“. Im vergangenen Jahr hatte er die Struktur des „Artemis“-Programms als „äußerst ineffizient“ bezeichnet. Es handle sich um ein Job-maximierendes Programm und nicht um eines für maximale Ergebnisse, kritisierte der Leiter der Weltraumfirma SpaceX. „Es ist etwas völlig Neues erforderlich“, schrieb er auf X.

Nasa betont Wichtigkeit des Mondprogramms

Die Nasa hingegen betont, wie wichtig das Mondprogramm als Schritt zum Mars sei. „Artemis“ werde auch „Vom Mond zum Mars“ genannt, erklärte Sean Fuller, der bei der Nasa als International Partner Manager für das „Gateway“-Vorhaben arbeitet.

Eine direkte Mission zum Mars werde riskant sein. Dieses Risiko müsse man verringern und genau das solle mit den Flügen zum Mond geschehen, mit denen man einiges über die Bedingungen im Weltraum lernen könne.

Matthias Maurer: Der Astronaut könnte der erste Europäer sein, der zum Mond fliegt – doch er hat einen Konkurrenten. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Der bisher letzte deutsche Astronaut auf der Raumstation ISS, Maurer, hat klare Ambitionen Richtung Mond. „Ich denke, jeder Astronaut möchte gerne zum Mond fliegen. Das ist ein ganz großer Traum, auch mein Traum“, sagte der 55-jährige Saarländer einmal der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der gebürtige Baden-Württemberger Gerst fände eine Reise zum Mond toll. „Da können Sie jeden Astronauten oder jede Astronautin fragen: Der Mond ist natürlich ein faszinierendes Ziel“, sagte der Astronaut einmal. Gerst arbeitet derzeit am Europäischen Astronautenzentrum in Köln.

dpa
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