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Kommentar G7-Gipfel: Die EU läuft beim Impfstoff-Wettlauf nur hinterher

Die Hoheit über die Impfstoffe ist auch geopolitisch wichtig. Die USA, China und Russland ringen um den Einfluss in der Welt. Nur Europa hat nichts zu verteilen.
19.02.2021 - 03:53 Uhr 6 Kommentare
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen musste Fehler bei der Impfstoffstrategie eingestehen. Quelle: AP
Ursula von der Leyen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen musste Fehler bei der Impfstoffstrategie eingestehen.

(Foto: AP)

Wenn am Freitag die Regierungs- und Staatschefs der G7-Staaten virtuell zusammenkommen, steht eine globale Impfstoffstrategie im Zentrum der Gespräche. Die Überlegung dahinter ist einfach: Große weiße Flecken auf der Impfweltkarte sind auch für die Industriestaaten hochgefährlich. Da mag im Laufe des Jahres in Deutschland geimpft werden, was das Zeug hält. Wenn sich weltweit das Tempo bei den Impfungen aber nicht angleicht, drohen neue Mutationen. Vakzine könnten weniger wirksam sein.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auf dem G7-Gipfel die USA oder Großbritannien als Musterländer auftreten. Nimmt man Israel aus der Liste der Impfchampions heraus, sind die Angelsachsen den anderen Industriestaaten weit voraus. Das liegt daran, dass sie einen What-ever-it-takes-Ansatz verfolgen und sich früh viel Impfstoff besorgt haben.

In Deutschland wurde dieses Vorgehen ohne Namensnennung als Impfstoffnationalismus angeprangert. Das mögen viele auch aus moralischen Gründen für richtig halten. Das Fatale ist nur: Nach Europa wird vermutlich bald niemand mehr schauen, wenn es um erfolgreiche Impfstoffstrategien in der Welt geht.

Die EU unter der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat eine Einkaufsstrategie gewählt, bei der die CDU-Politikerin nun Fehler einräumte. Zu Recht wird Brüssel dafür kritisiert. Gesundheitsminister Jens Spahn und Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigen ihre Parteifreundin immer noch tapfer. Das sieht bei CSU-Chef Markus Söder und Vizekanzler Olaf Scholz schon anders aus. 

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    Doch zurück auf die Weltbühne: Sollte der neue US-Präsident Joe Biden tatsächlich so erfolgreich sein, dass im Sommer genügend Amerikaner durchgeimpft sind, um die Pandemie einzugrenzen, wird er das Impfen natürlich als geopolitisches Instrument einsetzen. Der Wettlauf der Großmächte um den Einfluss in der Welt findet derzeit auch über Vakzine statt.

    Das südamerikanische Impfvorbild Chile verimpft den chinesischen Impfstoff. Russland bietet sein Vakzin Sputnik V überall in der Welt an. Diese Umstände werden natürlich künftig nicht ohne Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen bleiben.

    Nur Europa hat derzeit nichts zu verteilen. Da ist man froh, die eigenen Leute versorgen zu können. Deutschland kann immerhin damit punkten, zwei Vakzine entwickelt zu haben. In weniger entwickelten Ländern wird es zwar schwierig sein, die Impfstoffe kühl zu lagern und zu verteilen. Trotzdem kann sich wenigstens der Beitrag Deutschlands zu einem globalen Ansatz sehen lassen.

    Mehr: Staaten, Spione und Konzerne kämpfen um den Corona-Impfstoff

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    6 Kommentare zu "Kommentar: G7-Gipfel: Die EU läuft beim Impfstoff-Wettlauf nur hinterher"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Institution EU in der heutigen Formhat sich nie richtig bewährt und ist inzwischen auch in der jetzigen Form überholt. Letztlich ist die gesamte Organisation nur dazu da Gelder umzuverteilen. Vom Ursprungsgedanken der EU und der politischen Vision eines gemeinsamen Europas unter einer politischen Führung ist nur noch der Interessenkonflikt wer erhält am meisten aus den Töpfen übrig geblieben. Politische Zwerge wie Ungarn oder Tschechien werden plötzlich zu Riesen, weil sie ein Veto einlegen können und somit ihre persönlichen Interessen durchsetzen. Der alte Spruch: "viele Köche verderben den Brei" trifft bei der EU ganz besonders zu. Die Egoismen der einzelnen Staaten sind viel zu groß, als dass sie überwunden werden können. Die europäische Gemeinschaft kann sich nur neu erfinden, um zu überleben. Ich glaube jedoch, dass dies ein unmögliches Verlangen ist, denn niemand gibt gerne etwas ab, was er schon hat. Ein Weg wäre die Idee des Kern Europas wieder aufleben zu lassen d.h. die Gründungsstaaten der EWG finden wieder zusammen und bilden ein gemeinsames Staats-System unter einer Führung. Auch das wird nicht so einfach sein. Naja, wir warten ab und müssen mit diesem System erstmal weiter leben, so unbequem und ärgerlich es auch sein mag
      Der Wichtigste Aspekt bleibt jedoch der Frieden in Europa, der letztendlich durch die EU gefestigt wurde und deshalb ist es auch das Geld, was es uns der Frieden kostet, alle Mal wert.

    • Der lahme Staatsapparat EU ist in den mit dem ursprünglichen EU-Gedanken nicht mehr vereinbar und nährt nur noch sich selbst, statt den Bürgern zu dienen.

      Schafft das EU-Parlament ab und die Kommission, weil sowieso letztendlich im EU-Rat alles entschieden wird !!

      Um mit den Globelplayern mithalten zu können, fehlen der EU die "Eier" !!!

    • Mit mindestens 30.000 "Schlafmützen" der höchsten Gehaltsklassen hat ein Jeder, und Alle, dass "arbeiten" verlernt um erfolgreich sein. Ist ja auch nicht nötig, denn Sie sind ja unkündbar. Zumindest die Meisten.

    • jetzt kommt die Wahrheit auf den Tisch. Frau von der Leyen, Frau Dr. Merkel die Top-Frauen
      in Europa, die machen aus nichts- nichts. Eine tolle Leistung, weiter so. Wir schaffen Deutschland und Europa und führen DDR 2.0 ein.

    • Man kann das auch anders sehen. In der EU hat man dadurch, daß man den Impfstoff nicht nationalisiert hat,wie in USA und GB , es möglich gemacht, daß andere Länder Impfstoff bekommen konnten darunter auch USA, GB und Israel. Denn Biontech ist ein Unternehmen in der EU. Es hätte auch ein Exportverbot des Stoffes von Biontech an Pfizer verhängt werden können, aus Gründen der nationalen Sicherheit ( Lieblingsargument der USA).

    • Die gescheiterte Impfstrategie ist eine weiterer Beleg für die grundlegenden Probleme der EU. Überbürokratisierung und Schwerfälligkeit durch Schaffung einer weiteren Ebene (EU) ohne nationale Ebenen (z.B. Bundesländer) abzuschaffen. Eingeschränkte Handlungsfähigkeit durch Überdehnung. 27 hetoregene Partner, die in vielen wesentlichen Fragen auch noch ein Vetorecht haben. Ein Parlament, dass nichts zu sagen hat und eine Kommissionschefin, die schon erfolgreich die Bundeswehr vor die Wand gefahren hat. Die Neigung, nach Brüssel insbesondere Politiker zu schicken, die man zu Hause nicht (mehr) braucht, hinterlässt halt Spuren. Schade eigentlich. Europa hätte sicher viel Potenzial. Mit angezogener Handbremse wird es sich nicht entfalten.

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